Newsletter 59 | Oktober 2026
„Lernen unterstützen durch Adaptivität und Adaptierbarkeit“, so lautet der Titel des neuen Themenspecials auf e‑teaching.org, das soeben online gegangen ist. Mit der schnellen Entwicklung von KI-Systemen in den vergangenen Jahren wird nicht zuletzt die Hoffnung verbunden, Lernangebote gezielt auf die Bedürfnisse der Lernenden hin anpassen zu können. Doch inwiefern unterscheidet sich die Mustererkennung, auf denen KI-Systeme beruhen, von „klassischen adaptiven Systemen“, die in der Regel auf einem theoretisch fundierten Kompetenzmodell basieren? Welche Konzepte führen tatsächlich zu besseren Lernprozessen – und wie steht es mit der konkreten Umsetzung? Mit diesen und vielen weiteren Aspekten befassen wir uns in diesem Themenspecial u. a. mit neuen Grundlagentexten und Erfahrungsberichten.
Zum Auftakt des Specials möchte ich Sie herzlich zur einführenden Online-Veranstaltung am Montag, 2. November, um 14 Uhr einladen. Darin geben Dr. Olga Chernikova (LMU München) und Prof. Dr. Garvin Brod (IWM) Einblicke in den aktuellen Stand der Bildungsforschung zu Adaptivität, Adaptierbarkeit, personalisierter Lernunterstützung, Lernpfaden und Selbstregulation. Sie gehen aus psychologisch-pädagogischer Perspektive der Frage nach, welche Formen der Anpassung sich bewährt haben, wie viel Steuerung Lernende selbst übernehmen sollten und was sich daraus für die Gestaltung von Hochschullehre ableiten lässt.
Nachhaltig beschäftigt hat mich in diesem Sommer die Begegnung mit Dr. Stella Kanyesigye aus Uganda, die einige Wochen zu Gast bei uns am Leibniz-Institut für Wissensmedien war – denn sie hat mir vor Augen geführt, vor welchen für uns kaum vorstellbaren Herausforderungen Hochschulen und Wissenschaftler*innen in anderen Ländern stehen. Den „Blick über den Tellerrand“ möchten wir in diesem Newsletter (und in einem Erfahrungsbericht auf e-teaching.org) mit Ihnen teilen.
Darüber hinaus gibt der Newsletter einen Überblick über neue Portalinhalte, sowohl auf e-teaching.org – etwa zum Themenspecial – als auch im Umfeld von e-teaching.org: Beispielsweise sind auf unserem Partnerportal schule-mal-digital.de spannende neue Inhalte online gegangen, etwa fünf Teile einer vom IWM gestalteten „Masterclass KI: Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer“ sowie der „Resonanzraum“, der die Entwicklung des Projekts „Adaptives Intelligentes System“ (AIS) begleitet, einer KI-gestützten Lehr- und Lernumgebung für den schulischen Kontext.
Wir wünschen Ihnen viele Anregungen bei der Lektüre des Newsletters und freuen uns auf Ihre Teilnahme an den Online-Events!
Anne Thillosen
1. Thema im Fokus: Adaptivität und Adaptierbarkeit
Wie viel Anpassung an einzelne Lernende ist in der Hochschullehre technisch möglich – und wie viel ist didaktisch sinnvoll? Was unterscheidet Systeme, die sich selbst an Lernende anpassen (Adaptivität), von solchen, die Lernende selbst einstellen können (Adaptierbarkeit)? Und wo verläuft die Grenze zwischen hilfreicher Unterstützung und Bevormundung? Diesen und weiteren Fragen gehen wir im Wintersemester 2026/27 im Themenspecial „Lernen unterstützen durch Adaptivität und Adaptierbarkeit“ auf e-teaching.org nach.
Intelligente tutorielle Systeme, individualisierte Lernpfade und Learning Analytics werden bereits seit Jahren erforscht und erprobt. Durch generative Künstliche Intelligenz hat die Diskussion aber eine neue Dynamik bekommen: Chatbots und KI-gestützte Assistenzsysteme können heute mit vergleichsweise geringem Aufwand auf einzelne Lernende eingehen. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach Datenschutz, nach der Aussagekraft der zugrunde liegenden Modelle und danach, ob dauerhafte Unterstützung den eigenständigen Kompetenzerwerb möglicherweise eher behindert als fördert.
