Die DIVERSE – 5. Internationale Tagung zu Video und Videoconferencing zu Lehr- bzw. Lernzwecken – fand vom 5.-7. Juli in Nashville, Tennessee statt. Entwickler, Lehrende und Techniker fanden sich an der Vanderbilt University ein, um den Einsatz bewegter Bilder im Rahmen von E-Learning aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und zu diskutieren. Dr. Lori Schnieders von Department of Human and Organizational Development war mit der Organisation der Tagung betraut.
Schnell stellte sich heraus, dass die Tagung Ihrem Titel gerecht wurde: Das
Tagungsprogramm war breit gefächert und deckte verschiedene Forschungsfragen
zum Einsatz von Video und Videoconferencing im Rahmen von Lehrszenarien ab.
Auf der Tagung wurden darüber hinaus eine ganze Reihe praktischer Beispiele
vorgestellt.
“Spaß” oder prosaisch Motivationseffekte sowohl auf der Seite der
Studierenden als auch der Lehrenden wurden als möglicherweise wichtigste
Faktoren für den Erfolg von E-Learning eingestuft. Die Teilnehmer stimmten
darin überein, dass bewegte Bilder in diesem Kontext Vorteile bieten – ganz
besonders in Vergleich zu anderen beispielsweise rein textbasierten
Medientypen. Außerdem wurde der „human touch“ von Videoconferencing in
verschiedenen Beiträgen und Diskussionen als besondere Stärke
herausgestellt.
Natürlich waren auch einige Videokonferenzen Bestandteil des
Tagungsprogramms. Dabei kam es auch zu kleineren technischen Pannen, was die
Einschätzung stützt, dass Videoconferencing noch immer keine ausgereifte
Technologie ist. Außerdem war die Koordination der Veranstaltungen bisweilen
problematisch. Es wurde deutlich, dass schlechte Präsentationen durch die
Dazwischenschaltung der Technik zusätzlich leiden.
In seiner eher abenteuerlichen Keynote stellte Wim Veen dem erstaunten
Publikum den homo zappiens vor. Diese Spezies bezeichnet die Generation, die
in den achtziger Jahren geboren wurde und sich in der digitalen Welt bewegt,
wie ein Fisch im Wasser. Damit nicht genug, angeblich nutzen diese
Aborigines der Informationsgesellschaft die Neuen Medien simultan. Ob eine
so genannte „digitale Sozialisation“ tatsächlich zu einer fundamentalen
Veränderung der kognitiven Fähigkeiten führen wird, bleibt fraglich.
Wenigstens war die Präsentation inklusive einer Performance des Sohnes von
Wim Veen – eines der besagten digitalen Kids – unterhaltsam.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch während der Sessions beinhaltete das
Programm eine ganze Reihe von Möglichkeiten für den informellen Austausch
wie beispielsweise das Konferenzdinner bei einer Bootsfahrt auf einem
Schaufelraddampfer. Die Macher der DIVERSE sind sehr bemüht um das Community
Building und nahmen Newcomer freundlich in ihre Reihen auf. Im nächsten Jahr
wird die DIVERSE von der Glasgow Caldedonian University organisiert. Weitere
Informationen:
http://elisu.gcal.ac.uk/diverse2006/