Türchen 2: Improvisation und neue Erfahrungen

02.12.2020: In diesem besonderen Jahr wurde viel improvisiert und Neues erprobt. Als die Hochschulen im Frühjahr 2020 plötzlich ein digitales Semester gestalten mussten, wurden Krisenstäbe eingerichtet und kurzfristig weitreichende Grundsatzentscheidungen getroffen. Hochschulleitungen, Lehrende, Studierende und Mitarbeitende in den Supporteinrichtungen mussten enorme Herausforderungen bewältigen. Aber sie teilten auch überraschende Erfahrungen und gemeinschaftliche Erfolge gelungener Improvisation.

Zur Ad-hoc-Umstellung auf Online-Lehre erreichte uns bereits im April 2020 ein erster Erfahrungsbericht − und zwar von der privaten Fachhochschule International School of Management. Im Herbst ging es schließlich um ausführliche Reflexionen und Evaluationen spezifischer Lehr-Lernsettings des ersten digitalen Semesters.

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Prof. Dr. Anselm Knebusch, Prof. Dr. Ulrike Pado und Brigitte Heintz-Cuscianna

Prof. Dr. Anselm Knebusch, Prof. Dr. Ulrike Pado und Brigitte Heintz-Cuscianna von der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT) befassen sich in ihrem Bericht mit „Online-Übungsphasen in den MINT-Vorlesungen an der HFT Stuttgart“. Sie stellen eine Befragung von Bachelorstudierenden zu Grundlagenvorlesungen in den Fächern Mathematik und Informatik im Sommersemester 2020 vor. Präsentiert werden unter anderem die Selbsteinschätzungen zum Lernerfolg und von den Studierenden genannte lernunterstützenden Aspekte und lernerschwerenden Aspekte der ins Online-Format übertragenen Übungen. Durchaus auffällig erschien dabei der Befund, dass im Freitextfeld der Befragung „nur wenige der genannten Aspekte einen expliziten Bezug zur Form der Übungsangebote, also dem Online-Format, aufwiesen“.

Erfahrungsbericht_Hamburg_2020
Nadia Blüthmann, Manuel Bolz, Gert Henry Hagemann, Angelina Bürth

Um große Herausforderungen und persönliche Erfolgserlebnisse geht es in dem Erfahrungsbericht über „Digitale Tutorien im SoSe 2020“ von Studierenden der Universität Hamburg. Im Interview-Format schildern die Tutorinnen und Tutoren Manuel Bolz, Angelina Bürth und Gert Henry Hagemann sowie die für die Begleitung der Tutorinnen und Tutoren zuständige wissenschaftliche Mitarbeiterin Nadia Blüthmann, wie sie die Situation des „Emergency Remote Teaching“ im Sommersemester 2020 wahrgenommen und konkret gestaltet haben. Hier wird erklärt, wie kurzfristig digitale Konzepte für Tutorien in den Fächern Medien- und Kommunikationswissenschaft und Empirische Kulturwissenschaft entwickelt wurden. In der Bewertung des Erlebten zeigt sich, dass die Improvisation in der Ausnahmesituation nicht nur als Herausforderung, sondern durchaus auch als Befreiung vom Perfektionismus empfunden wurde. Und schließlich befassen sich die Tutorinnen und Tutoren mit der großen Frage, was die neuen Erfahrungen mit der digitalen Lehre wohl für die Zeit nach der Corona-Krise bedeuten könnten.

Und wie haben Sie improvisiert?

Wie haben Sie das „Emergency Remote Teaching“ erlebt? Welche Lehren haben Sie aus dem improvisierten Sommersemester 2020 gezogen? Welche Chancen könnten sich langfristig aus diesen kollektiven Erfahrungen ergeben? Welchen Risiken gilt es zu begegnen? Wir freuen uns auf Ihre kontroversen und inspirierenden Kommentare!

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des e-teaching.org-Adventskalenders 2020 „Rückblick auf ein besonderes Jahr".

Gepostet von: njohn
Kategorie: In eigener Sache

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