Studienbeiträge fließen in Technik und Service

10.06.2008: Hochschulen legen Verwendung der Mittel offen - auch in E-Learning wird investiert

"Die Bedingungen für die Studierenden an der Justus-Liebig-Universität haben sich durch die Mittel aus den Studienbeiträgen verbessert", so einePressemitteilung der hessischen Hochschule vom 6. Juni 2008.

Aufgeführt wird dabei insbesondere der Ausbau von Diensten, die den webbasierten Zugang zu Materialien und das webbasierte Arbeiten unterstützen, wie
  • Ausbau der Öffnungszeiten der Computerarbeitsräume in der UB
  • Erwerb von elektronischen Lehrbüchern und anderer online-verfügbarer Grundlagenwerke sowie fachlich gegliederter Einstieg über die Webseiten des Bibliothekssystems
  • Start des Projekts "Laptoparbeitsplätze" des Hochschulrechenzentrums (u.a. Zugang zum Datennetz mit dem eigenen Laptop durch drahtlose Netzwerkzugänge (WLAN) in allen Seminarräumen und Hörsälen sowie rund 220 kabelgebundene Datennetzanschlüsse in den Lesesälen der Universitätsbibliothek und den großen Zweigbibliotheken)
Jetzt legen auch die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen in einem gemeinsamenBericht des Deutschen Studentenwerks und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaftdie Verwendung der Studienbeiträge offen.

Im Studienjahr 2007 wurden von allen Hochschulen insgesamt über Studienbeiträge 251,94 Mio. Euro eingenommen. Am meisten investiert wurde dem Bericht nach zum einen in
  •  die Aufstockung des Lehrpersonals für fachliche Lehrveranstaltungen
  • Tutoren-/Mentorenprogramme
  • Ausdehnung der Öffnungszeiten und bessere Ausstattung der Bibliothek
Aber auch hier wurde ein starker Anteil der Mittel in die Verbesserung der technischen Ausstattung investiert (Universitäten 16,8%, FH's 34,0%, Kunsthochschulen 4,5 %). Auch dem Ausbau von E-Learning kamen die Studienbeiträge - wenn auch in relativ geringem Umfang - zu Gute: an Universitäten und Fachhochschulen wurden 1, 3% der Einnahmen investiert, an Kunsthochschulen sogar 2%.

In einer offenen Frage an die Studierendenvertreter/innen „durch welche aus Studienbeiträgen zu finanzierende Maßnahmen ihrer Ansicht nach die Lehrsituation und die Studienbedingungen verbessert werden könnten", wurde der Ausbau des E-Learning-Angebots allerdings nur selten erwähnt (Universitäten: 2,7%, FH: 3,3%). Hier kann wieder einmal angenommen werden, dass unter dem Begriff E-Learning jeder Studierende etwas anderes versteht.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass ein Großteil der Studiengebühren in die
Verbesserung der serviceorientierten Infrastruktur der Hochschulen fließt.

Ein richtiger Ansatz der Studie, war es sicherlich zu erheben inwiefern die Mittel
auf zentrale Entscheidungsträger – also die Hochschulleitung – und auf dezentrale Entscheidungsträger – also auf die Fachbereiche bzw. Fakultäten aufgeteilt wurden. Dahinter steckt folgende Annahme:

"Insbesondere bei großen und hoch differenzierten Hochschulen dürfte gelten: Je stärker die unmittelba r mit der Lehre befassten Ebenen der Hochschule in die Verteilung der Mittel eingebunden sind, umso zeitnaher und flexibler können bestehende Defizite erkannt und durch gezielten Einsatz der Mittel beseitigt sowie gezielte Verbesserungen der spezifischen Lehrsituation in den einzelnen Fachbereichen bzw. Fakultäten und in den verschiedenen Studiengängen in Angriff genommen werden."

Die Studie kann auf den Seiten des Stifterverbands heruntergeladen werden:
http://www.stifterverband.de/site/php/medien.php?seite=Pressemitteilung & pmnr=370 & detailansprechnr=684

Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Kurzmeldung

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