Im Themenspecial beleuchten wir das Thema aus pädagogisch-psychologischer, technischer und hochschuldidaktischer Perspektive. Neben der Online-Eventreihe erscheinen im Portal Grundlagentexte, Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele; außerdem stellen Forschende ihre laufenden Projekte in diesem Themenfeld vor.
1.1 Online-Events zum Themenspecial „Lernen unterstützen durch Adaptivität und Adaptierbarkeit“
Die begleitende Online-Eventreihe startet am 2. November um 14 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, es ist keine Anmeldung notwendig und die Teilnahme ist wie immer kostenlos.
Montag, 2. November 2026, 14-15 Uhr
Adaptivität und Adaptierbarkeit im Hochschulkontext – Einführung in den Themenbereich
Wie können Lernangebote in der Hochschulbildung an unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse von Studierenden angepasst werden – und wann ist eine solche Anpassung tatsächlich lernförderlich? Zum Auftakt des Themenspecials „Lernen unterstützen durch Adaptivität und Adaptierbarkeit“ geben Dr. Olga Chernikova (LMU München) und Prof. Dr. Garvin Brod (IWM) Einblicke in den aktuellen Stand der Bildungsforschung zu Adaptivität, Adaptierbarkeit, personalisierter Lernunterstützung, Lernpfaden und Selbstregulation.

Montag, 16. November 2026, 14-15 Uhr
Individuell und adaptiv fördern mit intelligenten Tutorsystemen – vom Englischunterricht bis zum Programmier-Tutorium
Wie kann digitale Lernsoftware Lernende individuell unterstützen, passgenaues Feedback geben und gleichzeitig Lehrkräfte entlasten? Intelligente Tutorielle Systeme (ITS) und adaptive Lernplattformen bieten vielversprechende Ansätze, um der Heterogenität von Lernenden sowohl in der Schule als auch in der Hochschullehre gezielt zu begegnen. Im Online-Event stellen Dr. Kordula De Kuthy und Prof. Dr. Detmar Meurers (beide IWM) zwei erprobte Systeme aus ihrer Forschung und Praxis vor. Im Anschluss präsentieren Dr. Tjark Müller (IWM) und Dr. Frank Papenmeier (Univ. Tübingen) den von ihnen entwickelten, soeben mit dem Lehrpreis der Universität Tübingen ausgezeichneten „R-Tutor“, ein System, das Studierende dabei unterstützt, sich selbständig Programmier-Grundlagen zu erarbeiten.

Montag, 30. November 2026, 14-15 Uhr
Werkstattgespräch: Adaptive und adaptierbare KI-Lehre in der Hochschulpraxis
Künstliche Intelligenz entwickelt sich schneller, als klassische Kursformate nachziehen können. Wie lassen sich Lernangebote zu KI also so gestalten, dass sie mit dieser Dynamik Schritt halten und zugleich unterschiedlichsten Lernzielen und Zielgruppen gerecht werden? In einem Werkstattgespräch diskutieren Prof. Dr. Malte Persike (RWTH Aachen University) und Florian Rampelt (Stifterverband / KI-Campus) am Beispiel des BMFTR-geförderten Projekts „KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken“, welche Lösungsmöglichkeiten Adaptierbarkeit und Adaptivität bieten können.

Montag, 14. Dezember 2026, 14-15 Uhr
Differenzierte Lernwege und flexible Curricula – beispielhafte Projekte
Adaptive Systeme können Lernende und Lehrende auf vielfältige Weise unterstützen – etwa durch personalisiertes Feedback, individuelle Lernpfade oder eine adaptive Gestaltung von Curricula. Im Online-Event werden drei beispielhafte Projekte vorgestellt, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: Prof. Dr. Tina Seufert (Univ. Ulm) gibt Einblicke in 2LIKE, in dem u. a. KI-gestützte Lernpfade erprobt wurden; Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier (HS Bielefeld) stellt FlexKom vor, ein Mehrebenenkonzept für flexible Curricula und Dr. Steffen Schneider (KI-macht-Schule) berichtet über den aktuellen Stand des Schulprojekts AIS, in dem eine deutschlandweite KI-gestützte Lehr-Lernumgebung entwickelt wird.

Montag, 18. Januar 2027, 14-15 Uhr
Adaptive Medien im Studium: Lernunterstützung oder Kompetenzverlust?
