European Commission, Joint Research Centre, 2009

Die Studie „Review of Learning 2.0 Practices“ von Christine Redecker stellt ausgehend von einer Literatursichtung (Desk-Research) die vielfältigen Anwendungen von Social Computing in Lehr-/ Lernkontexten dar. Hintergrund des Berichts ist das Projekt „Learning 2.0: Impact of web 2.0 innovations on education and training“ des EU-Forschungsinstituts für Technologieentwicklung (Joint Research Center Institute on Prospective Technological Studies). Die Studie soll bestehende Nutzungspraktiken von Web 2.0 identifizieren sowie erfolgreiche Rahmenbedingungen für den Einsatz in Bildung, Ausbildung und informellen Lernsituationen analysieren. Dabei gilt es, die Position Europas als Trendsetter oder Mitläufer zu bestimmen. Erweitertes Ziel ist daher eine Kartographie von Web 2.0 Aktivitäten im europäischen Bildungswesen, wozu eine Falldatenbank entwickelt wurde, deren über 200 Einträge eingesehen und als PDF heruntergeladen werden können. Neben einer Beschreibung des Status quo diskutiert Christine Redecker das Potentials von Social Computing für die Umsetzung innovativer Lehrszenarien und die Integration von bildungsfernen oder benachteiligten Gruppen.

Titel: Review of Learning 2.0 Practices: Study on the Impact of Web 2.0 Innovations on Education and Training in Europe

Autor(en): Christine Redecker

Ort: Seville, Spanien

Erscheinungsjahr: 2009

Christine Redecker (2009): Review of Learning 2.0 Practices: Study on the Impact of Web 2.0 Innovations on Education and Training in Europe: Seville, Spanien

URL: http://ftp.jrc.es/EURdoc/JRC49108.pdf

Nach einer einleitenden Klärung von Methodik und Zielen erarbeitet die Autorin im zweiten Kapitel einen Begründungszusammenhang für die Integration von Web 2.0, wozu sie verschiedene Eigenschaften der Lerngeneration „New Millenial Learners“ heranzieht. Kapitel drei beinhaltet einen knappen Einstieg in theoretische Rahmenkonzepte, z.B. Learning Communities und Konnektivismus. Kapitel vier gibt einen etwas länglichen Überblick zu verschiedenen Web 2.0 Anwendungen, der aber abschließend mit interessanten Überlegungen zu Risiken und Nebenwirkungen aufwartet. Kernstück der Studie ist das fünfte Kapitel. Hier werden unter dem Akronym iLANDS generische Aspekte innovativer Lehr- Lernszenarien mit Web 2.0 präsentiert: Erstens geht es um „Learning and Achieving“, also eine Unterstützung des Lernprozesses und der Selbstwirksamkeit der Lernenden, zweitens wird das „Networking“ der Lernenden und Lehrenden untereinander und miteinander gefördert, drittens kann eine Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten und Personen außerhalb der eigenen PeerGroup erfolgen („Embracing Diversity“) und viertens die Entwicklung von Lernangeboten ermöglichen, die auch außerhalb institutioneller Grenzen zugänglich sind („Opening up to Society"). Kapitel sechs stellt Innovationsbereiche vor, in denen Web 2.0 pädagogisch fruchtbar gemacht werden kann und Kapitel sieben fasst entsprechende hemmende wie förderliche Faktoren für Learning 2.0 zusammen. Abschließend wird die Frage diskutiert, ob Web 2.0 in der Lehre für mehr Integration sorgt oder vielmehr neue digitale Barrieren aufbaut.