Google

Da Google mit Blogger.com nicht nur einen der größten Anbieter von Blogs gekauft hat, sondern zudem über eine eigene Blogsuche verfügt, lag es für Google nahe, auch einen eigenen RSS-Reader zu entwickeln. Der Google-Reader ist kostenlos, bedarf aber der Einrichtung eines ebenfalls kostenlosen Google-Accounts, der außerdem Zugang zu weiteren Google-Diensten gewährt. Der Google-Reader ist wie Bloglines ein Online-Feed-Reader, arbeitet aber nach einem anderen Ordnungsprinzip. Google hat sich bereits bei der eigenen E-Mail-Verwaltung (Gmail bzw. Googlemail) von der Ordnermetapher gelöst und arbeitet stattdessen mit Labels. Die Ordner-Metapher erlaubt dem Benutzer ein Objekt lediglich in einen Ordner zu platzieren. Häufig ist es aber sinnvoll, ein Objekt in mehrere Ordner einzusortieren. Labels bieten diese Möglichkeit, indem jedem Objekt beliebig viele Labels zugeordnet werden können. Sucht man nun ein Objekt, so kann man entweder nach einem Label suchen, von dem man vermutet, dass es dem Objekt zugeordnet ist oder eine Volltextsuche bemühen. Letzteres ist bekannterweise eine Stärke von Google und ein weiterer Grund, auf die unnötig einschränkende Ordnermetapher zu verzichten. Zudem sind Labels (meist unter anderem Namen, nämlich Tags) inzwischen in der Blogsphäre als Auszeichnungswerkzeug ebenso effektiv wie beliebt und gewinnen auch in anderen Bereichen kontinuierlich an Bedeutung.


Abbildung: Google-Reader in Aktion
  1. In einer Liste verwaltet Google-Reader die abonnierten Feeds. Jeder Feed kann keinem, einem oder mehreren Labels zugeordnet werden.
  2. Da es keine Ordnerhierarchie mehr gibt, über die man die ungelesenen Einträge erreichen kann, bietet der Google-Reader als zentrales Werkzeug eine andere Möglichkeit: In der Artikelliste sind in chronologischer Reihenfolge alle gelesenen und ungelesenen Artikel der abonnierten Feeds vorhanden. Die aktuellsten Artikel sind jeweils oben. Ungelesene Artikel werden dunkelblau, bereits gelesene schwarz-grau dargestellt. Die Leseliste lässt sich mit Maus oder Tastatur nach oben und unten bewegen. Der aktuell ausgewählte Eintrag wird hervorgehoben.
  3. In der Detailansicht des Eintrags befindet sich – wie auch bei anderen Feed-Readern üblich – eine gestalterisch vereinfachte Ansicht des Eintrags.
  4. Der Link zur Ansicht des Eintrags unter seiner eigentlichen Adresse befindet sich hinter dem Link Show original item.
  5. Über das zusätzliche Menü Labels lassen sich in der Leseliste Einträge von RSS-Feeds nach bestimmten Labels filtern.
Letzte Änderung: 08.04.2015

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