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Die Vorlesung ist eine typische Form der Hochschullehre. Sie dient in der Regel
- der Inhaltsvermittlung (Grundlagen- und Faktenwissen)
- an definierte Adressaten (Studierende eines bestimmten Semesters und einer bestimmten Fachrichtung)
- an große Teilnehmerzahlen (insbesondere bei sog. Grundvorlesungen)
- in überschaubarer Zeit (ein Semester, wöchentliche Taktung, 1-2-stündig)
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Der Dozent - als Experte in seinem Gegenstandsbereich - stellt den Studierenden den "state of the art" vor, also Grundstrukturen des Wissens und Könnens, um eine Grundlage für das weitere Lernen zu vermitteln bzw. was als Wissenskanon von den Absolventen erwartet wird.
Weitere Ziele:
- Motivation für das Fach wecken
- Ausgangsbasis für eigenständiges Lernen
- Zusammenhängender Blick auf ein ganzes Themengebiet
Eine traditionelle Vorlesung findet in der Regel in einem der beiden folgenden Szenarien statt:
- (wöchentlicher) Vortrag + Nachfragemöglichkeiten der Studierenden bzw. Diskussion
- Häufig in den Naturwissenschaften: (wöchentlicher) Vortrag + begleitende Übung/Tutorium (in kleineren Gruppen)
Eine Vorlesung verlangt von den Dozierenden immer Sicherstellung bzw. Vorbereitung
- der Inhaltsvermittlung
- Kommunikation mit den Studierenden
- Organisation (ggfs. Abstimmung mit begleitenden Übungen, Tutorien)
Die Vorlesung ist eine – übrigens schon seit der Gründung der Universitäten im Mittelalter – bewährte Veranstaltungsform, die viele Vorteile hat. Es können jedoch auch eine Reihe von Problemen auf ganz unterschiedlichen Ebenen auftreten, für die der Einsatz digitaler Medien Lösungsmöglichkeiten bietet. Dabei sind diese Lösungen natürlich keine in sich geschlossenen Systeme; vielmehr können unterschiedliche Elemente miteinander kombiniert werden oder auch im Laufe von Veranstaltungen sukzessive ergänzt werden (vgl. Sengstag).
Vor Semesterbeginn
Bei heterogenen Zielgruppen, z.B. aus verschiedenen Semestern oder Fachbereichen, kann der Wissenstand unterschiedlich sein. Digitale Medien können eingesetzt werden, um
Während der Präsenz-Vorlesung
Ein ausschließlich mündlicher Vortrag ist teilweise schwer zu verstehen; auch lässt bei längerem Zuhören die Konzentration und Aktivität der Studierenden nach.
- Vortragsbegleitend können zur Visualisierung
digitale Folien
eingesetzt werden
- Für Inhalte, die sukzessive entwickelt werden (mathematische Gleichungen usw.), kann ein
interaktives Whiteboard
genutzt werden
- Durch den Einsatz eines
Voting-Systems
können die Teilnehmenden aktiviert und in die Veranstaltung einbezogen werden
Nachbereitung einer Vorlesung
In der Vorlesung können Wissenslücken oder Verständnisprobleme auftreten.
- Skripte, digitale Folien oder weitere Lernmaterialien können, in einem virtuellen Lern-raumsystem oder auf einer Veranstaltunghomepage, ohne großen Aufwand zur Verfügung gestellt werden.
Umfassendere Informationen ermöglichen Aufzeichnungen von Vorlesungen, die oft „on the fly“, d.h. während der Präsenzveranstaltung, erstellt werden können, z.B. als
Transformation der Veranstaltungsform
Inzwischen ersetzen einige Lehrende die klassische Vorlesung durch andere Szenarien. Beispielsweise nutzen sie (digitale) Medien, um die Inhalte so aufzubereiten, dass die Studierenden sie sich eigenständig aneignen können. Die Präsenz-Veranstaltung wird dann nicht mehr zur Präsentation von Inhalten genutzt, sondern zur Klärung von Fragen und zur Diskussion. Zur Aufbereitung der Inhalte können u.a. folgende Formate genutzt werden:
Kommunikation
In Vorlesungen ist die Gelegenheit zur Diskussion oft sehr reduziert. Zur Unterstützung können – je nach Intention – verschiedene asynchrone Kommunikationstools eingesetzt werden:
Sprechstunden sind für Lehrende und Studierende häufig eine Belastung. Viele Fragen können für alle Studierenden einer Veranstaltung gemeinsam geklärt werden, z.B.:
- durch Informationen über Prüfungsanforderungen usw. im virtuellen Lernraum oder auf der Veranstaltungshomepage
- in
Diskussionsforen
durch einen synchronen
Chat, z.B. vor Prüfungen
Prüfungen
Zu vielen Vorlesungen gehört auch die abschließende Prüfung des erworbenen Wissens und die Bewertung der Studierenden. Damit können unterschiedliche Probleme bei der (didaktisch sinnvollen) Gestaltung, Organisation und Durchführung verbunden sein.
- Die Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Medien bei Prüfungen sind sehr umfangreich und werden in einem
eigenen Bereich
ausführlich dargestellt.