Bereits seit den 1990er Jahren werden adaptive Systeme entwickelt, die das Lernen und Lehren (nicht nur) im Hochschulkontext unterstützen sollen. Durchgesetzt haben sie sich allerdings bisher noch nicht. In der abschließenden Podiumsdiskussion geht es deshalb vor allem darum, welche Hürden es zu überwinden gilt, welche Erwartungen realistisch sind – und was eventuell auch gegen den Einsatz adaptiver Systeme spricht. Als Studierende, Lehrende und Forschende bringen die Gäste des Podiums unterschiedliche Hintergründe und Perspektiven in die Diskussion ein. Auch die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Für die Teilnahme an unseren Online-Events können Sie sich wie bisher ein e‑teaching.org Open Badge als Teilnahmebestätigung ausstellen lassen.
1.2 Neue Portalinhalte zum Themenspecial
Zum Beginn des Themenspecials ist ein neuer Grundlagentext von Dr. Benjamin Voermann (Hochschule Bochum) zu Adaptivität und Adaptierbarkeit online gegangen; außerdem gibt es einen Erfahrungsbericht von Jun.-Prof. Dr. Benjamin Paaßen (Univ. Bielefeld), ein neues Praxisbeispiel auf der Digital Learning Map und einige „Meinungen zum Thema“, die wir auf der Learning AID 2026 in Bochum eingefangen haben. Weitere Texte, Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele werden im Laufe des Themenspecials veröffentlicht.
Grundlagentext: Adaptivität und Adaptierbarkeit
Als große Bildungseinrichtungen richten sich Hochschulen an eine zunehmend heterogene Studierendenschaft und müssen gleichzeitig individuelle Bildungsprozesse fördern. Adaptive Lernsysteme, die sich den Bedürfnissen der Lernenden anpassen, personalisierte Lernpfade und intelligente tutorielle Systeme versprechen, diese Spannung technologisch aufzulösen. Dr. Benjamin Voermann (Hochschule Bochum) gibt in diesem Grundlagentext einen Überblick über die historische und theoretische Einordnung des Themas und stellt verschiedene Ansätze sowie praktische Hinweise zum Einsatz von Adaptivität und Adaptierbarkeit in der Hochschullehre vor.
Interview: Tutoring-Systeme mit oder trotz LLMs?
Lernprozesse adaptiv zu unterstützen, kann für Studierende eine große Hilfe sein. Doch die Entwicklung entsprechender Systeme ist aufwändig und im Hochschulkontext noch nicht sehr weit fortgeschritten. Jun.-Prof. Dr. Benjamin Paaßen (Universität Bielefeld) forscht genau in diesem Themenfeld. Im Interview mit e-teaching.org beschreibt er, an welchen Stellen seine Forschung und Entwicklung ansetzt und wie dabei auch KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann.
Praxisbeispiel: Connected Thinking – Seminar zu persönlichen Wissensdatenbanken
Im Seminar „Connected Thinking – Grow A Personal Knowledge Base“ an der Bauhaus-Universität Weimar setzten sich Studierende bewusst mit der Frage auseinander, wie nachhaltig eigentlich ihr Lerngewinn in einem modulgeprägten Studium ist. Statt das Wissen mit der bestandenen Prüfung abzuheften, stand im Mittelpunkt der Aufbau einer persönlichen, individuell adaptierbaren Wissensdatenbank, mit der Studierende ihr eigenes Wissen langfristig strukturieren, verknüpfen und reflektieren konnten.
Meinungen zu Adaptivität und Adaptierbarkeit
Auf der Learning AID 2026 haben wir zwei kurze Video-Statements zum Thema unseres Specials aufgenommen. Damit setzen wir – nach einer längeren Unterbrechung – unsere Reihe „100 Meinungen zu E-Learning“ fort, die mit Perspektiven aus inzwischen 18 Jahren auch ein Stimmungsbild dazu nachzeichnet, was Akteurinnen und Akteure im Laufe der Zeit bewegt hat. Auch die neuen Statements zeigen unterschiedliche Sichtweisen: Als Studentin erwartet Sarah Becker (RUB), Lernmaterialien für die eigenen Lernbedürfnisse und -vorlieben adaptieren zu können; Jun.-Prof. Dr. Benjamin Paaßen hat ein adaptives Tutoring-System entwickelt, das Learning Analytics integriert, um den aktuellen Wissensstand von Studierenden zu erheben.
