Der Einsatz von Präsentationsaufzeichnungen zur integrativen Förderung von Schlüsselkompetenzen

Dieser Erfahrungsbericht von Oliver Glindemann dokumentiert ein Praktikumsprojekt der Hochschule Darmstadt, in dem Theorie und Praxis aus der Politikwissenschaft verknüpft werden. Vortragsaufzeichnungen spielen hierbei eine tragende Rolle.

Hochschulabsolventen beklagen oft, dass sie das Studium nur unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet. Unternehmen kritisieren häufig, dass die Lehre an deutschen Hochschulen zu einseitig ausgelegt ist und dass Absolventen durch das Studium nur allzu wenig über die Arbeitsabläufe und Sachzwänge im Arbeitsalltag wissen. Vertreter aus Industrie und Wirtschaft fordern immer wieder kürzere Studienzeiten und eine bessere Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, verlangen mehr Auslands- und Praxiserfahrung und überfachliche Kompetenzen.

Mit den im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführten Bachelor- und Masterstudiengängen sollte zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulabsolventen beigetragen werden. Die neuen Studienordnungen sollen stärker an den Qualifikationen ausgerichtet sein, die für das spätere Berufsfeld und zukünftige Tätigkeiten notwendig sind. In der Theorie ist der moderne Studierende also bereits bestens vorbereitet und verfügt über eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung. Dennoch mangelt es den Absolventen oft an der erforderlichen Praxiskompetenz. Besonders Geistes- und Sozialwissenschaftler haben mit dem Vorwurf zu kämpfen, zu wenig von wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Zusammenhängen zu verstehen. Gleichzeitig werden allerdings ihre ausgeprägten Analysefähigkeiten oft genug unterschätzt.

Dies war für Oliver Glindemann, Hochschule Darmstadt, der Ausgangspunkt für die Konzeption eines Praktikumsprojekts, mit dem die erforderliche Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen werden soll. Neben der Vermittlung von politikwissenschaftlichen Kerninhalten steht die Förderung von überfachlichen Schlüsselkompetenzen im Vordergrund. Den Studierenden wird die Möglichkeit geboten, mit Hilfe von (Unternehmens-)Fallstudien praxisnah zu lernen und sich darüber hinaus im Dialog mit Vertretern der Wirtschaft über die Ergebnisse auszutauschen, die sie im Rahmen eines Semesters erarbeitet haben. Dabei übernehmen Vortragsaufzeichnungen eine tragende Rolle.