Digitalisierung der Hochschullehre an der DHBW Mannheim – das Digital Learning Center

Teil 2: Interview mit Alexander Jaensch, Operativer Leiter des Digital Learning Center (DLC) an der DHBW Mannheim.

Seit März 2018 gibt es an der DHBW Mannheim das Digital Learning Center (DLC). Welche Aufgaben übernimmt das DLC an der DHBW Mannheim?

Alexander Jaensch: Das DLC hat es sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung der Hochschullehre vor Ort voranzutreiben. Der Lehrkörper, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie externe Dozierende erhalten die Möglichkeit in der Anwendung von digitalen Elementen beraten, unterwiesen, unterstützt und kontinuierlich betreut zu werden. Neben der didaktischen Beratung finden ebenfalls Einweisungen in verschiedene technische Tools und Apps sowie die dazugehörigen Schulungen durch das DLC statt. Zudem wird ein enger Austausch mit Expertinnen und Experten, Dozierenden, dualen Partnern, Studierenden sowie den anderen Standorten der DHBW gepflegt, um eine digital-orientierte Lernkultur zu etablieren. Des Weiteren wird das DLC Lehr- und Forschungsprojekte zur Förderung der Digitalisierung der Hochschulausbildung durchführen.

Welche Ressourcen stehen Ihnen für die Bewältigung der Aufgaben des DLC zur Verfügung?

Alexander Jaensch: Das DLC besteht aus der wissenschaftlichen Leitung, Frau Prof. Dr. Andrea Honal und Herr Prof. Dr. Heinz Jürgen Müller, sowie mir als operativer Leitung. Eine enge Kooperation vor Ort mit dem „Zentrum für empirische und experimentelle BWL (ZEEB)“ sowie dem „IT Service Center (ITS)“ erleichtern das Erfüllen der aufkommenden technischen Anforderungen. Zudem gibt es vergleichbare Instanzen wie das DLC bereits an den anderen Standorten der DHBW, die „Education Support Center (ESC)“ sowie das „Zentrum für Hochschuldidaktik und lebenslanges Lernen (ZHL)“. Basierend auf der ausgeprägten Kommunikationskultur zwischen diesen Instanzen, kann auf erweiterte Ressourcen zurückgegriffen werden, um den kontinuierlich weiterentwickelnden Aufgaben nachzukommen.

Wie ist das DLC in die Hochschule eingebunden und welche Aspekte waren der Hochschule bei der Einrichtung des DLC besonders wichtig?

Alexander Jaensch: Das DLC zählt zu den „Zentralen Einrichtungen“ der DHBW Mannheim. Im Gesamtverbund der DHBW bildet das DLC zusammen mit den ESCs eine essentielle Schnittstelle, um die Digitalisierung der Lehre am jeweils eigenen Standort voranzutreiben und um standortübergreifende Kooperationen zu generieren. Grundlegend will das DLC die bestehende Lehre weiterentwickeln und individuell, an die Lehrperson angepasst, digitalisieren, bei gleichzeitiger Nivellierung des Digitalisierungsgrades. Zusätzlich sollen Projekte zum Thema „digitale Lehre“ akquiriert werden, um eine DHBW-übergreifenden, forschungsbasierten Praxisbezug zu gewährleisten.

Wenn wir uns jetzt mal die alltägliche Arbeit im DLC anschauen – wie gestalten Sie die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Interessensgruppen an der Hochschule? Müssen Sie manchmal auch Überzeugungsarbeit zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre leisten?

Alexander Jaensch: Der persönliche Austausch mit den Professorinnen und Professoren, Dozierenden und Mitarbeitenden ist ein wiederkehrendes Element in der alltäglichen Arbeit des DLC. Der erste Austausch soll auf dieser Basis erfolgen, sodass sich eine notwendige Regelmäßigkeit entwickeln kann. Die vom DLC offerierten Dienstleistungen sollen sich nach dem aktuellen Bedarf der Adressaten richten und diese entsprechend abholen. Die hierdurch erhaltenen Informationen werden aufgenommen, recherchiert und anschließend in einem adäquaten Format aufbereitet, bspw. ein kurzweiliges Informations-Nugget im Moodle-Kursraum, eine Schulung oder der Verweis auf ein bestehendes Element eines anderen DHBW-Standortes. Der Moodle-Kursraum des DLC bietet zudem eine Übersicht über abgeschlossene sowie aktuell laufende Projekte, mit Bezug zum Thema E-Learning, der gesamten DHBW an. Zudem wird eine Übersicht über Apps, Blogs und Portale, u.a. www.e-teaching.org, angeboten, sodass individuellen Präferenzen nachgegangen werden kann.
Durch regelmäßige Vorträge seitens des DLCs innerhalb der Fakultätssitzungen sowie der kontinuierlichen Einzelgespräche, lassen sich Kritikpunkte zeitnah aufnehmen, sodass entsprechend agiert werden kann. Jegliche Teilnahme oder Inanspruchnahme von Dienstleistungen des DLCs ist freiwillig und basiert somit auf der individuellen Motivation der Adressaten. Zusätzlich wird kontinuierlich nach interessanten Ausschreibungen Ausschau gehalten bzw. werden Projektanträge verfasst sowie die standortübergreifende Kommunikation gepflegt, um neue Projekte zu initiieren, Doppelungen zu vermeiden und um ein erstes Feedback einzuholen.

Welche Ziele würden Sie mit dem DLC gerne in 2 bzw. in 5 Jahren erreicht haben?

Alexander Jaensch: Das DLC soll sich in den nächsten zwei Jahren innerhalb der DHBW Mannheim sowie der gesamten DHBW positiv etabliert haben. Die Hochschullehre am Standort soll, im Vergleich zum heutigen Stand, in einem adäquaten Maße digitalisiert worden sein und eine steigende Tendenz aufzeigen. Des Weiteren sollten relevante Forschungsvorhaben vom DLC geführt werden und es sollten regelmäßige Events etabliert worden sein.
Es ist leider schwer einzuschätzen, welche Ziele in den nächsten fünf Jahren erreicht worden sein sollten. Viel hängt von den nächsten 24 Monaten ab, inwiefern diese Instanz akzeptiert wird und die Projekte und Entwicklungen voranschreiten.

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