Die Gestaltung und Begleitung von organisatorischen Veränderungsprozessen wird auch als Change-Management bezeichnet.
Für die nachhaltige
Implementierung ist es wichtig, dass die Integration von E-Learning in die
Hochschule nicht als Aufgabe einzelner Personen oder Abteilungen erscheint,
sondern von zentralen Einrichtungen und der Hochschulverwaltung mitgetragen
und begleitet wird (
Pfeffer et al., 2005). Benchmarking, d.h. der Vergleich mit anderen
Hochschulen, stellt eine interessante Möglichkeit dar,
Veränderungspotentiale zu entdecken und zu verfolgen (
Dougherty, Clebsch & Anderson, 2004). Die
Unterstützung durch eine externe Beratung kann außerdem Betriebsblindheit
entgegenwirken. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass zwar gute
Empfehlungen erarbeitet werde, diese jedoch nicht von den Mitarbeitern
akzeptiert und umgesetzt werden können (
Grob, Brocke & Buddendick, 2005).
Von vielen Experten wird bezweifelt, dass man
neue Lehr- und Lernkulturen aktiv beeinflussen kann. Vielmehr wird davon
ausgegangen, dass Veränderungen innerhalb eines evolutionären Prozesses
stattfinden müssen. Sie können zwar von Außen angeregt, aber nur durch die
Organisationsmitglieder selbst umgesetzt werden. Miteinbezogen werden
sollten Hochschulehrende, die bereits Erfahrungen im Bereich E-Learning
gesammelt haben. Ihre Erfahrungen bieten einen wertvollen Wissensschatz, der
genutzt werden sollte (
Seufert & Euler, 2004). Virtuelle Lehrangebote sind nur dann lebensfähig, wenn sie ein
selbstverständlicher Bestandteil sowohl der technischen Infrastruktur als
auch des akademischen Lebens und somit der Kultur einer Hochschule werden
(
Kerres & Voss, 2003).
Wie die Akzeptanz von Veränderungsmaßnahmen gesteigert werden kann, erfahren
Sie in der Vertiefung zu
Anreizsystemen.
An einigen Hochschulen wurden speziell für den Bereich E-Learning Strategien oder/und Entwicklungspläne erarbeitet. Mehr dazu erfahren Sie in
den Vertiefungen zu
Strategieentwicklung
und
Medienentwicklung.