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Mediengestaltung » Visualisierung

Visualisierung und Multimedia

In Multimedia-Umgebungen lassen sich Text und Bild, statisch und animiert, beliebig kombinieren. Doch mediale Reichhaltigkeit bedeutet nicht automatisch Informationsreichtum. Bilder sprechen nicht für sich selbst, sie müssen erläutert und im Text verankert werden. Die Form der Visualisierung sollte ihrer Funktion innerhalb der Lernumgebung, d.h. ihrer Beziehung zum Text, angepasst sein.

Insbesondere im Bereich der virtuellen Lehre hält sich hartnäckig die Behauptung, eine multimediale Darstellung erhöhe generell die Behaltensleistung. Dabei legen sich Autoren zum Teil sogar auf quantitative Aussagen fest. So würde man beim Lesen nur 10% der Information auf Dauer merken, beim Hören 20%, vom Gesehenen würden schon 30% im Gedächtnis bleiben, von Gesehenem und Gehörtem sogar 50% (Karikierend bei Weidenmann, 1995 ; ernst gemeint z. B. in DER SPIEGEL, 1994).



Tatsächlich ist Multimedia jedoch kein Garant für "besseres" Lernen. Bimodale Repräsentationen (Text + Bild) führen nicht zwangsläufig zu einer besseren Behaltensleistung. "Die Behaltensleistung kann von Anwendung zu Anwendung in Abhängigkeit von konkreten Aufgaben und individuellen Wahrnehmungsfaktoren variieren." (Issing & Klimsa, 1995).

Vorteile
Ergebnisse der Imagery Forschung zeigen, dass Bilder mit geringer gedanklicher Anstrengung aufgenommen und verarbeitet werden. Sie werden zudem leicht erinnert und haben einen starken emotionalen Einfluss. Insbesondere Text-Bildkombinationen können die Behaltensleistung erhöhen: Allan Paivio (1979) führte die Unterscheidung zweier getrennter Speichersysteme für verbale Inhalte („Logogens“) und Vorstellungsbilder („imagens“) ein. Viele Inhalte sind in beiden Gedächtnisbereichen vorhanden und miteinander verknüpft, was die Behaltensleistung erhöht („Prinzip der Doppelcodierung“). 

Nachteile

Abstrakte Begriffe und Zusammenhänge sind nur schwer über visuelle Analogien oder Symbole darstellbar. Logische Verknüpfungen zwischen Aussagen (trotzdem, obwohl, wenn...dann) sowie negierte Aussagen sind schwer visualisierbar. Bilder bleiben auch bei didaktischer Reduktion mehrdeutig und transportieren oft ungewollte Botschaften.

Weitere Informationen

  • Sie sollten sich überlegen, welche Rolle Visualisierungen in Ihrer Lehrsituation spielen können und sich über die geeignete Gestaltung klar werden. In den Vertiefungen finden Sie weiterführende Informationen zu Formen und Funktionen von Visualisierungen, dem Einsatz von Text-Bild Kombinationen sowie zu einzelnen Visualisierungsarten.
  • Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden bietet mit ihrer "Deutschen Fotothek" einen interessanten Service zur Recherche in digitalisiertem Bild- und Kartenmaterial.

Letzte Änderung: 11.07.2007


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