The New Media Consortium & the EDUCAUSE Learning Initiative, 2009

Zum sechsten Mal in Folge ist Anfang 2009 der Horizon Report erschienen. Der jährliche Bericht dokumentiert die Arbeit des NMC Horizon Projekts, das von der Emerging Technology Gruppe des Hochschulverbands New Media Consortium in Kooperation mit dem Verband Educause durchgeführt wird. Das langfristige, qualitativ ausgerichtete Forschungsvorhaben zielt darauf ab, technische Trends zu identifizieren, die Auswirkungen auf die Bildungslandschaft der Zukunft haben werden. Welche Technologien verändern die Art und Weise in der wir lehren, lernen, forschen oder uns kreativ betätigen? Jede Ausgabe des Horizon Reports stellt sechs Technologien und Verwendungsformen vor, die voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren zum alltäglichen Medienmix in Bildungseinrichtungen gezählt werden können. Die vorgestellten Trends werden in drei Zeithorizonte eingeteilt, je nachdem ob eine weit verbreitete Aneignung kurzfristig im folgenden Jahr, mittelfristig in zwei bis drei Jahren oder langfristig in vier bis fünf Jahren zu erwarten ist.

Titel: The 2009 Horizon Report

Autor(en): Johnson, L., Levine, A., & Smith, R.

Ort: Austin, USA

Erscheinungsjahr: 2009

Johnson, L., Levine, A., & Smith, R. (2009): The 2009 Horizon Report: Austin, USA

URL: http://www.nmc.org/pdf/2009-Horizon-Report.pdf

Der aktuelle, 32-Seiten umfassende Bericht stellt die Technologiebereiche mobile Endgeräte, Cloud Computing, Geotagging, das „personal web“, semantische Anwendungen und intelligente Objekte in den Mittelpunkt. Jeder Trend wird in einem Kurzportrait kompakt dargestellt und durch vielfältige weiterführende Hinweise ergänzt.

Die Trends in Kürze:

  • Mobile Endgeräte spielten in den vergangenen Horizon-Berichten mit unterschiedlichen Foki wiederholt eine Rolle. Diesmal geht es um integrative mobile Systeme, die Telefon, Netzwerkzugang, Organizer, Mediaplayer und Aufnahmegerät in einem Objekt verbinden.
  • Cloud Computing ist im Zuge der Web 2.0 Idee eines Desktops im Netz populär geworden. Anwendungen und Daten befinden sich nicht länger auf dem persönlichen Rechner, sondern werden serverseitig durch Datenaustausch und Schnittstellen mehrerer Services verteilt bearbeitet.
  • Der Trend „geo everything“ beschreibt die Anreicherung von Bildern und anderen Dokumenten mit geographische Koordinaten und ist sicherlich durch die Omnipräsenz des Google-Map-Dienstes beeinflusst.
  • Das persönliche Web ist ein Trend, der eine Melange aus verschiedenen Bereichen der Nutzung von Social Software darstellt. Wichtige Zutaten für die individuelle Edition des WWW sind Tagging und Blogging.
  • Die Semantic Web Community dürfte den aktuellen Horizon Report mit wohlwollendem Interesse rezipieren. In einem Zeitfenster von fünf Jahren sollen semantische Anwendungen in den Bildungsalltag Einzug halten. Vielfältige Links zu interessanten Services laden schon jetzt zum Ausprobieren ein.
  • Intelligente Objekte können insbesondere im informellen Lernen eine Rolle spielen. Dieser Aspekt des Berichts wird für die Museumspädagogik von Interesse sein und greift bereits im Einsatz befindliche Technologien wie RFID auf.