Vom 21. bis 23. August fanden sich Wiki-Interessierte aus Wissenschaft und Praxis in der märchenhaften Geburtstadt Hans Christian Andersens ein. Stefanie Panke hat sich in Odense umgesehen und spannende Eindrücke vom „Wiki-Way“ gewonnen.
Wikis sind einfache Content-Management-Systeme, die das gemeinsame
Bearbeiten und Verwalten von Dokumenten unterstützen. Vom Grundprinzip
bestehen Wikis aus einer Sammlung von Einzelseiten, die von jedem Nutzer im
Browser mittels einer spezifischen Wiki-Syntax editiert werden können. Wikis
dienen so zur kooperativen Textproduktion und haben sich zu viel beachteten
Werkzeugen für Wissens- managementprozesse entwickelt. Prominente Beispiele
wie Wikipedia haben auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Wikis
gefördert. Bereits seit 2004 trifft sich die internationale
Wikipedia-Community auf der jährlich stattfindenden WikiMania Tagung. Seit
2005 ist als weiterer Termin das Symposion WikiSym hinzugekommen, das sich
allgemein mit Wiki-Technologie und Nutzungspraktiken befasst. Dieses Jahr
fand die Veranstaltung WikiSym 2006 zusammen mit der traditionsreichen
Hypertext-Konferenz statt. Bereits zum 17. Mal versammelte sich die
Hypertext-Community, um insbesondere technologische Innovationen und
netzwerktheoretische Aspekte rund um „Social Software“ zu diskutieren. Auf
der WikiSym kamen dagegen auch Anwender aus Schule und Hochschule zu Wort:
Ein Workshop drehte sich speziell um das Thema „Wikis in Education“ und auch
die Vorträge befassten sich zum Großteil mit den Anwendungsfeldern von Wikis
– neben Lehrsituationen auch Unternehmenspraxis und Kommunalpolitik.
Ein Wehrmutstropfen: Die von vielen mit Spannung erwartete Keynote von Doug
Engelbart litt unter erheblichen technischen Problemen bei der Übertragung
des per Videokonferenz zugeschalteten Hypertext-Altmeisters. Eine ebenso
vergnügliche wie produktive Besonderheit der
diesjährigen WikiSym und gleichzeitig physisches Pendant zur Arbeit in einem
Wiki war der „OpenSpace“: Ohne vorab festgelegte Tagesordnung konnten hier
alle Konferenzteilnehmer spezifischen Fragen nach der Interoperabilität und
Usability verschiedener Wiki-Engines nachgehen und zukünftige Trends
diskutieren. Einen gelungenen Abschluss – für die Hypertext-Besucher der
Auftakt – bildete der Vortrag von Wiki-Erfinder Ward Cunningham. Unter dem
Titel „How can so little do so much“ erläuterte er sozio-technische
Dimensionen, die Wikis zur
Erfolgsgeschichte werden ließen.
Weitere Informationen zur Tagung sowie Beiträge als PDF zum Download finden
sich im Netz:
http://www.wikisym.org/ws2006/proceedings/