Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden

Wissen im Prozess: Kollaborativ erstellte Online-Publikationen von Studierenden
Im Rahmen des Projekts „Wissen im Prozess“ an den Universitäten Freiburg und Konstanz werden didaktische Methoden zur Förderung gemeinschaftlichen Arbeitens mithilfe von virtuellen Kollaborationswerkzeugen erprobt. Die studentischen Arbeiten, die innerhalb der Seminare entstehen, sollen anschließend in Form von Online-Publikationen einer breiten Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden.

Ziele und Inhalte

Das Projekt diskutiert die Möglichkeiten, bestehende und zukünftige Lehr-Lern-Projekte mit kooperativem Wissensaufbau zu vernetzen und diese strategisch verfügbar zu machen (UB-Katalog). Dabei werden verschiedene didaktische Leitlinien zur Förderung und Begleitung kollaborativen Arbeitens erstellt und Qualitätskriterien erarbeitet. Zudem werden geeignete Publikationsformate eruiert.

Konkrete Einzelziele für Studierende:

  • Schulung des kollaborativen Schreibens in einer universitären Lehr-Lern-Umgebung
  • Förderung von Schlüsselkompetenzen in wissenschaftlichem Online-Publizieren
  • Steigerung der Motivation und der Verantwortung für Inhalte des Fachstudiums
  • Effektivere Studien- und Prüfungsleistungen
  • Qualitätsgesicherte Online-Ressourcen von Studierenden
Konkrete Einzelziele für Lehrende:
  • Verbesserung der Lehr-/Lernmethoden bei kollaborativen Erarbeitungs- und Schreibprozessen
  • Bereitstellung von best-practice-Beispielen, Entwicklungswerkstatt (Wikis im Aufbau), Gütekriterien und Verfahren zur Wissenssicherung und Forum zur interdisziplinären Vernetzung
  • Leitfaden und Tutorial zum Einstieg in forschungsorientierte Lehrveranstaltungen mit Nutzung von kollaborativen Werkzeugen; Dokumentation zu Prozessen und Gütekriterien
  • Nachhaltigkeit in der Nutzung (in Lehre und Forschung) von bereits laufenden, zukünftig fortführbaren Projekten (etwa solche mit Glossarstruktur)

Didaktisches Konzept

Generell sehen die Konzepte der einzelnen Projektseminare eine starke Eigentätigkeit der Studierenden vor. Nicht der Vortrag der Lehrenden steht im Vordergrund, sondern das eigenständige Erarbeiten und Weiterverarbeiten von Texten und Materialien.

Innerhalb der Seminare werden hierbei verschiedene Szenarien ausgetestet – abhängig von den jeweiligen Inhalten des Seminars - um die Motivation seitens der Studierenden zu erhöhen sich aktiv an (allen) Wiki-Artikeln zu beteiligen.

Beispielhaft seien hier Ansätze aus zwei Projektseminaren skizziert:

  1. Um die Motivation seitens der Studierenden zu erhöhen, sich aktiv an allen Texten zu beteiligen, wird in einem Seminar der Kunstgeschichte die Arbeit an den Texten direkt in die face-to-face-Seminarzeit geholt. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, in Kleingruppen synchron in einem Etherpad, welches in das LMS der Uni Freiburg (ILIAS) integriert ist, an einem Textentwurf zu arbeiten. Dieser wird in Rohform von den jeweiligen Referierenden zur Verfügung gestellt. Erst nachdem der Text gemeinschaftlich bearbeitet wurde, soll dieser als Glossareintrag ins Wiki gestellt, mit Bildern angereichert und kollaborativ weiter verbessert werden. Die Texte sollen als gemeinschaftliches Produkt verstanden werden und das Denkmuster der alleinigen Autorschaft durchbrochen werden.
  2. Abb. 1: Etherpad
  3. Das Seminarkonzept der Germanistik setzt Motivationsanreize zum kollaborativen Schreiben bei den Leistungsvereinbarungen an: Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme ist über das Verfassen von mindestens drei Artikeln hinaus auch die Bearbeitung und Bewertung von Artikeln anderer Autoren. Eingeübt wird damit nicht nur, dass die Rollen von Autoren, Lesern und Bearbeitern wissenschaftlicher Textproduktion füreinander prinzipiell durchlässig und fluide sind. Die Teilnehmenden erfahren darüber hinaus unmittelbar, welche Informationsgewinne und Steigerungseffekte mit solchen Rollenwechseln verbunden sind, aber ebenso den Bedarf, den dies an ein kritisches Wissensmanagement stellt.
  4. Abb. 2:MediaeWiki

Curriculare Verankerung

Die Seminarkonzepte, die im Rahmen des Projekts getestet werden, lassen sich curricular in BA- oder MA-Studiengänge in den Geisteswissenschaften integrieren. Die in der kollaborativen Arbeit entstandenen Wiki-Beiträge können benotet werden und als Studien- oder Prüfungsleistung innerhalb des ECT-Systems gewertet werden.

Technik

Im Rahmen des Projekts werden die Wiki-Software „dokuwiki“ und „mediawiki“ hinsichtlich ihrer Eignung für das Vorhaben geprüft. Des Weiteren werden die Kollaborationswerkzeuge (v.a. Etherpad und Wiki) des LMS ILIAS begutachtet.

Zielgruppe

Studierende der Geisteswissenschaften (BA./MA.)

Ergebnisse

Als Ergebnis des Projekts wird ein ausführliches Tutorial für interessierte Lehrende bereitgestellt werden. Das Tutorial bündelt die Erfahrungen des Projekts und soll Anregungen und Hilfestellungen für Lehrende bieten, die den Einsatz von Kollaborations-Werkzeugen in ihrer Lehre planen.

Zum Projekt

Institution

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Ansprechpartner/in

Prof. Dr. Hans W. Hubert
E-Mail: hans.hubert@kunstgeschichte.uni-freiburg.de

Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét
E-Mail: anna.schreurs@kunstgeschichte.uni-freiburg.de

Jun.Prof. Dr. Bent Gebert (Kooperationspartner der Universität Konstanz)
E-Mail: bent.gebert@uni-konstanz.de

Zeitraum

Feb. 2013 – Feb. 2014

Förderung

Instructional Development Award (IDA) 2013 der Universität Freiburg

Beteiligungen und Kooperationen

Kooperationspartner:
Servicestelle E-Learning/Rechenzentrum der Universität Freiburg
Universitätsbibliothek Freiburg

Kategorisierung

Lehrfunktion

  • Wissenserarbeitung
  • Üben u. Anwenden
  • Diskussion u. Austausch
  • Motivation

Medieneinsatz

  • LMS / Lernmanagementsysteme
  • Sonstigs

Fachbereich

  • Geistes- und Sozialwissenschaften

Lehrszenarien

  • Übung
  • Seminar

Kategorie

  • Lehr-/Lernszenario