2. Neu im Portal – Rückblick auf das Sommersemester 2026
Statt eines Themenspecials gab es im Sommersemester 2026 eine lockere Online-Veranstaltungsreihe, in der sehr unterschiedliche Aspekte des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien aufgegriffen wurden: Dabei ging es in zwei Events um die aktivierende Gestaltung von Veranstaltungen, zum einen durch projektorientierte Lehre, die selbstgesteuerte, handlungsorientierte Lernprozesse unterstützt; zum anderen durch die Gestaltung des Lernraums, speziell durch das Konzept SCALE-UP, bei dem es darum geht, Räume und Lernaktivitäten so zu gestalten, dass sie Interaktion und Zusammenarbeit erleichtern. Im dritten Event stand die Frage im Mittelpunkt, welche Muster das Handeln von Lehrenden prägen – und warum diese Handlungslogiken häufig nur punktuell zu angestrebten Digitalisierungsprozessen im Hochschulbereich passen. Darüber hinaus wurden mehrere neue Erfahrungsberichte und das Praxisbeispiel „POWER – Physik Online Warm-Up für ERstsemester“ in der Digital Learning Map veröffentlicht.
Hier ein Überblick über die neuen Portalinhalte:
- „Lernen durch Projekte: Hochschullehre aktivierend gestalten“ mit Franziska Preiß und Prof. Dr. Thomas Glogowski (beide Hochschule Ravensburg-Weingarten)
- „Digitalisierung im Lehralltag – Handlungslogiken Lehrender verstehen“ mit Dr. Aline Bergert (TU Dresden)
- „SCALE-UP – Lehren und Lernen und der Raum hilft mit“ mit Prof. Dr. Claudia Schäfle (TH Rosenheim) und Prof. Dr. Peter Riegler (Ostfalia Hochschule).
Die Aufzeichnungen aller Events stehen auf e-teaching.org dauerhaft online zur Verfügung.
Neuer e-teaching.org-Artikel: Schreibworkshops im Hochschulkontext erfolgreich gestalten
Schreibworkshops werden in der Hochschuldidaktik sowie in angrenzenden Praxisfeldern mit vielfältigen Zielsetzungen eingesetzt – wobei im Fokus stets die (kollaborative) Texterstellung von Lehrenden, Forschenden und auch Studierenden steht. Doch welche Bedingungen tragen zu einer gelungenen und erfolgreichen Umsetzung eines Schreibworkshops bei? Mareike Kehrer (Hochschule Reutlingen | ehemalige Mitarbeiterin von e-teaching.org und assoziierte Mitarbeiterin am IWM) hat dazu die Erkenntnisse aus fünf verschiedenen Projekten in einem neuen Erfahrungsbericht auf e-teaching.org zusammengetragen.
Im Gespräch über „offen & intelligent": Die neue Blogreihe von KNOER
Welche aktuellen Entwicklungen rund um KI und Open Educational Resources (OER) beschäftigt momentan die Hochschul-Community? Die neue Blogreihe „offen & intelligent" von KNOER, dem Kooperationsnetzwerk OER-förderliche Infrastrukturen und -Dienste, befasst sich genau mit dieser Frage. In den Beiträgen werden Erfahrungen, Perspektiven und neue Erkenntnisse von Expertinnen und Experten aus dem KNOER-Netzwerk geteilt und eingeordnet. Wir haben die Blog-Verantwortlichen Constanze Reder-Knerr (VCRP) und Daniel Diekmann (ORCA.nrw) gefragt, welche Idee hinter der Reihe steckt, welche Ziele sie verfolgt und welche Fragen und Herausforderungen den KNOER-Mitgliedern derzeit besonders häufig begegnen.
Auf der Digital Learning Map stellen Lehrende aus dem deutschsprachigen Hochschulraum Lehr-Lern-Szenarien mit digitalen Medien aus verschiedenen Fachrichtungen vor. Das neueste Beispiel stammt von der TH Rosenheim: Prof. Dr. Claudia Schäfle stellt darin frei verfügbare, digitale Lehrmaterialien vor, die für Studienanfängerinnen und -anfänger, insbesondere aus dem Ingenieurbereich, genutzt werden können. Die Lehrinhalte, ein kostenloser POWER-Kurs (Physik Online Warm-Up für ERstsemester) sowie drei digitale SMART-vhb-Einheiten, wurden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der amerikanischen Physics Education Research (PER) konzipiert.
