News aus den Hochschulen

11.10.2012: *** Geschichte und Vision der "Khan Academy" als Buch veröffentlicht ** Open Education in den USA: durch viele Initiativen gefördert ** App der Uni Bochum erhält eLearning Award ** Hacker weltweit in Uni-Server eingedrungen ***
Geschichte und Vision der "Khan Academy" als Buch veröffentlicht

Quelle:
http://khanacademy.desk.com/
customer/portal/articles/730026
Mit Millionen von Nutzern hat sich die nicht-kommerzielle "Khan Academy" als erfolgreichste Bildungsplattform etabliert. Gründer Salman Khan ist inzwischen weltweit bekannt und hat seine Geschichte und Vision nun zu Papier gebracht: Unter dem Titel "The One World Schoolhouse" hat er seine Vorstellung von einer innovativen und zeitgemäßen Bildung – ganz altmodisch – als Buch veröffentlicht. Darin überdenkt er bestehende Bildungskonzepte und entwirft ein alternatives Szenario, in dem Unterricht interaktiv stattfindet und die individuellen Bedürfnisse des Lernenden berücksichtigt werden. Seinen Erfahrungen zufolge wird dadurch die Lernmotivation erheblich gesteigert: "Can watching video lessons or using interactive software make people smart? No. But I would argue that it can do something even better: create a context in which people can give free rein to their curiosity and natural love of learning, so that they realize they’re already smart." Eine amerikanische Zeitschrift hat Auszüge aus dem Buch und drei kurze Video-Interviews mit Salman Khan online gestellt. Die deutsche Ausgabe wird im Februar 2013 erscheinen unter dem Titel "Die Khan-Academy: Die Revolution für die Schule von morgen".
Quelle: Slate Daily Magazine, 02.10.2012

Open Education in den USA: durch viele Initiativen gefördert
In den USA erlebt Open Education, also Wissensvermittlung mittels frei zugänglicher digitaler Lehr-/ Lernmaterialien, einen Boom. Leonhard Dobusch, Juniorprofessor an der Freien Universität Berlin, geht diesem Phänomen in einem Blogbeitrag nach. So kennzeichne sich die Bewegung in den USA vor allem durch das dezentrale Zusammenwirken einer Vielzahl von Akteuren und Initiativen. Zum einen spenden finanzstarke private Stiftungen wie die Bill and Melinda Gates Foundation Millionen, z.B. für die Erstellung von Lernunterlagen. Zweitens gewinnt das Thema auf politischer Ebene an Bedeutung. Der Bundesstaat Washington besitzt ein Bibliotheksportal, auf dem die staatlichen Colleges offene Kursunterlagen gemeinsam zum Download anbieten, und das US-Bildungsministerium veranstaltet auf nationaler Ebene einen Videowettbewerb zum Thema "Why Open Education Matters?". Als dritte Gruppe wirken NGOs wie die Creative commons mit, die im Bildungsbereich die besonders offenen Versionen ihrer Lizenzen empfehlen. Allerdings, so Dobusch, fehle in den USA ein zentrales Open-Education-Portal. Außerdem würden die unterschiedlichen Initiativen zum Teil untereinander inkompatible Lizenzen für ihre Inhalte wählen. Verglichen mit den zahlreichen Initiativen und lizenzierten Lernunterlagen befinde sich Deutschland allerdings noch in der "Open Education-Steinzeit". Der Hauptgrund hierfür liege vor allem im Fehlen großer Stiftungen, die Anschubfinanzierung leisten und so die öffentliche Hand antreiben.
Quelle: werkstatt bpb.de – Digitale Bildung in der Praxis, 21.09.2012

App der Uni Bochum erhält eLearning Award

Quelle:
www.ruhr-uni-bochum.de/
mobile/presse.php
Die App "RUB mobile" der Ruhr-Universität Bochum ist zum wiederholten Mal ausgezeichnet worden. In der Kategorie "Bildungsmanagement" erhält sie den eLearning Award 2013, der von dem deutschen eLearning Journal ausgeschrieben wird. Die Stabsstelle eLearning der Universität Bochum hat die App in Zusammenarbeit mit der Firma Blackboard entwickelt. Sie bietet neben einem mobilen Zugriff auf die Lernplattformen Blackboard und Moodle, auf den Bibliothekskatalog und auf Vorlesungsaufzeichnungen auch Features wie den Mensaplan und einen Feedback-Bereich. Das Projektteam arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung der App: innerhalb eines Jahres wird bereits an der dritten Version gearbeitet.
Quelle: Jahrbuch eLearning  & Wissensmanagement 2013 (PDF)

Hacker weltweit in Uni-Server eingedrungen
Der Hackergruppe "Team GhostShell" ist es augenscheinlich gelungen, in die Server von über 50 Hochschulen einzudringen. Dabei haben die Hacker unter anderem E-Mail-Adressen, Nutzer-IDs, Passwörter und private Anschriften kopiert und über pastebin.com veröffentlicht. Betroffen sind offenbar unter anderem Harvard und Stanford, Hochschulen aus Moskau, Tokio und Rom sowie in Deutschland die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Göttingen und die TU Berlin. Gegenüber heise online bestätigten drei der deutschen Universitäten die Angriffe und gaben an, Gegenmaßnahmen eingeleitet zu haben. Nach eigenen Angaben will die Hackergruppe mit der als "Project Westwind" betitelten Aktion auf Missstände im Bildungssystem aufmerksam machen. Neben überhöhten Studiengebühren in den USA betreffe dies etwa die überstürzten Hochschulreformen in Europa. Vor einigen Monaten hatten die Hacker mit dem Angriff auf ein Jobportal für IT-Fachleute auf sich aufmerksam gemacht; damals mit der Begründung, sie haben gegen den Finanzkapitalismus protestieren wollen.
Quelle: heise online, 04.10.2012; Spiegel Online, 05.10.2012

Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Kurzmeldung

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