Digitale Lernortkooperation - Eine empirische Untersuchung zum Studium von Hebammen

Im Rahmen dualer Studiengänge wird eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis angestrebt, die als Lernortkooperation bezeichnet wird und die Qualität eines Studiengangs maßgeblich beeinflussen kann. Dabei können digitale Formate und Kommunikationswege neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit der Kooperationspartner und Partnerinnen eröffnen. In diesem Beitrag stellen die Autorinnen eine empirische Studie vor, in der sie den Zusammenhang zwischen der Anwendungshäufigkeit digitaler Formate in der Lernortkooperation und der Qualität in der Zusammenarbeit der Lernorte im Studium von Hebammen untersuchen.

Mit Einführung des Hebammengesetzes trat eine neue Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen in Kraft (HebStPV, 2020). Während Hebammen zuvor an sogenannten Hebammenschulen ausgebildet wurden, verpflichtet das neue Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (HebG) zu einem praxisintegrierten dualen Studium an einer Hochschule. Im Gegensatz zum herkömmlichen Studium zeichnen sich praxisintegrierende duale Studiengänge durch eine enge inhaltliche, organisatorische, praktische und vertragliche Verzahnung von Theorie und Praxis aus. Diese Form der Verzahnung wird als Lernortkooperation bezeichnet (Dauser, Fischer, Lorenz & Schley, 2021). Sie stellt ein essenzielles Strukturmerkmal dar (Gerstung & Deuer, 2021), dessen Ausgestaltung zukünftig für die Qualität im Studium von Hebammen bedeutsam ist.

Digitale Formate und Kommunikationswege können neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit in der Lernortkooperation eröffnen und dementsprechend sowohl zu einer stärkeren inhaltlichen als auch strukturellen Verzahnung der Kooperationspartner und Partnerinnen beitragen (Dauser et al., 2021). Ausgehend von diesem Sachverhalt geht der Artikel der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen der Anwendungshäufigkeit digitaler Formate in der Lernortkooperation und der Qualität in der Zusammenarbeit der Lernorte im Studium von Hebammen gibt. Hierzu wurde an der Evangelischen Hochschule Berlin, im Rahmen des Digitalisierungsprojektes PoDiZ – Potentiale der Digitalisierung nutzen. Zukunftsfähige EHB, gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, eine quantitative Online-Umfrage mit klinischen und außerklinischen Praxispartnern im Studium von Hebammen durchgeführt. Aus den Ergebnissen leiten die Autorinnen Denise Rietzke, Sarah Bernhardt und Prof. Melita Grieshop Empfehlungen für die Qualitätsentwicklung in der Lernortkooperation im Studium von Hebammen ab.

Sarah Bernhardt
Sarah Bernhardt ist seit Oktober 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt PoDiZ – Potenitale der Digitalisierung nutzen. Zukunftsfähige EHB. In diesem bearbeitet sie im Teilprojekt DigiHeb die Erstellung und Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lernformate sowie digitaler Prüfungsverfahren und den Bereich E-Health-Technologies im Studium von Hebammen. Sie ist außerdem Theorie-Praxis-Koordinatorin im Studiengang Heb-ammenwissenschaft B.Sc. an der Evangelischen Hochschule Berlin.
Melita Grieshop
Prof. Dr. rer. medic. Melita Grieshop ist Hebammenwissenschaftlerin, Dipl.-Pflegepädagogin und Hebamme. Seit 2014 ist sie Professorin für Hebammenwissenschaft und Studiengangsleitung für das Bachelorprogramm Hebammenwissenschaft/Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule Berlin-Zehlendorf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der mütterlichen Gesundheit, der Versorgung von belasteten Familien und der Pädagogik-Didaktik des Hebammenwesens. Seit 2019 leitet Prof. Grieshop den Anpassungslehrgang für Hebammen aus Drittstaaten (AlHeb), seit 2021 auch das Projekt Potentiale der Digitalisierung nutzen – zukunftsfähige EHB (PoDiZ).
Denise Rietzke
Denise Rietzke ist Bildungswissenschaftlerin (M. A.) und seit Oktober 2021 an der Evangelischen Hochschule Berlin wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt PoDiZ - Potentiale der Digitalisierung nutzen. Zukunftsfähige EHB. Im Teilprojekt DigiHeb bearbeitet sie die Weiterentwicklung digitaler Lehr- Lernformate sowie digitale Prüfungsverfahren. Zudem setzt sie an der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie im Studiengang Hebammenwissenschaft (B. Sc.) an.

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