3. Neues aus dem Umfeld von e‑teaching.org
3.1 Neue Kooperationspartner
Bereits seit dem Jahr 2004 haben Hochschulen die Möglichkeit, Kooperationspartner von e‑teaching.org zu werden. Wir freuen uns, mit der HAW Hamburg nun den 109. Partner von e-teaching.org begrüßen zu dürfen!

Die HAW Hamburg gehört zu den sieben forschungsorientierten deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Das Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) ist die zentrale Einrichtung für alle Fragen und Angebote rund um das Lehren und Lernen. Dabei werden die Präsenzlehre und deren digitale Unterstützung zusammengedacht und digitale Transformationsprozesse in der Lehre aktiv mitgestaltet. Basis dafür ist die Bereitstellung und Weiterentwicklung des Lernmanagementsystems Moodle sowie die Unterstützung bei dessen didaktisch begründeter Nutzung. Darüber hinaus fördert das ZLL eine hochschulweite Entwicklung und Erprobung digital gestützter Lehr-/Lernformate und unterstützt bei der didaktischen Integration von digitalen Tools. Für eine digitale Lern- und Prüfumgebung werden u. a. die Plattformen viaMINT und E-Assessment angeboten.
Das Portrait der HAW Hamburg sowie aller weiteren Kooperationspartner von e‑teaching.org – inklusive Informationen zu deren Aktivitäten im Bereich der Lehre mit digitalen Medien – finden Sie auf unserer Partnerseite.
Möchte Ihre Hochschule oder außeruniversitäre Organisation Partner von e-teaching.org werden? Informationen dazu, welche Vorteilen eine solche Kooperation bietet, haben wir auf der Seite Partner werden zusammengestellt.
3.2 Neues aus dem Projekt AIS: Der Resonanzraum ist eröffnet
Auf dem e-teaching.org-Partnerportal schule-mal-digital.de ging im August 2026 der „Resonanzraum zur Zukunft der digitalen Bildung“ online. Der Resonanzraum begleitet die Entwicklung des „Adaptiven Intelligenten Systems“ (AIS), einer KI-gestützten Lehr- und Lernumgebung für den schulischen Kontext. Das AIS soll als tutorielles System Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer individuellen Bedarfe unterstützen und Lehrkräften die Unterrichtsvorbereitung erleichtern. Aktuell wird das im Auftrag der 16 Bundesländer entwickelte und über den DigitalPakt Schule finanzierte System bundesweit an Pilotschulen getestet.
Übrigens: Das Projekt AIS wird auf e-teaching.org am 14.12. um 14 Uhr in einem Online-Event ausführlicher vorgestellt. Dort berichtet Dr. Steffen Schneider (KI macht Schule) über die dahinterstehende Idee und den aktuellen Stand der Umsetzung.

Der Resonanzraum auf schule-mal-digital.de dient der Diskussion von Themen und Fragen, die für die Entwicklung des AIS von grundlegender Bedeutung sind und verbindet so Forschung, schulische Praxis sowie Technologieentwicklung. Herzstück des Resonanzraums ist ein Blog, in dem etwa wöchentlich kurze Beiträge aus Forschung und Schulpraxis zu einem thematischen Schwerpunkt veröffentlicht werden. Bis Ende 2026 steht das Thema „Learning Analytics“ im Fokus. Die drei letzten Beiträge zeigen exemplarisch die Spannbereite der Perspektiven, Erfahrungen und Einschätzungen:
- „Diagnose, Förderung und Mitbestimmung in der Grundschule“ (Johannes Wolz, stellv. Schulleiter einer Grundschule in Rheinland-Pfalz)
- „Self-regulation in the context of using learning analytics applications and tutoring systems“ (Prof. Dr. Matthew L. Bernacki & Prof. Dr. Jeffrey A. Greene, Univ. of North Carolina at Chapel Hill, USA)
- „Learning Analytics in der Lehrkräfteaus- und Fortbildung im Jahr 2026“ (StD Christoph Deeg, Fachberater am ZSL-BaWü; Dir. Katja Krey, u. a. Bereichsleiterin am Seminar Tübingen und OStR Rainer Lupschina, Univ. Tübingen)
Ab Januar 2027 wird es im Resonanzraum voraussichtlich um die Erstellung und den Austausch von OER-Materialien durch Lehrkräfte gehen.
