Adaptivität und Adaptierbarkeit im Hochschulkontext – Einführung in den Themenbereich

Wie können Lernangebote in der Hochschulbildung an unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse von Studierenden angepasst werden – und wann ist eine solche Anpassung tatsächlich lernförderlich? Zum Auftakt des Themenspecials „Lernen unterstützen durch Adaptivität und Adaptierbarkeit“ geben Dr. Olga Chernikova (LMU München) und Prof. Dr. Garvin Brod (IWM) Einblicke in den aktuellen Stand der Bildungsforschung zu Adaptivität, Adaptierbarkeit, personalisierter Lernunterstützung, Lernpfaden und Selbstregulation.

02.11.2026, 14:00 - 15:00 Uhr

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Dr. Olga Chernikova (LMU München) und Prof. Dr. Garvin Brod (IWM)

Hochschulen sind große Bildungseinrichtungen, die sich an eine zunehmend heterogene Studierendenschaft richten und zugleich individuelle Bildungsprozesse fördern sollen. Der Einsatz adaptiver Lernsysteme, die sich den Bedürfnissen der Lernenden anpassen, verspricht eine technologische Lösung für diese Anforderung. Doch unterstützen solche Anpassungen immer den Lernprozess? Im Online-Event gehen Dr. Olga Chernikova (LMU München) und Prof. Dr. Garvin Brod (IWM) aus psychologisch-pädagogischer Perspektive der Frage nach, welche Formen der Anpassung sich bewährt haben, wie viel Steuerung Lernende selbst übernehmen sollten und was sich daraus für die Gestaltung von Hochschullehre ableiten lässt.

So stellt Olga Chernikova u. a. die Ergebnisse einer Meta-Analyse vor, in der über 200 empirische Studien zu unterschiedlichen Formen von Adaptivität und Adaptierbarkeit im Hochschulkontext ausgewertet und verschiedene Bedingungen identifiziert wurden, unter denen Personalisierung die Entwicklung komplexer Kompetenzen im Hochschulbereich fördert.

Garvin Brod plädiert für eine Kombination von adaptiven Lernaktivitäten und selbstreguliertem Lernen, um eine maximale Wirksamkeit zu erzielen. Eine solche Verbindung steigert nicht nur die unmittelbaren Lernergebnisse, sondern auch den langfristigen Lernerfolg und wird zudem durch die jüngsten Fortschritte in der künstlichen Intelligenz erleichtert.

Beitragende

Garvin Brod leitet seit 2026 die Arbeitsgruppe Entwicklung und Adaptives Lernen am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen und ist Professor für Psychologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. In seiner Forschung beschäftigt er sich Mehr anzeigen mit Lernen und Selbstregulation im Kontext der digitalen Mediennutzung im Kindesalter. Dabei betreibt er einerseits Grundlagenforschung, um Lern- und Entwicklungsprozesse besser zu verstehen. Gleichzeitig wendet er dieses Wissen an, um Kindern das Lernen zu erleichtern. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er digitale Technologien, die sich an die individuellen Bedürfnisse von Kindern anpassen.

Chernikova ist Postdoc am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied des Munich Center of the Learning Sciences. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit simulationsbasiertem Mehr anzeigen Lernen in der Hochschulbildung und insbesondere mit der Frage, wie digitale Lernumgebungen durch adaptive und personalisierte instruktionale Unterstützung lernwirksam gestaltet werden können. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich diagnostischer Kompetenzen, digitaler Medien und KI in der Hochschulbildung sowie in der Synthese empirischer Evidenz mittels Meta-Analysen.

Weitere Informationen

Die Teilnahme an der kostenfreien Veranstaltung ist ohne Anmeldung möglich.
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