Curriculumwerkstatt – den Prozess der Curriculumentwicklung moderieren

11.11.2026: Curricula haben eine besondere Bedeutung für das Profil einer Hochschule – doch es ist mit Herausforderungen und Aufwand verbunden, neue Studiengänge zu entwickeln oder bestehende Curricula zu überarbeiten. Im Interview mit e-teaching.org geben Dr. Jonas Lilienthal und Prof. Dr. Ines Sonnenschein Einblicke in die Arbeit der „Curriculumwerkstatt“ der FH Münster, die solche Prozesse seit fast 10 Jahren sehr erfolgreich moderiert und begleitet.

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Prof. Dr. Ines Sonnenschein und Dr. Jonas Lilienthal (beide FH Münster)

Curricula und der Gestaltung von Curricula kommt eine besondere Bedeutung für das Profil und das Selbstverständnis einer Hochschule zu. Sie sind keine bloße Auflistung fachlicher Inhalte, sondern Instrumente, mit denen Hochschulen und Fachbereiche auf die vielfältigen Anforderungen aus beruflicher Praxis, Bildungspolitik und Gesellschaft reagieren können. Aber neue Studiengänge an den Fachbereichen oder auch fachübergreifend zu entwickeln oder auch bestehende Curricula zu überarbeiten ist mit Aufwand und Herausforderungen verbunden. Oft bedeuten diese Prozesse für die beteiligten Arbeitsgruppen und Fachbereiche viele und große Arbeitspaketen und viel Kommunikationsaufwand. Dabei werden Absichten und Ziele aller Beteiligten nicht immer transparent kommuniziert. Gleichzeitig ist der Curriculumsentwicklungsprozess gerade deshalb die Chance, notwendige Veränderungsprozesse und anstehende Richtungsentscheidungen am Fachbereich und der Hochschule anzugehen und mitzugestalten. Den notwendigen Abstimmungs- und Aushandlungsprozessen sollte entsprechend Raum gegeben werden.

Um diese Prozesse professionell zu begleiten, hat das Hochschuldidaktik-Team am Wandelwerk – Zentrum für Qualitätsentwicklung der FH Münster unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Thilo Harth das Konzept der Curriculumwerkstatt weiterentwickelt. Dieses Format zur externen Begleitung und Moderation von Curriculumsüberarbeitungs- und Neugestaltungsprozessen wird seit mittlerweile fast 10 Jahren sehr erfolgreich am Wandelwerk eingesetzt.

In diesem Interview berichten Dr. Jonas Lilienthal und Prof. Dr. Ines Sonnenschein über ihre Erfahrungen als Moderator*innen dieses Formats. Sie geben Einblicke in Moderationsprozesse und gehen u.a. auf die Notwendigkeit ein, agil vorzugehen, um Prozesse flexibel und effektiv gestalten zu können. Außerdem sprechen sie über den Balanceakt, den es teilweise erfordert, um die Partizipation aller Stakeholder zu gewährleisten und gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit des Entwicklungsteams zu gewährleisten.

Beitragende

Dr. rer. pol. Jonas Lilienthal ist seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wandelwerk, Zentrum für Qualitätsentwicklung der Fachhochschule Münster. Dort arbeitet er an den Themen Digitale Transformation und Curriculumentwicklung, konzipiert und begleitet Mehr anzeigen das E-Teaching-Fellowship der FH Münster und berät Lehrinnnovationsprojekte. Davor hat er nach einem Studium der Wirtschaftspädagogik und Mathematik seine Promotion an der Universität zu Köln zum Forschenden Lernen in wirtschafts- und sozialwissenschaflichen Bachelorstudiengängen absolviert.

Prof. Dr. Ines Sonnenschein ist Hochschuldidaktikerin am Wandelwerk – Zentrum für Qualitätsentwicklung und Professorin für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften am Münster Centrum für Interdisziplinarität der FH Münster. Mit einem fachlichen Hintergrund Mehr anzeigen in der naturwissenschaftlichen Bildung liegt ihr Arbeitsschwerpunkt auf der didaktischen Leitung des Orientierungsstudiums an der FH Münster, der Unterstützung von Studienanfänger*innen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften beim Übergang in das Studium, der Weiterqualifizierung neu berufener Professor*innen sowie der Begleitung von Curriculums- und Hochschulentwicklungsprozessen.

Weitere Informationen

Dieser Erfahrungsbericht ist Teil des Themenspecials Curriculumentwicklung: Konzepte, Tools & Trends.