Wrap up: Erfolgsbedingungen von Praxistransfer

Zum Abschluss der Eventreihe lud das e-teaching.org-Team dazu ein, gemeinsam Resümee zu ziehen: Was sind die zentralen Bedingungen für einen erfolgreichen Transfer von Wissen über das Lernen mit digitalen Medien in die (Hochschul-) Lehre? Haben Sie Hinweise zur Gestaltung von Transferangeboten oder zur Umsetzung im Hochschulalltag? Und welche Fragen sind eventuell noch offen geblieben?
e-teaching.org und Gäste aus der Community

Welche Faktoren und Bedingungen einen erfolgreichen Praxistransfer unterstützen, variiert je nach Transferinhalt und Praxiskontext. Während des Themenspecials haben wir verschiedene Methoden vorgestellt, mit denen Wissen so aufbereitet werden kann, dass es von anderen aufgegriffen werden kann. Dabei ging es auch um die Vor- und Nachteile sowie die Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Transferformate.

Das letzte Event der Reihe dient dazu ein Resümee zu ziehen und greift erneut die Frage des ersten Events auf: Wie kann Wissen für andere nutzbar gemacht werden? Das e-teaching.org-Team lädt dazu ein, Erfolgsbedingungen für den Praxistransfer aus verschiedenen Blickwinkeln zu reflektieren: Was ist Ihnen aus der Perspektive der Lehre besonders wichtig? Was sollte aus der Perspektive von Forschenden berücksichtigt werden? Haben Sie Hinweise für die Gestaltung der Transferangebote auf e-teaching.org?

In der Online-Veranstaltung stellten Expertinnen und Experten, die bereits auf unterschiedliche Weise am Special beteiligt waren, in einem Online-Podium ihre eigenen Thesen zu Diskussion und griffen im weiteren Verlauf auch hier eingereichte Thesen, Fragen und Anmerkungen auf.

Materialien zur Veranstaltung

Hier finden Sie im Anschluss an das Online-Event alle bereitgestellten Materialien, wie die Aufzeichnung der Veranstaltung oder die Folien der Referentinnen und Referenten.

Aufzeichnung

Thesen (9)

Hier können Sie im Vorfeld der Veranstaltung Ihre These zu Praxistransfer publik machen. Zusätzlich können Sie mit einem Klick auf die Zahl für diejenige These stimmen, die Sie am stärksten befürworten. Sie können Ihre eigene These wieder löschen, solange dafür noch nicht abgestimmt wurde.

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Redaktionsteam e-teaching.org : Markus Deimann vertritt die These: Wissenschaftliche Arbeiten adressieren auch übergeordnete Transfermöglichkeiten, z.B. in Einklang mit der Third-Mission-Strategie der Hochschule. Es ist mehr als: "weitere Forschung ist notwendig“.
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Mandy Schiefner-Rohs : In vielen (Forschungs-)Projekten besteht der Praxistransfer in der Veröffentlichung eines Bandes. Dies ist aber unterkomplex, da für einen erfolgreichen Transfer auch praxissensible Konzepte notwendig sind.
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Mandy Schiefner-Rohs : Angemessener Praxistransfer überfordert Forschungsprojekte, so dass neue Formen und Formate notwendig werden (so z.B. in Form von Third-Spaces oder Clearinghouses )
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Mandy Schiefner-Rohs : Praxistransfer ist nicht nur in Richtung Forschung -> Praxis denkbar, sondern auch in Richtung Praxis -> Forschung mit der Frage, was auch Forschung von Praxis lernen kann.
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Redaktionsteam e-teaching.org : Markus Deimann vertritt die These: Transfer ist ein integraler Bestandteil von Forschung und muss bereits im Design berücksichtigt werden.
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Redaktionsteam e-teaching.org : Markus Deimann vertritt die These: Für erfolgreichen Transfer sind die Ergebnisse an die „Beforschten“ zurückzuspielen in einer verständlichen und kontextsensiblen Sprache.
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Susann Hippler : Erst durch das Schaffen von Freiraum und Denkzeit kann überhaupt eine Art Transfer initiiert werden.
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Susann Hippler : Erfolgreicher Transfer braucht Übersetzungshilfen und Begleitung.
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Susann Hippler : PraktikerInnen benötigen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Erkenntnissen und Materialien.

Statistik

9 Beiträge wurden eingereicht.
16 Stimmen wurden abgegeben.
7 Personen haben abgestimmt.
Jede Person hat durchschnittlich für 2 Vorschläge gestimmt.