3.3 Masterclass auf schule-mal-digital
Wie kann KI im Schulunterricht eingesetzt werden? Dazu vermitteln Forschende des IWM in einer Video-Fortbildungsreihe Grundlagen und praxisnahe Perspektiven. Fünf ausgewählte Folgen der „Masterclass KI: Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer“ sind seit August frei auf dem e-teaching.org-Partnerportal schule-mal-digital.de verfügbar.
Die Masterclass KI richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten. Sie vermittelt Grundlagen zu KI und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie KI in unterschiedlichen Fächern und Unterrichtsphasen sinnvoll eingesetzt werden kann. Dabei nimmt die Reihe nicht nur die Potenziale der Technologie in den Blick, sondern auch ihre Grenzen sowie Fragen zu Ethik, Datenschutz und einer veränderten Prüfungskultur. Auf schule-mal-digital.de wird ein kompakter Einblick in zentrale Themen der Reihe geboten. Die hier veröffentlichten Videos befassen sich mit den folgenden Fragestellungen:
- „Was ist die Masterclass KI?“ (Sprecherin und Sprecher: Prof. Dr. Ulrike Cress, Prof. Dr. Peter Gerjets, Prof. Dr. Detmar Meurers)
- „Warum KI ein Thema für jede Lehrkraft ist“ (Sprecherin: Prof. Dr. Ulrike Cress)
- „Unterrichtsfunktionen: Wie KI Lehrende und Lernende im Unterricht unterstützen und entlasten kann“ (Sprecher: Prof. Dr. Peter Gerjets)
- „Prüfungen: Wie KI das Prüfungssystem verändern kann und welche neuen Aufgaben- und Prüfungsszenarien die KI ermöglicht“ (Sprecherin: Prof. Dr. Ulrike Cress)
- „Ausblick: Wohin KI die Bildung übermorgen möglicherweise führen kann“ (Sprecher: Prof. Dr. Peter Gerjets)
Insgesamt umfasst die Masterclass zwölf Teile, in denen führende KI-Expertinnen und -Experten ihr Fachwissen zu zentralen Themen der Unterrichtsentwicklung vermitteln. Sie wurde mit einem Team um Prof. Dr. Ulrike Cress, Direktorin des IWM, gestaltet und im Herbst 2025 aufgezeichnet. Die Reihe wurde im Auftrag des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern / Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) und des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz produziert und wird im Rahmen der Lehrkräftefortbildung genutzt. Alle Folgen können über die Webseite des IQ M-V nach Anmeldung vollständig abgerufen werden.
3.4 Neuigkeiten aus dem EzIH-Projekt
Wo finden sich Materialien, Praxisbeispiele oder Veranstaltungen zu einer bestimmten Frage der Hochschullehre? Unser Portal e-teaching.org ist hier seit mehr als 20 Jahren eine verlässliche Anlaufstelle. Doch wie lassen sich darüber hinaus passende Angebote finden? Bislang muss man dafür häufig schon wissen, wo genau sich die Suche lohnt oder sich auf die Algorithmen großer Suchmaschinen oder KI-Anwendungen verlassen. Denn die vielen guten Angebote zur Hochschullehre verteilen sich auf zahlreiche Lehr- und OER-Portale, Repositorien und Projektwebseiten, jeweils mit eigener Struktur und eigener Suche. Gerade die Inhalte kleinerer Portale bleiben so oft unentdeckt. Der „Index/Finder Hochschullehre” soll dies ändern und Inhalte unterschiedlicher Portale wie in einem Schaufenster gebündelt sichtbar, durchsuchbar und filterbar machen. Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten ihre Inhalte nach vergleichbaren Kriterien beschreiben, also gemeinsame Metadaten nutzen.
Seit Oktober 2025 arbeiten wir deshalb gemeinsam mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre (StIL) im Projekt „Entwicklungszusammenarbeit zur Entwicklung von Standards für einen nationalen Index Hochschullehre“ (EzIH) daran, solche Standards mit der Community zu entwickeln, und binden zugleich e-teaching.org an den Prototyp an. Den Rahmen für die Abstimmung bildet vor allem die AG Didaktische Metadaten, deren Arbeit wir bereits im Newsletter vom Mai 2024 vorgestellt haben.

