Fördern der Reflexion und Medienproduktionskompetenz durch den fakultätsweiten Einsatz eines ePortfolios

Curriculare Verankerung eines studiengangs- und semesterübergreifenden ePortfolios zur Stärkung der Selbstreflexion und Dokumentation des eigenen Lernprozesses und Kompetenzerwerbs.

Eckdaten

Kann Lösungsansätze für folgende Problemstellungen der Lehre bieten:

  • Passivität der Studierenden
  • Geringe Selbstregulationsfähigkeit der Studierenden
  • Geringe Kompetenzorientierung in Prüfungs- und Bewertungsformen

Eignet sich für folgende Virtualisierungsgrade:

  • Anreicherung
  • Integration

Nutzt folgende Medieneigenschaften zur Unterstützung des Lernprozesses:

Interaktivität: 4 (trifft eher zu)
Adaptivität: 1 (trifft überhaupt nicht zu)
Synchronizität: 1 (trifft überhaupt nicht zu)
Selbststeuerung: 5 (trifft vollkommen zu)

An der Fakultät Information und Kommunikation der Hochschule der Medien Stuttgart werden drei Schlüsselkompetenzmodule (SK-Module) im Pflichtbereich der Curricula gemeinsam durch vier Studiengänge genutzt (ca. 500 Studierende pro Semester). Teil der Prüfungsleistung in den Modulen ist in den Semesterstufen 2–4 ein begleitendes ePortfolio sowie ein das Semester abschließendes Kolloquium. Mit dem Einsatz von ePortfolio und  Kolloquium wird das Ziel verfolgt, die Studierenden bei der Reflexion und Dokumentation des eigenen Lernprozesses und Kompetenzerwerbs in den SK-Modulen zu unterstützen und damit den Lernprozess zu vertiefen.

ePortfolio und Kolloquium bestehen aus mehreren Bestandteilen:

  • Reflexion der individuellen Kompetenzen und Interessen zu Semesterbeginn.
  • Semesterbegleitende Dokumentation und Reflexion des Kompetenzerwerbs und der vorhandenen Fähigkeiten durch die Auswahl und Integration von Lernartefakten.
  • Reflexion des Kompetenzerwerbs zu Semesterende und zielgerichtete Planung des weiteren Studienverlaufs. Hierzu stellen die Studierenden im Kolloquium (Kompetenzcoaching durch Lehrende und Peers) die Ergebnisse ihres ePortfolios vor.

Auf eine summative Bewertung der Module wird bewusst verzichtet. Die Erfahrungen zeigen, dass der Verzicht auf summatives Prüfen in den Modulen eine lernförderliche Fehlerkultur begünstigt und die Motivation, sich auf neue und unsichere Handlungsweisen einzulassen, erhöht. Zudem kann aus unserer Sicht die Lehrperson in einem unbenoteten Setting weitaus authentischer ihre Rolle als Lernbegleitung einnehmen.

Die technische Umsetzung des ePortfolios wird in Form von individuellen WordPress-Blogs (Hochschule gehostet) realisiert. Diese haben eine geringe technische Einstiegshürde sowie geringe Folgekosten und die Studierenden erwerben  zudem wichtige Medienproduktionskompetenzen mit einem weit verbreiteten CMS.

Medieneigenschaften zur Unterstützung des Lernprozesses

Interaktivität: 4 (trifft eher zu)

Die Studierenden sind in der Organisation des Blogs und der Darstellung ihrer Ergebnisse völlig frei. Ähnlich des Konzepts der "Domain of One's Own" sollen sich die Studierenden das Portfolio auf unterschiedlichen Ebenen zu eigen machen.

Selbststeuerung: 5 (trifft vollkommen zu)

Das persönliche ePortfolio wird von Studierenden eigenständig geführt und gestaltet (Erstellung und multimediale Aufbereitung eigener Inhalte). Dabei haben sie weitgehende Freiheit innerhalb des CMS WordPress. Die Studierenden erhalten Rahmenaufgaben zur Bearbeitung. Zudem werden sie in den Lehrveranstaltungen regelmäßig zur Reflexion Ihres Lernprozesses angeregt. Die Artefakte und das Kolloquium unterstützen die selbstgesteuerte Planung und Reflexion des eigenen Lernprozesses und Kompetenzerwerbs.

Lösungsansätze für Problemstellungen der Lehre

Für die folgenden Problemstellungen kann das Praxisbeispiel Lösungsansätze bieten:

  • Passivität der Studierenden:
    Die Studierenden werden durch die verpflichtende Auseinandersetzung mit den eigenen Lernprozessen und ihrem Kompetenzerwerb aktiviert
  • Geringe Selbstregulationsfähigkeit der Studierenden:
    Förderung der Selbstreflexion durch gezielte Aufgabenstellungen, selbstgesteuertes Dokumentieren und Reflektieren des eigenen Lernprozesses und Kompetenzerwerbs sowie dem Feedback zu den erarbeiteten Ergebnissen
  • Geringe Kompetenzorientierung in Prüfungs- und Bewertungsformen:
    Die Metakompetenz Reflexion wird neben den fachlichen Kompetenzen in den Mittelpunkt des Lehr/Lernsettings gestellt

Virtualisierungsgrad

Der Virtualisierungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen Präsenz- und virtuellen Phasen. Das Praxisbeispiel unterstützt die folgenden Virtualisierungsgrade:

  • Anreicherung
  • Integration

Ressourcen

Soft- und Hardware

  • WordPress als Multisite-Installation auf hochschuleigenem Server

Weitere Informationen zum Praxisbeispiel

Kontakt

Sie möchten mehr über das Praxisbeispiel erfahren? Hier können Sie Kontakt zu den Autorinnen und Autoren aufnehmen:

Prof. Dr. Tobias Seidl
Hochschule der Medien Stuttgart
Nobelstraße 10
D- 70569 Stuttgart
Mail: seidl[at]hdm-stuttgart.de

Valentin Buhl
Hochschule der Medien Stuttgart
Nobelstraße 10
D- 70569 Stuttgart
Mail: buhlv[at]hdm-stuttgart.de