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Kommentare (3)

Peter England

16.12.2019 11:33

Peter England sagt:

Eine These: Thesen aufzustellen, ist nicht so leicht. (Keine These:) Eine These sollte Wörter wie "sollte" nicht enthalten. Eine These enthält eine Behauptung, deren Wahrheitsgehalt geprüft werden kann, z.B. "Feuerwehrmänner verursachen Brände" oder "Praxistransfer funktioniert am besten, wenn...".

Markus Schmidt

16.12.2019 14:13

Markus Schmidt sagt:

Guter Punkt. Die Thesen wurden entsprechend modifiziert.

Michael Smetana

17.12.2019 06:31

Michael Smetana sagt:

Der Transfer muss von Anfang an beim Konzipieren des Lernformates berücksichtigt werden. Bewährt hat sich dabei das Konzipieren nach dem KernDesign in den folgenden 7 Schritten:

1. Ziel des Lernformates SAUBER abklären: "Was sollen die Teilnehmer hinterher wissen, können, wollen und dürfen (im Sinne von sich selbst erlauben), das sie vorher noch nicht wissen, können, wollen, dürfen?"

2. Finde den Hebel der größten Veränderung: Nun muss man sich mit der Zielgruppe beschäftigen und sich Gedanken darüber zu machen, was denn DIE zentrale Lernerfahrung (die den größten Unterschied zwischen Scheitern und Erfolg ausmacht) für diese Zielgruppe sein kann. Die formuliert man dann in einer "knackigen" Kernbotschaft.

3. Dann braucht das Lernformat eine möglichst praxisnahe Höhepunktübung, in der die Teilnehmer unter möglichst praxisnahen Bedingungen genau das machen, was im Schritt 1 als Ziel festgelegt wurde. Die Höhepunktübung wird bei ca. 80% der verfügbaren Gesamtzeit eingeplant. Wer den Schritt 1 sauber gemacht hat, ist mit diesem Schritt schon fast fertig. Können die Teilnehmer das im Seminar, so können sie es wahrscheinlich auch hinterher.

4. Ausgehend von der Höhepunktübung konzipiert man nun den Hauptteil von hinten nach vorne, in dem man ein kleines Experiment macht. Man stellt gedanklich die Höhepunktübung ganz an den Anfang des Lernformates und fragt sich: "Woran würden meine Teilnehmer scheitern, wenn sie diese Übung gleich zu Beginn machen würden?" All diese Hindernisse sammelt man. Im Hauptteil des Lernformates muss man dann nur noch dafür sorgen, dass die Teilnehmer eben NICHT daran scheitern, und die Höhepunktübung ist ein Erfolg. Daher entwickelt man Anekdoten, Lehrstoffe und Vor-Übungen, die genau diese Hindernisse beheben. Und für jede Vor-Übung macht man das Ganze nochmal. (an den Anfang stellen, Hindernisse sammeln und Lernrelemente daraus entwickeln). So entsteht der Inhalt des Lernformates automatisch.

5. Den Transfer planen: OK. Die Teilnehmer schaffen also die Höhepunktübung damit erfolgreich. Nun stellt man sich noch die Frage: "Welche zusätzlichen Hindernisse treten in der Praxis auf, wenn der Teilnehmer das Ganze zum ersten Mal alleine macht. Auch dafür entwickelt man Lernelemente, die diese Hindernisse entschärfen.

6. Eine spannende Eröffnung: Erst JETZT kann ich die Eröffnung des Lernformates designen, denn erst jetzt weiß ich, was ich da eröffne. Wie das Vorwort eines Buches, wie die Ouvertüre einer Oper, ... kann man eine gute Eröffnung erst designen, wenn alles Andere schon fertig ist.

7. Folien und Unterlagen gestalten: Es ist EXTREM wichtig, Folien und Unterlagen erst ganz am Schluss zu gestalten. Wer das früher macht, erstellt typischerweise viel zu viele Folien. Und wenn die schon mal da sind, werden die dann auch gezeigt und die Teilnehmer damit überfordert. In Präsenz-Veranstaltungen sind ca. 3 Folien pro Stunde völlig ausreichend. Für digitale Veranstaltungen dürfen es aber auch mehr sein.

Mit diesen 7 Schritten entstehen überraschend kurze Lernformate mit sehr hohem Transfer.

Michael Smetana,
Architekt für digitales Lernen

PS: wer mehr darüber wissen will ... http://www.kerndesign.com

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