Töne können gesprochene Sprache, Musik und Geräusche wiedergeben und eröffnen damit in Multimedia-Umgebungen ein neues Spektrum an Darstellungsformen.
Einsatzmöglichkeiten
Klassische Domänen für den Einsatz auditiver Elemente sind das Lernen von
Fremdsprachen sowie das Musikstudium. Doch auch in anderen Zusammenhängen
lässt sich das Medium Ton vielfältig einsetzen: Originaltöne - z.B.
Aufzeichnungen historischer Reden - können in Lehrsituationen sehr sinnvoll
eingebunden werden und helfen eine authentische Vorstellung der
geschichtlichen Zusammenhänge zu vermitteln. Mit einer rein textuellen
Unterstützung durch Printmaterial und den Vortrag des Lehrenden ist dies
sicherlich vergleichsweise schwieriger. Entsprechende Beispiele finden sich
in ganz verschiedenen Disziplinen.
Einiges kann man durch schriftliches Material nicht oder nur schwer
wiedergeben, z.B. Demonstrationen von Sprechstörungen. Tonaufnahmen eignen
sich auch um Studierende in Aussprache und Verwendung von Fachausdrücken
einzuführen. Nicht jeder Studierende weiß sofort, wie eine Formel gelesen
oder ein wissenschaftlicher Fachterminus ausgesprochen wird.
Vorteile
Im Lehr-Lern-Kontext haben auditive Elementen didaktische Vorteile
gegenüber anderen Medien (Jaspers, 1994): Audiomaterialien können eindringlich affektive Elemente
vermitteln - eine leidenschaftliche Diskussion oder eine persönliche
Schilderung. Durch den Klang der Stimme wird die Vermittlung unmittelbarer.
Tonaufnahmen sind zu empfehlen, wenn es um die Festigung von Einstellungen
geht. Das gesprochene Wort wirkt anders als das geschriebene, es offenbart
mehr von der Persönlichkeit der Sprechenden. Untersuchungen haben gezeigt,
dass gesprochene Sprache stärker als gedruckte Sprache die
Vorstellungsfähigkeit der Adressaten anregt und zur aktiven Verarbeitung
durch Schlussfolgerungen führt (Rickheit & Strohner, 1983).
Nachteile
Didaktisch unmotiviert eingesetzte Tondokumente lenken den Lernenden eher
von der eigentlichen Information ab. Zudem ist die Erstellung von
hochwertigen Audiomaterialien - auch mit geeigneter Software zeit- und
kostenintensiv. Sie sollten also überlegen, ob sich diese Form der
Wissenaufbereitung für Ihre Lehrsituation eignet. Wenn Sie Audiodokumente in
Online-Umgebungen einsetzen wollen, können lange Download-Zeiten zu
Problemen führen.
Beispiele
Wir haben für Sie einige im Netz frei zugängliche Beispiele für den
Einsatz von Audiomaterial zusammengetragen
Weitere Information
Ein geeigneter Ansprechpartner für die Produktion von Audiodokumenten ist
in den meisten Fällen das Medienzentrum Ihrer Hochschule. Dort sind
professionelle Aufnahme- und Vervielfältigungsgeräte vorhanden und auch die
nötige gestalterische und technische Expertise. Wenn Sie selbst
gestalterisch tätig werden wollen, informieren Sie sich auf den folgenden
Seiten zur
Gestaltung von Tondokumenten. Die wichtigsten
Punkte sind in der
Checkliste Ton
zusammengestellt.
Technische Informationen zur Erstellung und zum Einsatz digitalen
Audiomaterials finden Sie in der Rubrik
Medientechnik.