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e-teaching.org » Didaktisches Design » Konzeption » Barrierefreiheit

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit im Internet bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen ein Internetangebot möglichst einfach und selbstständig benutzen können. Dies ist realisierbar durch die Einhaltung von Markup Standards und bestimmten Richtlinien sowie durch die Evaluation von Webseiten mit entsprechenden Prüfwerkzeugen und Verfahren.
Gründe

Nationale und internationale Gesetze und Richtlinien sollen sicherstellen, dass Menschen mit Handicaps gleiche Zugangsmöglichkeiten haben. Zu dieser Gruppe gehören Blinde, Sehbehinderte, Gehörlose und Schwerhörige, motorisch- sowie kognitiv behinderte Menschen. Darüber hinaus profitieren auch ältere oder unerfahrene Internetnutzer sowie Menschen mit älterer Computerausstattung von einer barrierefreien Gestaltung.

Die barrierefreie Gestaltung von Webseiten bietet Vorteile für nahezu alle Nutzer des Internet – auch für die Anbieter von Online-Inhalten. Die Einhaltung von Markup -Standards ermöglicht die Bereitstellung von Inhalten für verschiedene Ausgabegeräte, schafft durch eine einfache Pflege Kostenvorteile und ist eine Voraussetzung für eine dem Stand der Technik entsprechende Programmierung.

Umsetzung

In Deutschland gelten die Regeln der „Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung“ (BITV). Sie orientiert sich an den internationalen Standards der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des W3C.

Neben der technischen Umsetzung barrierefreier Webseiten ist an den Hochschulen auch eine barrierefreie Didaktik notwendig. Dazu gehören beispielsweise Fachtutoriate, in denen Lehrende gemeinsam mit Studierenden Anpassungen von Lehrangeboten an spezielle Bedürfnisse von Studierenden mit Handicaps erarbeiten. Wie eine barrierefreie Didaktik ausgestaltet sein kann und worauf Sie insbesondere bei der Gestaltung von E-Learning Angeboten achten müssen, erfahren Sie im Langtext von Peter Zentel (PDF).

Technik

Das World Wide Web Consortium (W3C) bietet zahlreiche Werkzeuge, um die Einhaltung von Standards prüfen. So lässt sich online testen, ob die Trennung von Inhalt und Form berücksichtigt wurde und HTML oder XHTML korrekt verwendet wurden. Zur Überprüfung rufen Sie den CSS-Validator bzw. den  Markup Validator auf und tragen Sie in das entsprechende Formular die URL Ihres Angebots ein. Sie erhalten einen Bericht zur Standardkonformität.

Auf der Seite content quality kann die Zugänglichkeit von Seiten für Menschen mit Einschränkungen anhand der WAI Standards getestet werden (WAI-Validierung).

Browserkompatibilität

Auch Plattformkonfigurationen wie Betriebssystem und Browser können Barrieren darstellen und die Zugänglichkeit Ihrer Inhalte erschweren.

Per JavaScript können Sie prüfen, wie die eigenen Seiten in unterschiedlichen Bildschirmauflösungen aussehen. Dazu geben Sie in das URL-Feld des Browsers den entsprechenden Befehl ein, z. B. javascript:window.resizeTo (1024,768).

Generell ist es empfehlenswert, unterschiedliche Browser zu installieren, um die Anzeige der Webinhalte zu überprüfen. Auf der englischsprachigen Seite BrowserCam werden verschiedene Browser und Plattformen simuliert.

Weitere Informationen entnehmen Sie der Vertiefung Plattformunabhängigkeit

Beispiele

  • Ansätze einer barrierefreien Didaktik werden im Projekt ELBA der Notebook University Karlsruhe entwickelt.
  • Der Blinden- und Sehbehindertenverband Ost-Baden-Württemberg bietet Informationen zur Barrierefreiheit, die von Betroffenen selbst stammen.
  • Das Projekt Elvis des Instituts für Angewandte Informatik der TU Dresden ist ein Literaturverzeichnis und Informationssystem, das die Benutzbarkeit von Dokumenten für blinde und sehbehinderte Menschen verbessern soll.
  • Die Universität Wien stellt wichtige Informationen rund ums Studium und zur Organisation der Universität als Videos in der Österreichischen Gebärdensprache bereit. 
  • "WEB for ALL" ist ein Projekt des Vereins zur beruflichen Integration und Qualifizierung e.V., das sich durch Überprüfung von Internetseiten, Beratung, Information und Schulung für Barrierefreiheit im Internet einsetzt.
Preise

Der wohl bedeutendste Preis zum Thema Barrierefreiheit ist der jährlich verliehene BIENE-Award der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen. BIENE steht für „Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten“. Prämiert werden vorbildliche Webseiten, die die Kriterien der Barrierefreiheit erfüllen. Der Preis wird jährlich in fünf Kategorien, darunter Bildung, Wissenschaft und Forschung, verliehen.

Weitere Informationen

Zahlreiche Initiativen innerhalb und außerhalb von Hochschulen bieten im Internet Dienste zum Thema Barrierefreiheit an. Darunter sind Hinweise zum Test von Webseiten, Schulungsangebote, Hinweise zur Evaluation und Linklisten.


Letzte Änderung: 18.06.2008


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