Aktivierende Lehre mit Peer Review und Videofeedback im wissenschaftlichen Seminar der Wirtschaftsinformatik

Zwischenabgaben einer Seminararbeit werden durch digital gestütztes Peer Review von den Studierenden selbst evaluiert. Der Dozent gibt zusätzlich videogestütztes Feedback.

Eckdaten

Kann Lösungsansätze für folgende Problemstellungen der Lehre bieten:

  • Hohe Komplexität der Lerninhalte
  • Geringe Lernmotivation
  • Geringe Selbstregulationsfähigkeit der Studierenden
  • Geringe Kompetenzorientierung in Prüfungs- und Bewertungsformen

Eignet sich für folgende Virtualisierungsgrade:

  • Integration

Nutzt folgende Medieneigenschaften zur Unterstützung des Lernprozesses:

Interaktivität: 5 (trifft vollkommen zu)
Adaptivität: 1 (trifft überhaupt nicht zu)
Synchronizität: 2 (trifft eher nicht zu)
Selbststeuerung: 5 (trifft vollkommen zu)

Im Masterstudiengang muss ein wissenschaftliches Seminar absolviert werden. Zum Semesterbeginn erfolgt eine seminaristische Einführungsvorlesung zum wissenschaftlichen Arbeiten mit Übungsaufgaben. Im Rahmen des Seminars ist daraufhin eine Seminararbeit und ein Poster samt Vortrag anzufertigen. Für die Seminararbeit gibt es Zwischenabgaben. Nach ca. 4 Wochen muss eine erste Gliederung eingereicht werden, nach weiteren 4 Wochen eine erste pre-finale Textprobe mit ca. 700 Wörter Umfang. Beide Abgaben werden im Rahmen jeweils eines Peer Reviews mit dem „Workshop“ Modul von Moodle durch die Studierenden wechselseitig reviewed. Dazu werden Evaluationskriterien/Leitfragen zur Verfügung gestellt. Jeder Studierende muss zwei andere Abgaben evaluieren. Zusätzlich wird für jede Abgabe ein Videofeedback seitens des Dozierenden erstellt, das dieser den Studierenden jeweils individuell zur Verfügung stellt. Durch dieses Vorgehen sollen die Studierenden zum zeitigen Arbeitsbeginn bewogen und die Arbeitslast gleichmäßig verteilt werden. Darüber hinaus soll die Selbstreflektion gefördert werden, indem man sich mit anderen Arbeiten auseinander setzen muss, aber auch das Feedback zur eigenen Arbeit und Feedback des Professors erhält. Der Kurs wurde in dieser Form bereits zum dritten Mal durchgeführt und die Qualität der Ausarbeitung hat sich aus Sicht des Dozierenden subjektiv wesentlich verbessert. Die Evaluationsergebnisse zum Lehr-/Lernsetup seitens der Studierenden sind sehr positiv.

Medieneigenschaften zur Unterstützung des Lernprozesses

Interaktivität: 5 (trifft vollkommen zu)

Peer Review durch "Workshop"-Modul in LMS "Moodle".

Synchronizität: 2 (trifft eher nicht zu)

Selbststeuerung: 5 (trifft vollkommen zu)

Das Peer Review gibt Leitfragen/-ideen vor. Das konkrete Feedback an den/die jeweilige zu bewertende Arbeit ist zu 100% selbstgesteuert.

Lösungsansätze für Problemstellungen der Lehre

Für die folgenden Problemstellungen kann das Praxisbeispiel Lösungsansätze bieten:

  • Hohe Komplexität der Lerninhalte:
    Durch die Einteilung in kleinere Zwischenabgabe + Feedback, bessere Komplexitätsbeherrschung seitens der Studierenden.
  • Geringe Lernmotivation:
    Peer Reviews sind verpflichtend und benotet.
  • Geringe Selbstregulationsfähigkeit der Studierenden:
    Durch Feedback wird Selbstreflektion gestärkt.
  • Geringe Kompetenzorientierung in Prüfungs- und Bewertungsformen:
    Förderung der Selbstreflektion durch die abzugebenden und erhaltenen Peer Reviews.

Virtualisierungsgrad

Der Virtualisierungsgrad beschreibt das Verhältnis von analogen und digitalen Elementen in einem Lehr-/Lernszenario. Das Praxisbeispiel unterstützt die folgenden Virtualisierungsgrade:

  • Integration

Ressourcen

Soft- und Hardware

  • Moodle, Camtasia, Mikrophon, Windows Tablet mit Digitizer

Kontakt

Sie möchten mehr über das Praxisbeispiel erfahren? Hier können Sie Kontakt zu den Autorinnen und Autoren aufnehmen:

Prof. Dr. Markus Westner
Galgenbergstraße 32
D - 93049 Regensburg
Mail: markus.westner[at]othr.de
Home: https://www.othr.de/markus.westner