Ein generisches Konzept für den unterrichtsbegleitenden E-Portfolio-Einsatz an der Hochschule

Oft werden E-Portfolios in der Hochschullehre vor allem mit dem Ziel eingesetzt, Lernprozesse zu evaluieren – doch damit bleibt ihr spezifisches didaktisches Potenzial weitgehend ungenutzt. In einem Verbundprojekt der Universität Leipzig und der Westsächsischen Hochschule Zwickau wurde nun ein umfassendes generisches Konzept erarbeitet, das den Einsatz von E-Portfolios in Hochschulkontexten erleichtern und es ermöglichen soll, deren didaktisches Potential intensiver auszuschöpfen.
Mahara

Mahara-Ansicht mit Ergebnissen aus der Recherche zum Thema „Essen”

E-Portfolios ermöglichen es Studierenden, eigene (Lern-)Leistungen darzustellen und ihren individuellen Lernfortschritt sichtbar zu machen. Damit unterstützen Portfolios zugleich die Autonomie und die Heterogenität der Lernenden. Um dieses spezifisch didaktische Potenzial (pedagogic function) – und insbesondere auch den Mehrwert elektronischer Portfolios – besser zu nutzen, wurde in einem durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Verbundprojekt ein generisches Konzept für den unterrichtsbegleitenden Einsatz von E-Portfolios an Hochschulen entwickelt.

Ziel des Beitrags ist es, das Bewusstsein für die Potenziale von E-Portfolios als Instrument eines personalisierten, kollaborativen, problembasierten, reflektierenden, nachhaltigen, flexiblen und transparenten Lernens zu erhöhen und dessen Einsatz an Hochschulen zu verbreiten. Das vorgestellte Modell wurde in einer Zusammenarbeit des Sprachenzentrum an der Universität Leipzig mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau erarbeitet und am Sprachenzentrum der Universität Leipzig in zwei Modulen pilotiert und evaluiert und wird anhand von zwei konkreten Szenarien exemplarisch vorgestellt. Außerdem werden Ergebnisse der Evaluationen und Teilnehmerbefragungen vorgestellt, aus denen konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrende abgeleitet werden.

Über die Autorinnen und Autoren

Katia Aiko Murata Arend, M.A., arbeitet seit 2010 am Sprachenzentrum der Universität Leipzig im Bereich E-Learning mit Schwerpunkt E-Port­folio und leitet Module zur interkulturellen Kommunikation und zum Fremdsprachenerwerb mit Schwerpunkt brasilianisches Portugiesisch. Weitere ihrer Tätigkeitsbereiche beinhalten Lehrmaterial- und Testentwicklung, Hochschuldidaktik, Übersetzung und Deutsch als Fremdsprache.

Nina Julich, M.A., ist als E-Tutorin an der Westsächsischen Hochschule Zwickau tätig. Sie betreut die E-Portfolio Plattform ZwiXchange (basierend auf Mahara), welche u.a. im Sprachentandemprojekt zur Dokumentation verwendet wird. Des Weiteren ist sie Doktorandin am Institut für Anglistik der Universität Leipzig im Bereich anglistische Sprachwissenschaft. 

Priv.-Doz. Dr. Olaf Bärenfänger ist Direktor des Sprachenzentrums an der Universität Leipzig. Er lehrt zudem am Herder-Institut der Universität Leipzig Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit dem Schwerpunkt Angewandte Linguistik. Überdies ist Olaf Bärenfänger Gründungsvorstand des Instituts für Testforschung und Testwissenschaft e.V. Er leitet er eine Reihe von Drittmittelprojekten u.a. in den Bereichen E-Learning sowie Forschungsmethodologie und Fremdsprachenerwerbsforschung.

Prof. Dr. phil. habil. Ines-Andrea Busch-Lauer ist Professorin für Englisch und Kommunikation. Sie leitet die Fachgruppe Fachbezogenen Sprachausbildung und ist zuständig für die Organisation des Studium generale an der Westsächsischen Hochschule Zwickau.