Nutzung historischen Bildmaterials

19.03.2009: Im Januar 2009 gab das Max-Planck-Insitut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) eine Empfehlung für die Nutzung digitalen Bildmaterials für die Forschung heraus.

Eine Initiative des Max-Planck-Insituts für Wissenschaftsgeschichte thematisiert schon länger die Nutzung historischen Bildmaterials. Im Januar 2009 wurde nun vom MPIWG zusammen mit einer Expertenrunde eine Empfehlung veröffentlich. Außerdem wird auf auf Initiativen einzelner Museen verwiesen, die digitale Bildbestände bereits unentgeltlich zur Verüfung stellen.

Obwohl das Interesse und der Bedarf an visuellen Quellen steigt führt die Digitalisierung was historisches Bildmaterial angeht eher dazu, dass der Zugang zu Bildmaterialien von vielen Museen, Bibliotheken und Sammlungen erschwert wird. Für die Nutzungsrechte des digitalen Bildmaterials werden Gebühren erhoben oder die Digitalisierung und Vermarktung der Bildbestände wird gleich ganz an kommerzielle Bildarchive abgegeben. Dies erscheint insbesondere unverständlich, wenn die Originale selbst nicht mehr durch Copyright geschützt sind. Danach geht das geistige Eigentum nämlich in die so genannte public domain oder das öffentliche kulturelle Erbe über und ist damit allgemein und frei zugänglich. Als Eigentümer der physischen Objekte können Museen, Bibliotheken und Sammlungen jedoch den Zugriff auf dieses Erbe und die Nutzung von dessen digitaler Abbildung nach eigenem Gutdünken gestalten. Es sind nicht nur finanzielle Erwägungen, die Museen und Sammlungen veranlassen, den Zugriff auf Objekte, deren geistiges Eigentum Teil des frei zugänglichen kulturellen Erbes ist, zu beschränken. Furcht vor Missbrauch und falscher Zuschreibung spielen ebenfalls eine große Rolle.

Bis vor kurzem waren es vor allem Anstrengungen von Seiten der Forschung, dem Trend der Nutzungsbeschränkung historischer Bildmedien Initiativen entgegenzusetzen, um den offenen Zugang zu visuellen Quellen zu sichern. An erster Stelle ist hier die vom MPIWG mit europäischen Fördergeldern ins Leben gerufene InitiativeEuropean Cultural Heritage Online zu nennen.

Inzwischen haben einige bedeutende Museen es gewagt, Teile ihrer digitalen Bildbestände der Forschung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen: DasVictoria and Albert Museumin London bietet diese Dienstleistung Wissenschaftlern über die museumseigene Homepage an. DasMetropolitan Museum of Art in New Yorkkooperiert mit der nichtkommerziellen digitalen Bibliothek ARTstor. Über die DatenbankImages for Academic Publishing (IAP)ist der Zugriff auf Bilddateien des Metropolitan Museum of Art in hoher Auflösung für die wissenschaftliche Nutzung kostenfrei möglich.

Empfehlung veröffentlicht
Führende Vertreter aus Wissenschaft und Museen, aus Bibliotheken und Verlagen kamen im Januar 2008 auf Initiative des MPIWG in Berlin zusammen, um die gegenwärtige Lage gemeinsam zu reflektieren. Im Sinne dieser Übereinkunft hat das MPIWG in Abstimmung mit den Teilnehmern des Expertentreffens im Januar 2009 nun Empfehlungen für die bessere wissenschaftliche Nutzung digitalen Bildmaterials veröffentlicht. Diese Empfehlungen fordern Kuratoren und Wissenschaftler auf, ein gegenseitig bindendes Netzwerk des Vertrauens zu schließen.

Zur Empfehlung:
Best Practices for Access to Images:
Recommendations for Scholarly Use and Publishing
(January 5, 2009)

Quelle:Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte.

Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Kurzmeldung

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