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Fallstudien

Implementierungsstrategien im Vergleich

E-Learning findet an deutschen Hochschulen in sehr unterschiedlicher Form und Ausmaß Anwendung. Angaben zum Stand der Virtualisierung der Lehre existieren nur vereinzelt, es fehlen Daten, die ein übergreifendes Urteil für die gesamte deutsche Hochschullandschaft erlauben.

Fallstudien : E-Learning an deutschen Hochschulen

2004 erstellen Kleimann, & Wannemacher im Auftrag der HIS  Hochschul-Informations-System GmbH eine Studie zu " E-Learning an deutschen Hochschulen. Von der Projektentwicklung zur nachhaltigen Implementierung" durchgeführt. Darin werden 17 verschiedene Initiativen und Programme in Bund und Ländern beschrieben und Aspekte wie Organisationsstruktur, qualitätssicherende Maßnahmen, Studienangebot und –betrieb sowie zukünftige Entwicklungen portraitiert. Bei einer Situationsanalyse hochschulischer E-Learning Vorhaben wird das BMBF Förderprogramm „Neue Medien in der Bildung“ in Bezug auf die Nachhaltigkeit näher beleuchtet. Ein Teil der Studie widmet sich explizit der unterschiedlichen Struktur und den Angeboten von E-Learning Kompetenzzentren, da diese als entscheidend für die nachhaltige Implementierung angesehen werden. Die Studie kann für 25 Euro bei der HIS GmbH bestellt werden.

Im Jahr 2005 führt e-teaching.org eine Online-Befragung zum "Status des E-Learning an deutschen Hochschulen" durch. Befragt werden Personen, die an deutschen Hochschulen unmittelbar für die Planung, Entwicklung und Implementierung von E-Learning-Szenarien verantwortlich sind. Die Teilnehmer/innen geben Auskunft über wichtige Einflussfaktoren, zur Verfügung stehende Ressourcen und das Ausmaß, in dem E-Learning in den Lehrveranstaltungen eingesetzt wird. Die gesamten Ergebnisse stehen zum Download zur Verfügung: " Status des E-Learning an deutschen Hochschulen " (PDF).

2006 nehmen Kleimann & Wannemacher die Fachhochschulen näher in den Blick. Die Studie "E-Learning an deutschen Fachhochschulen" stellt die E-Learning Implementierungsstrategien von zehn ausgewählten Hochschulen vor. Vor allem die strukturellen Unterschiede machen eine spezifische Betrachtung der Fachhochschulen interessant. Fachhochschulspezifische Strukturmerkmale, die sich letztendlich nachteilig auf die E-Learning Implementation auswirken können, sind nach Kleimann & Wannemacher (2006) die geringere Personalausstattung, die höheren Lehrverpflichtungen, die geringeren finanziellen Mitteln, die höhere Drittmittelabhängigkeit und die fehlenden Supportstrukturen. Als eine Folge der ungünstigen Strukturbedingungen wird die nachgelagerte Strategiebildug an Fachhochschulen gesehen. Erst 27% der Hochschulen verfügen über eine ausformulierte Medienstrategie (im Unterschied zu 42% der Universitäten). Die Studie steht zum freien Download auf den Seiten des HIS zur Verfügung: http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200605.pdf

Weitere Literatur:
  • Im Band "E-Strategy. Strategisches Informationsmanagement für Forschung und Lehre", erschienen 2008 im Waxmann-Verlag werden nach einer theoretische Fundierung des strategischen Managements an Hochschulen von Dieter Euler die E-Learning-Strategien von acht deutschen, zwei schweizer und zwei österreichischen Universitäten sowie jeweils einer Fernuniversität der Niederlande und Englands vorgestellt.
  • Der Band „ E-Learning an der Universität Wien “ dokumentiert die Konzeptualisierung, Entwicklung und Umsetzung der E-Learning Strategie der Traditionsuniversität.
  • Die ETH hat ihre Erfahrungen mit den E-Learning Projekten im Rahmen des Programms ETH-World in einem eigenen Band veröffentlicht: Friedrich et al (2007): Hochschule im info-strukturellen Wandel. Erwartungen, Wirkungen und Bewertungen am Beispiel von ETH World.
Fallstudien auf e-teaching.org

e-teaching.org gibt ausgewählten Hochschulen laufend die Möglichkeit ihre E-Learning Implementierungsstrategie im Portal darzustellen. Im Folgenden finden Sie Fallstudien verschiedener europäischer Hochschulen, die unterschiedliche Strategietypologien verfolgen und sich insgesamt durch eine nachhaltige Vorgehensweise auszeichnen. Ein Zeichen für Nachhaltigkeit stellen dabei fest etablierte Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten im Bereich E-Learning dar.
Nach einer Darstellung der Rahmendaten und ihrer Strategieentwicklung, geben die Hochschulen im Folgenden Auskunft über die fünf für die Implementierung relevanten Dimensionen Didaktik, Ökonomie, Technik, Organisation und Kultur. Die Struktur der Fallstudien basiert dabei auf einer Studie des SCIL (Swiss Center for Innovation in Learning) von Seufert & Euler (2005).

Die Dimension Strategie stellt die Anbindung an die Hochschule, die Initiatoren, die Kernelemente sowie die Zuständigkeiten für deren Umsetzung dar. Am Ende werden die zentralen Ansatzpunkte der Implementierungsstrategie skizziert.

