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Mediengestaltung » Hypertext

Hypertext

Hypertexte bestehen aus modularen Informationseinheiten die durch Links verknüpft sind. Das Netzwerk aus Informationseinheiten und Links bildet die Datenbasis eines Hypertext-Dokuments, auch Hypertextbasis genannt. Wir erläutern in dieser Vertiefung die wichtigsten Grundbegriffe und benennen Aspekte, die bei der Überführung von Lehrmaterialien in eine hypermediale Umgebung beachtet werden sollten.

Eine mathematische Beschreibung von Hypertext liefert die Graphentheorie: Die informationellen Einheiten werden hier als Knoten interpretiert, Verbindungen zwischen den Knoten als Kanten (vgl. Unz, 2000). Im Webkontext bezeichnen "Knoten" die einzelnen Seiten eines Hypertextes bzw. einer Website. Aus ihrer Vernetzung durch Links (Kanten) entsteht eine komplexe, hypertextuelle Struktur.

Vor- und Nachteile

Hypertexte eignen sich besonders um verschiedene Perspektiven zu beleuchten. Sie sind leicht erweiterbar - auch durch die Studierenden. Die Verlinkung zu Quellen im WWW ermöglicht eine neue Form der Intertextualität (Landow, 1997). Dass Hypertexte Informationen dezentral darbieten, kann seitens des Benutzers allerdings zu Orientierungsverlusten führen.

Gestaltung

Zur Gestaltung benötigen Sie Kenntnisse in den Bereichen Navigation und Screendesign. Zudem sollten Sie wissen, unter welchen Bedingungen (Hyper-)Texte verständlich wirken. Im folgenden erläutern wir kurz und knapp Begriffe und Konzepte rund um das Thema Hypertext. Informationen zur technischen Umsetzung erhalten Sie in der Rubrik Medientechnik im Bereich HTML.

Links

Verweise (Links) sind das kennzeichnende Merkmal von Hypertexten. Es gibt verschiedene Formen von Links und diverse Typisierungen unterschiedlicher Linkklassen. Eine gängige Unterscheidung differenziert interne Links (innerhalb einer Website) und externe Links, die auf beliebige Quellen im WWW verweisen. Diese Unterscheidung kann sich auch in der Gestaltung widerspiegeln: Sie können festlegen, dass sich externe Links in einem neuen Browserfenster öffnen, um deutlich zu machen, dass die Benutzer das von Ihnen inhaltlich verantwortete Angebot verlassen haben. Es gibt auch Möglichkeiten, Links nach didaktischen Kriterien zu typisieren. In LIDWIG, einem Hypertext zum Thema "Lesen", sind die Links nach dem Schwierigkeitsgrad des Verweiszieles rot, gelb oder grün gefärbt. Eine Übersicht zu verschiedenen Linktypen mit Beispielen ist in der Vertiefung Hyperlinks zusammengestellt.

Hypermedia

Statt von Hypertext wird häufig auch von Hypermedia gesprochen: Dabei handelt es sich um eine Wortneuschöpfung aus "Multimedia" und "Hypertext". Multimedia bezeichnet die gleichzeitige Verwendung mehrerer Medien. Hypermedia bedeutet dagegen, dass mehrere Medien in einer Weise organisiert sind, wie es von Hypertext her bekannt ist.

Granularität

Die Größe einzelner Hypertextknoten, auch als Korngröße oder Granularität bezeichnet, ist ein sensibler Bereich bei der Gestaltung von Hypertexten: Sind die Knoten sehr klein, kann dies zu einer "Atomisierung" bzw. Dekontextualisierung der Informationen führen. Im Falle sehr umfangreicher Knoten, kann der Eindruck entstehen, dass es sich nicht um eine hypertextuelle Umgebung handelt. Die Granularität ist außerdem abhängig vom Thema des Hypertextes sowie dem Kontext des jeweiligen Knoten. Narrative Texte, Reportagen oder Kommentare dürfen größer geschnitten sein als lexikalische Einheiten, z.B. FAQ-Listen oder Glossareinträge (Schulmeister, 1997).

Modularisierung

Durch die Aufteilung von informationellen Einheiten in miteinander vernetzte Module ergeben sich in Hypertexten neue Strukturierungsmöglichkeiten. Die modularisierte Form der Aufbereitung ermöglicht eine selektive Lektüre. Sie erlaubt einen flexiblen Zugang zu großen Informationsmengen. Benutzer können auf eigenen Pfaden durch das Informationsnetz ‚wandern (Gerdes, 1997). Diese Eigenschaft von Hypertexten hat Implikationen für die Gestaltung: Da der Leser entscheidet, welche Richtung er in dem von Ihnen angelegten Informationsnetz einschlägt, muss jeder einzelne Knoten in sich stimmig sein und Sinn ergeben. Welche Gestaltungrestriktionen dabei zu beachten sind, erfahren Sie in der Vertiefung Textverständnis.

Erweiterbarkeit

Aarseth (1997) differenziert zwischen explorativen und konstruktiven Hypertexten. Während explorative Hypertexte lediglich rezipiert werden können, erlauben konstruktive Hypertexte den Benutzern, den Hypertext zu ändern, Strukturen zu reorganisieren und Inhalte hinzuzufügen.

Weitere Informationen

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Struktur eines Hypertextes aufzubauen, zum Beispiel hierarchisch, netzwerkartig oder linear. In der Praxis treten die unterschiedlichen Ausprägungen von Hypertextstrukturen selten in "Reinform" auf, häufig findet man eine Kombination mehrerer Organisationsformen. Eine Zusammenstellung der unterschiedlichen Optionen finden Sie in der Vertiefung Hypertextstrukturen.
  •  Durch das Setzen von Hyperlinks wird der Text zum Hypertext. Sie sind das konstitutive Merkmal dieser Gattung. Der Link fungiert als Bindeglied zwischen den einzelnen Informationsmodulen (Knoten) eines Hypertextes. Die Vertiefung Hyperlinks gibt einen umfassenden Überblick zu verschiedenen Linktypen, Linkzielen, und Labels.
  • Ein typischer Anwendungsfall für hypertextuell strukturierte Materialien ist Ihre Veranstaltungshomepage.
  • In einer Checkliste sind die wichtigsten Gestaltungsempfehlungen zusammengefasst.

Letzte Änderung: 02.12.2011


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