Ende September kamen die Mitglieder der AG und weitere Interessierte auf Einladung der StIL zum Jahrestreffen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zusammen. In Kleingruppen verständigten sie sich auf zentrale Kriterien, nach denen Inhalte im Index/Finder künftig beschrieben und gefiltert werden sollen, etwa Fach, Zielgruppe, Art des Materials oder Umfang der Lehr-Lern-Einheit. Einzelne Punkte werden in der AG weiter diskutiert. Am zweiten Tag ging es im Barcamp-Format um drei Themen: Kompetenzen und Lernziele, das neue OER-Portal für die brandenburgischen Hochschulen sowie die Frage, wie der Index/Finder nach der Prototyp-Phase in den Live-Betrieb übergehen kann.

Wenige Tage zuvor waren wir auf der TURN Conference 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar vertreten und stellten den Index/Finder als Teil des umfassenden Projekts Edufeed einer Fachöffentlichkeit vor. Unterstützt durch unser Poster kamen wir mit Lehrenden sowie Expertinnen und Experten für Bildungsinfrastrukturen ins Gespräch. Dabei ging es um die Frage, wie sich die Möglichkeiten für Lehren und Lernen verändern, wenn sich Studierende und Lehrende über die Grenzen einzelner (Campus-)Plattformen hinweg mit Gleichgesinnten austauschen und Materialien gemeinsam nutzen können.
Bis Ende 2026 soll der Prototyp des Index/Finder vorliegen, perspektivisch sollen dann der Live-Betrieb und der Anschluss weiterer Portale folgen. Wir sind gespannt auf die nächsten Schritte und freuen uns, das Projekt weiter als Partner begleiten zu können. Die AG Didaktische Metadaten steht darüber hinaus allen Interessierten offen. Wer sich einbringen möchte oder Fragen zum Index/Finder hat, findet alle Informationen, Kontaktpersonen sowie die Mailingliste im frei zugänglichen Übersichtsdokument der AG.
4. Ausblick
4.1 Veranstaltungen und Calls unter Beteiligung von e-teaching.org
e-teaching.org beim ePS: Das e-Prüfungs-Symposium findet auch 2027 wieder statt, diesmal unter dem Motto „The End of Paper? – Potenziale und Grenzen der ganzheitlichen Umstellung auf E-Prüfungen“. Das Symposium wird am 3. und 4. Juni von der RWTH Aachen University ausgerichtet, auch e-teaching.org ist als Mitveranstalter wieder mit dabei.
Der Call for Papers läuft noch bis zum 31. Januar 2027. Eingereicht werden können Beitragsformate wie Vorträge, Lightning Talks und Workshops.
Viele weitere Veranstaltungshinweise finden Sie im e-teaching.org-Veranstaltungskalender.
4.2 Blick über den Tellerrand: Lehre (mit digitalen Medien) in Uganda
Wie würden wir Hochschullehre mit digitalen Medien gestalten, wenn es weder eine ausreichende Stromversorgung noch Laptops gibt und die einzigen digitalen Geräte, auf die Studierende, aber auch Lehrende zugreifen können, Handys sind?

In der Begegnung mit Dr. Stella Kanyesigye aus Uganda, die im Sommersemester zu Gast am Leibniz-Institut für Wissensmedien war, ist dem e-teaching.org-Team wieder ganz neu bewusst geworden, wie selbstverständlich wir in Deutschland die Ausstattung unserer Hochschulen nehmen – ganz zu schweigen von der Möglichkeit, überhaupt die Schule und eine Universität besuchen zu können.
Stella ist Physikdidaktikerin; sie lehrt an zwei Hochschulen in Bushenyi und forscht unter anderem zum Einsatz digitaler Technologien in MINT-Studiengängen. Ihr Aufenthalt in Deutschland sollte vor allem dazu dienen, Anregungen für den Einsatz digitaler Medien in der Lehre zu bekommen. Inzwischen ist Stella wieder in Uganda – und wir wünschen ihr alles Gute für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg!
Aus ihrem Gespräch mit e-teaching.org haben wir den zweiteiligen Erfahrungsbericht „Ein Blick auf Bildung, Hochschullehre und Digitalisierung in Uganda“ gemacht: In Teil 1, dem Textbeitrag Vom Leben unter freiem Himmel und dem Traum von der Schule geht es um Stellas Lebensgeschichte, die uns nachhaltig beeindruckt hat. Teil 2, Hochschullehre mit digitalen Medien in Uganda, ist ein Videobeitrag, in dem Stella Einblicke in ihren Hochschulalltag gibt und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hochschullehre (mit digitalen) Medien in Uganda und Deutschland berichtet.










