Diverse 2005

Die DIVERSE – 5. Internationale Tagung zu Video und Videoconferencing zu Lehr- bzw. Lernzwecken – fand vom 5.-7. Juli in Nashville, Tennessee statt. Entwickler, Lehrende und Techniker fanden sich an der Vanderbilt University ein, um den Einsatz bewegter Bilder im Rahmen von E-Learning aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und zu diskutieren. Dr. Lori Schnieders von Department of Human and Organizational Development war mit der Organisation der Tagung betraut.
Schnell stellte sich heraus, dass die Tagung Ihrem Titel gerecht wurde: Das Tagungsprogramm war breit gefächert und deckte verschiedene Forschungsfragen zum Einsatz von Video und Videoconferencing im Rahmen von Lehrszenarien ab. Auf der Tagung wurden darüber hinaus eine ganze Reihe praktischer Beispiele vorgestellt.

“Spaß” oder prosaisch Motivationseffekte sowohl auf der Seite der Studierenden als auch der Lehrenden wurden als möglicherweise wichtigste Faktoren für den Erfolg von E-Learning eingestuft. Die Teilnehmer stimmten darin überein, dass bewegte Bilder in diesem Kontext Vorteile bieten – ganz besonders in Vergleich zu anderen beispielsweise rein textbasierten Medientypen. Außerdem wurde der „human touch“ von Videoconferencing in verschiedenen Beiträgen und Diskussionen als besondere Stärke herausgestellt.

Natürlich waren auch einige Videokonferenzen Bestandteil des Tagungsprogramms. Dabei kam es auch zu kleineren technischen Pannen, was die Einschätzung stützt, dass Videoconferencing noch immer keine ausgereifte Technologie ist. Außerdem war die Koordination der Veranstaltungen bisweilen problematisch. Es wurde deutlich, dass schlechte Präsentationen durch die Dazwischenschaltung der Technik zusätzlich leiden.

In seiner eher abenteuerlichen Keynote stellte Wim Veen dem erstaunten Publikum den homo zappiens vor. Diese Spezies bezeichnet die Generation, die in den achtziger Jahren geboren wurde und sich in der digitalen Welt bewegt, wie ein Fisch im Wasser. Damit nicht genug, angeblich nutzen diese Aborigines der Informationsgesellschaft die Neuen Medien simultan. Ob eine so genannte „digitale Sozialisation“ tatsächlich zu einer fundamentalen Veränderung der kognitiven Fähigkeiten führen wird, bleibt fraglich. Wenigstens war die Präsentation inklusive einer Performance des Sohnes von Wim Veen – eines der besagten digitalen Kids – unterhaltsam.
 
Neben dem wissenschaftlichen Austausch während der Sessions beinhaltete das Programm eine ganze Reihe von Möglichkeiten für den informellen Austausch wie beispielsweise das Konferenzdinner bei einer Bootsfahrt auf einem Schaufelraddampfer. Die Macher der DIVERSE sind sehr bemüht um das Community Building und nahmen Newcomer freundlich in ihre Reihen auf. Im nächsten Jahr wird die DIVERSE von der Glasgow Caldedonian University organisiert. Weitere Informationen: http://elisu.gcal.ac.uk/diverse2006/
Letzte Änderung: 08.04.2015

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