Wirkung und Wirksamkeit digitaler Hochschullehre - Vorstellung aktueller Forschungsprojekte

Die wissenschaftliche Forschung kennt zahlreiche Faktoren, die für einen erfolgreichen Lernprozess mit digitalen Medien sorgen können. Allerdings ist es herausfordernd, die Fülle der Erkenntnisse für den beruflichen Alltag der beteiligten Akteure an den Hochschulen nutzbar zu machen. In der Auftaktveranstaltung des Themenspecials ging es daher um zwei Forschungsprojekte, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die bereits vorhandenen Erkenntnisse zu Wirkfaktoren beim Lernen mit digitalen Medien zu komprimieren und sichtbar zu machen.
Bild zur Online-Veranstaltung
Gabriele Irle (Leibniz-Institut für Wissensmedien), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Johannes Moskaliuk (Leibniz-Institut für Wissensmedien)

Im Online-Event ging Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) auf das BMBF-Projekt „ActiveLeaRn - Gelingensbedingungen aktivierender Lehr-Lernsettings mit digitalen Medien an Hochschulen" ein, welches mit einer systematischen Literaturübersicht Gelingensbedingungen identifiziert und die erhaltenen Einsichten durch Interviews und Fokusgruppen zu Praxiserfahrungen in unterschiedlichen Fächern validiert. Prof. Dr. Johannes Moskaliuk und Gabriele Irle (beide Leibniz-Institut für Wissensmedien) präsentierten das BMBF-Projekt „LearnMap" („Digital Learning Map 2020 – Erfolgsfaktoren und Vernetzungsstrategien für digitale Hochschulbildung"), das ebenfalls vorliegende empirische Ergebnisse auswertet, sie in einem Rahmenmodell zu Wirkfaktoren komprimiert und schließlich in einer Projektdatenbank und in einem Benchmarking-Tool integriert.

Die in den beiden Forschungsprojekten generierten Ergebnisse sollen insbesondere Lehrenden, Mitarbeitenden in Servicestellen sowie strategischen Entscheiderinnen und Entscheidern einen empirisch fundierten Überblick über Wirkfaktoren ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse können in der praktischen Arbeit als Unterstützung dienen, etwa bei der Bewertung neuer Ideen für Lehr-Lern-Szenarien, im Beratungskontext oder bei der Identifikation von Kooperationsmöglichkeiten.

Prof. Dr. Michael Kerres

Prof. Dr. Michael Kerres ist Inhaber des Lehrstuhls für Mediendidaktik und Wissensmanagement und Leiter des Learning Labs der Universität Duisburg-Essen. Nach Studium und Promotion in Psychologie an der Ruhr-Universität in Bochum erhielt er 1989 seinen ersten Ruf auf eine Professur für Mediendidaktik und Medienpsychologie der Hochschule Furtwangen. Dort baute er gemeinsam mit Kollegen den - erstmals in Deutschland angebotenen - Studiengang Medieninformatik auf. 1994 begründete er die Teleakademie, deren Kursprogramm das Internet konsequent für offene, wissenschaftliche Weiterbildung nutzte. Nach Habilitation an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg 1998 wechselte er an die Ruhr-Universität Bochum auf eine Professur für Pädagogische Psychologie. 2001 folgte die Arbeitsgruppe dem Ruf der Universität Duisburg-Essen, um das Learning Lab mit den Online-Studienprogrammen "Educational Media" und "Educational Leadership" aufzubauen.

Materialien zur Veranstaltung

Hier finden Sie im Anschluss an das Online-Event alle bereitgestellten Materialien, wie die Aufzeichnung der Veranstaltung oder die Folien der Referentinnen und Referenten.

Aufzeichnung

Kommentare (1)

Adrian Wilke

25.10.2017 16:34

Adrian Wilke sagt:

Hier Links zu den beiden Studien, die Prof. Kerres im Beitrag am 23.10.2017 erwähnt hat:

What Forty Years of Research Says About the Impact of Technology on Learning: A Second-Order Meta-Analysis and Validation Study
Rana M. TamimRobert M. Bernard, Eugene Borokhovski, Philip C. Abrami, Richard F. Schmid
Review of Educational Research, Vol 81, Issue 1, pp. 4 - 28
First Published March 1, 2011
https://doi.org/10.3102/0034654310393361

Effectiveness of Computer-based College Teaching: A Meta-analysis of Findings
James A. Kulik, Chen-Lin C. Kulik, Peter A. Cohen
Review of Educational Research, Vol 50, Issue 4, pp. 525 - 544
First Published December 1, 1980
https://doi.org/10.3102/00346543050004525