Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen „Bildung in Informationsumwelten“

Die Grundidee des Leibniz-WissenschaftsCampus ist es, außeruniversitäre und universitäre Forschung zu vernetzen, um durch interdisziplinäre Expertise ein Maximum an Grundlagenforschung und Anwendungsrelevanz zu generieren. Die Forschung im Verbund widmet sich Bildungsprozessen in modernen Wissens- und Informationsgesellschaften und betreibt fachübergreifende Bildungsforschung. Im Erfahrungsbericht stellen die beteiligten Wissenschaftler in einzelnen Interviews die Forschung in ihrem Cluster vor.

Lebenslanges und lebensbegleitendes Lernen hat sich für die meisten Menschen zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit entwickelt. Bildungsprozesse in modernen Wissens- und Informationsgesellschaften sind dabei nicht mehr nur an institutionelle Träger wie Schulen, Universitäten und Weiterbildungseinrichtungen gebunden, sondern finden lebensbegleitend am Arbeitsplatz und in der Freizeit, im Freundeskreis und in der Familie statt. Digitale und mobile Medien, allen voran das Internet, bieten mit ihren vielen Anwendungen zu geringen Kosten eine Fülle von Informations- und Bildungsangeboten, um zeit- und ortsunabhängig Wissen zu erwerben. Wikis und Social Media tragen dazu bei, als Individuum Wissen nicht mehr nur zu konsumieren, sondern selbst bereitzustellen oder sich aktiv in Communities auszutauschen. Aus der Fülle an verfügbaren Informationen selektieren sich Nutzer nach ihren Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten die für sie (bildungs-)relevanten Angebote. Auf diese Weise erschafft sich jeder seine persönliche „Informationsumwelt“.

Der Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen widmet sich diesem erweiterten Bildungsbegriff. Er beschäftigt sich mit dieser Vielfalt an Bildungsprozessen in formellen und informellen, in traditionellen und mediengestützten Lernumgebungen. Er geht nutzeninspiriert, interdisziplinär und multimethodisch den Fragen nach, wie Informationsumwelten den Wissenserwerb im 21. Jahrhundert bereichern, aber auch wie Technologien gestaltet sein müssen, um beispielsweise perfekt auf die Bedürfnisse von Lernenden zugeschnitten zu sein.

Logo WissenschaftsCampus Tübingen
Weitere Informationen unter: www.wissenschaftscampus-tuebingen.de

Der Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund des Leibniz-Instituts für Wissensmedien Tübingen und der Eberhard Karls Universität Tübingen. Weitere Partner sind das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, die Albert-Ludwigs-Universität und die Pädagogische Hochschule Freiburg, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung Bonn und die Hochschule der Medien in Stuttgart. Rund 60 Wissenschaftler arbeiten in thematischen Clustern interdisziplinär zusammen: Die Expertisen erstrecken sich von Psychologie, Informatik, Erziehungswissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Medienwissenschaft bis hin zu Medizin.

Materialien zum Beitrag

Brain Computer Interfaces und belastungsadaptive Informationsumwelten

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Peer-Produktivität in Web 2.0-Umgebungen

Dr. Jürgen Buder über die Lust an Konflikten im Netz und die Kunst, Zustimmung auf eigene Beiträge in Online-Foren zu erhalten. Zum Beitrag...

Adaptierbare und adaptive Multimediasysteme

Prof. Dr. Rolf Plötzner über mobiles Lernen durch Blickbewegungen und ob sich diese Vision im Alltag durchsetzen kann. Zum Beitrag...

Heterogene Informationsumwelten und individuelle Statusübergänge

Prof. Dr. Steffen Hillmert über die Relevanz von sozialen Netzwerken zu Beginn eines Studiums und Faktoren, die einen Studienabbruch beeinflussen. Zum Beitrag...

Der Einfluss der Internetnutzung von Patienten auf Gesundheitswissen

Prof. Dr. Kai Sassenberg über Chancen und Gefahren der Online-Gesundheitskommunikation von Ärzten und Patienten. Zum Beitrag...

Implementation, neurokognitive On-Line Adaption und Evaluation einer sozial-interaktiven web-basierten Lernplattform

Prof. Dr. Hans-Christoph Nürk über computerbasiertes Gehirntraining und die Frage, wie dieses im Schulalltag angewendet werden kann. Zum Beitrag...

Überwinden von Zugangsbarrieren zu Prävention und Behandlung von Übergewicht in Kindheit und Jugend

Prof. Dr. Stephan Zipfel über Gesundheitskampagnen in sozialen Netzwerken und ein Lernspiel, das zur Prävention und Behandlung von Adipositas beitragen soll. Zum Beitrag...