Im Bereich Didaktik wird das didaktische Leitbild der Hochschule für den Einsatz von E-Learning erläutert. Die Fallbeispiele geben Auskunft darüber, welchen Stellenwert E-Learning in der Lehre einnimmt, wie weit es in den Lehrplan integriert ist, welche Innovationen es in Bezug auf didaktische Konzepte nach Ansicht der Institution mit sich bringt und auf welche Weise die didaktische Qualität z.B. durch Standards definiert und sichergestellt wird.

Die Dimension Technologie macht deutlich, inwieweit die Hochschule den Lehrenden eine technologische Basis bereitstellt und auf welche Weise E-Learning Technologien in die bestehende Infrastruktur integriert werden. Außerdem wird die Frage nach bestehenden Unterstützungsleistungen sowie der Qualitätssicherung, z.B. durch die Implementierung technologischer Standards, beantwortet.

 
Bezugsrahmen für Nachhaltigkeit (Grafik i. A. an Seufert & Euler 2004, S. 6)

Die ökonomische Implementierungsdimension beleuchtet Fragen der dauerhaften Finanzierung notwendiger Ressourcen wie Entwicklungsaufgaben, der technischen Infrastruktur sowie des Supports. Außerdem werden Strukturen und Prozesse für die Vermarktung von E-Learning-Produkten und Kooperationen mit externen Institutionen dargestellt. Abgefragt wird im Bereich Technik auch das Strategie- und Projektcontrolling.

Organisatorische Aspekte betreffen die interne sowie externe Verankerung von Supporteinheiten und deren Aufgaben. Außerdem werden Fragen zu Strukturen und Prozessen des Hochschulmanagements im Zusammenhang mit der Integration von E-Learning beantwortet.

Unter dem Punkt Kultur geht es um die kulturellen Veränderungen an der Hochschule, die der Einsatz von E-Learning mit sich bringt: Welche Promotoren sind für die Implementierung notwendig? Inwiefern findet eine Netzwerkbildung von Change Agents statt? Als sehr interessant und wichtig wird in diesem Zusammenhang auch die Kommunikationspolitik der Hochschule betrachtet. Gefragt wird nach Kompetenzentwicklungsprogrammen oder anderen Maßnahmen zur Anreizgestaltung und Akzeptanzförderung.

Die Fallbeispiele können Verantwortlichen an Hochschulen wertvolle Hinweise darüber geben, wie E-Learning nachhaltig implementiert sowie welche unterschiedlichen strategischen Ansätze dabei verfolgt werden können. Mit einem Klick auf die Hochschule gelangen Sie direkt zu den einzelnen Fallbeispielen.

RWTH Aachen
E-Learning wurde an der RWTH in drei zeitlich überlappenden Phasen eingeführt Weiter

Uni Basel
Die zwei zentralen Punkte der Implementierungsstrategie der Universität Basel sind die Professionalisierung der Organisationsstrukturen sowie die Flexibilisierung von Bildungsangeboten. Weiter

Uni Freiburg
Die digitalen Medien und damit auch E-Learning haben die Informations- und Kommunikationsstrukturen der Universität nachhaltig verändert. Sie sind zu entscheidenden Triebfedern für die Umgestaltung von Arbeitsprozessen in Verwaltung, Lehre und Forschung geworden und lassen sich aus den vorhandenen Arbeitsstrukturen der Hochschule nicht mehr wegdenken. Weiter

Uni Graz
Die Universität Graz kann heute auf ein sehr breites Spektrum von Entwicklungsleistungen im Bereich der Neuen Medien in Lehre und Forschung verweisen, was insbesondere auf das hohe Engagement der Lehrenden und Forschenden zurückzuführen ist. Weiter

Uni Münster
Die Implementierung von E-Learning an der Universität Münster wurde bereits frühzeitig durch das Rektorat und die Verwaltung der Universität gefördert. Das 2001 vom Rektorat verabschiedete Multimediakonzept bildet die strategische Grundlage für sämtliche Implementierungsaktivitäten. Durch das im Rahmen der Förderlinie „E-Learning-Integration“ vom BMBF geförderte Projekt „cHL-hybrid“ (FKZ: 01PI05003) werden geeignete Organisationsstrukturen zur flächendeckenden Implementierung entwickelt und erprobt. Weiter

Uni Oberta de Catalunya
Die Einführung von E-Learning in Spanien wurde mit der Gründung der Universitat Oberta de Catalunya (UOC) im Jahr 1995 eingeleitet. Als erste Universität startete die UOC zwei Fernstudiengänge für ca. 200 Studierende auf der Basis eines rein virtuellen Campus. Weiter

Uni St. Gallen
Die Universität St. Gallen beschäftigt sich mit dem Thema E-Learning in Zusammenhang mit der neuen Studienreform, die als feste Säule eine spezifische Form des Selbststudiums einplant. Weiter

Uni Stuttgart
«Technik, Wissen und Bildung für den Menschen» lautet die Leitidee der Universität Stuttgart. In der Finanzierungsstruktur spiegelt sich die Nähe zur Wirtschaft Weiter

Uni Zürich
Die Universität Zürich sieht E-Learning als ein Instrument zur Qualitätssicherung und -verbesserung der Lehre Weiter

ETH Zürich
Durch den Einsatz von neuen Technologien will die ETH Zürich individuelles, flexibles Lernen und die selbstgesteuerte Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Lernstoff fördern. Weiter

HRK-Fallstudien

Uni Bamberg

FH Osnabrück

HTWG Konstanz

Uni Göttingen

TU München

Letzte Änderung: 17.08.2010


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