Report: Learning Institutions in a Digital Age

07.07.2009: Unter den zehn Prinzipien, die für die Zukunft des Lernens als wichtig angesehen werden, nennen Davidson & Goldberg in ihrem aktuellen, innerhalb eines kollaborativen Projekts entstandenen Report, u.a. die „Learning Institutions as Mobilizing Networks“. Wir haben den Bericht gelesen und für Sie zusammen gefasst.

Cathy N. Davidson und David Theo Goldberg (Juni 2009):
„The Future of Learning Institutions in a Digital Age“. MIT Press.


Im Juni 2009 haben Cathy N. Davidson und David Theo Goldberg im Rahmeneines von der MacArthur Stiftung finanzierten Projekts den Report „TheFuture of Learning Institutions in a Digital Age“ (The MIT Press,Cambridge u.a.) herausgegeben. Er ist das Ergebnis eines kollaborativen(Schreib-)Projekts, das sich mit neuen Lernformen und -Institutionen imZeitalter digitaler Medien auseinandersetzt. Im Rahmen des Projektswurden die Potenziale „virtueller Institutionen“ gleich selbstausgetestet. Der Bericht entstand deshalb mit Hilfe kollaborativerWerkzeuge innerhalb eines geografisch verteilten Teams – sozusagen alsFallstudie. Dokumentiert wurde er auf einer frei zugänglichen Webseite,wo jeder Abschnitt eines Beitrags von jedem registrierten Mitgliedkommentiert werden konnte. Ebenso wurden drei öffentliche Foren zumThema eingerichtet.

Das Internet, so stellt der Bericht fest, bietet heutzutage vielfältige Möglichkeiten des insbesondere kollaborativen Lernens bzw. des Lernens in (grenzüberschreitenden, weltweiten) Communities. Doch noch haben sich die Strukturen der traditionellen Bildungseinrichtungen nicht an die neuen Möglichkeiten digitalen Lernens angepasst: „(O)ur institutions of learning have changed far more slowely than the modes of inventive, collaborative, participatory learning offered by the Internet and an array of contemporary mobile technologies“ (S. 9). Dabei wird innerhalb der Publikation betont, dass auch in virtuellen, netzbasierten Lehr-/Lernszenarios die Unterstützung durch traditionelle Präsenzeinrichtungen weiterhin wichtig bleibt.
Potenziale werden vor allem in der virtuellen Vernetzung von Einrichtungen gesehen. Die AutorInnen sehen es als wichtig an „to look at the ways that digitality works to cross the boundaries within and across traditional learning institutions“ und fragen „How do collaborative interdisciplinary, multi-institutional learning spaces help to transform traditional learning institutions and, specifically universities?“. „Participatory Learning“ wird hier in einer umfassenden Dimension diskutiert, die die Strukturen innerhalb und unterhalb der Hochschulen in Frage stellt. Der Bericht liest sich erfrischend, wenn auch auf Bezüge auf wissenschaftliche Literatur fast vollkommen verzichtet wird. Allerdings stellt das interdisziplinäre virtuelle Projekt ein gutes Beispiel für kreatives kollaboratives Arbeiten dar.

Der Bericht steht im Internet zum Download zur Verfügung:

http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2 & tid=11841

Gepostet von: mschmidt
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