Rezension Plötzner, Leuders & Wichert (2009)

Rezension zu: Rolf Plötzner, Timo Leuders & Adalbert Wichert (Hrsg.) (2009). Lernchance Computer. Strategien für das Lernen mit digitalen Medienverbünden. Münster u.a.: Waxmann.

Ausgangspunkt dieses Bandes ist die Feststellung, dass die Erfolge des Lernens mit digitalen Medien weit hinter den damit verbundenen Erwartungen zurück blieben und eine wesentliche Ursache dafür in der Überforderung der Lernenden liegt. Denn das lernförderliche Potenzial einzelner statischer und dynamischer Medien – Texten, Bildern, Animationen, Audio-Informationen, verschiedenen Kommunikationsfunktionen usw. – kann durch die Integration und Kombination in Medienverbünden neue Anforderungen an Lernende sowie Lehrende und Entwickler stellen: „Genauso wenig wie jemand schwimmen lernt, wenn man ihn ins Wasser wirft, genauso wenig stellt sich die Fähigkeit ein, zielgerichtet und selbstständig zu lernen, wenn man unvorbereitet mit digitalen Medienverbünden konfrontiert wird“ (S. 7). Zwar wurden in den vergangenen Jahren Gestaltungsprinzipien für digitale Medien entwickelt, deren Lernwirksamkeit empirisch nachgewiesen werden konnte – sie allein garantieren aber noch keinen Lernerfolg, denn der beruht immer auf den Lernaktivitäten, Lernstrategien und der Motivation der Nutzenden. Vor diesem Hintergrund verbindet dieser Band die Forschungsperspektiven Mediengestaltung und Mediennutzung. Die insgesamt 13 Beiträge können drei Themenbereichen zugeordnet werden: (1) Zu Beginn werden grundlegende Prozesse mediengestützten Lernens vorgestellt und reflektiert, z.B. das Lernen mit Texten und multiplen Repräsentationen sowie die Bedeutung von metakognitiven Aktivitäten beim Lernen. (2) Die meisten Beiträge befassen sich mit der Entwicklung von Lernstrategien für das Lernen mit Medienverbünden. Dabei werden ausgehend von einem Rahmenmodell Strategien für das Lernen mit konkreten Kombinationen (z.B. aus Texten und Bildern, Animationen, Simulationen und dynamisch-interaktiven Modellierungswerkzeugen) entwickelt. (3) Abschließend werden neuere Forschungsperspektiven aufgezeigt, Forschungslücken identifiziert und wünschenswerte Entwicklungen vorgeschlagen, so etwa die systematische Nutzung der Potenziale kooperativer Lernsettings und die Produktion von Hypermedien durch Lernende. Der Band stellt eine gelungene Kombination aus Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung dar und ist zudem größtenteils leicht lesbar. Alle Lehrenden, die multimediale Lernsettings einsetzen oder entwickeln und ihre Studierenden beim Lernen mit digitalen Medien(verbünden) unterstützen wollen, finden hier wissenschaftlich fundierte Grundlageninformationen und zahlreiche praktische Anregungen.

Letzte Änderung: 08.04.2015

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