Neues Buch „E-Learning und Didaktik“

04.07.2007:

Der neue Verlag VWH Verlag Werner Hülsbusch (http://www.vwh-verlag.de) hat ein Programm mit zahlreichen Neuerscheinungen vorgelegt; einige zum Thema E-Learning haben wir bereits besprochen. Aktuell wurde dort Marten Hornbostels Diplomarbeit „E-Learning und Didaktik“ verlegt. An wen kann sich eine solche Schrift wenden? Die Personen in der Fachcommunity besitzen in der Regel ein breites und spezialisiertes Wissen über den Themenbereich; für diese wäre eher der Forschungsaspekt interessant, der im Untertitel angedeutet wird „Didaktische Innovationen in Online-Seminaren“ die mit Hilfe eines in der Arbeit entwickelten Analysewerkzeugs herausgearbeitet und die gewonnenen Erkenntnisse für die Konzeption zukünftiger Online-Seminare genutzt werden sollten. Oder werden die Einsteiger adressiert, die eine Einführung in die Didaktik des E-Learning suchen? Dann sollte eine Einführung in die Begrifflichkeiten, Konzeptionen und theoretische Hintergründe geboten werden. Da weder im Klappentext, im Vorwort oder auf der Website des Verlags die Adressatenfrage geklärt wird, handelt es sich wohl eher um die Veröffentlichung eines speziellen wissenschaftlichen Ansatzes und seiner Ergebnisse.

Der erste Teil der Arbeit mit Begriffsdefinition und Vorstellung wichtiger didaktischer Konzepte und Modelle ist denn auch tatsächlich wenig geeignet als Einführung in den Themenbereich, dazu ist er zu knapp gehalten und mit dem Bezug auf Klafkis bildungstheoretische Didaktik und die lehrtheoretische Didaktik von Heimann, Otto und Schulz insofern einseitig, als sie aktuelle Sichten des Instruktionsdesign weitgehend ausklammert. Bleibt also der Ertrag der Analyse zweier exemplarischer Online-Seminare auf der Suche nach didaktischen Innovationen. Der Autor wendet die von ihm entwickelten 5 Analysekategorien auf zwei Online-Seminar an, die vor inzwischen 10 bzw. 8 Jahren (!) durchgeführt und in Publikationen dokumentiert wurden. Der Autor ist so einsichtig, selber zuzugeben, dass seine Ergebnisse „nur bedingt eine Verallgemeinerung“ zulassen. Etwas härter formuliert: Die Lektüre der Originalpublikationen dürfte lohnender sein und auch deren kritische Würdigung vor den inzwischen erfolgten technischen Veränderungen und erweiterten methodischen Möglichkeiten den interessierten E-Teachern nicht schwerfallen. Die Lektüre des hier besprochenen Bändchens kann dazu nicht empfohlen werden.

Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Kurzmeldung

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