Virtuelle Sprechstunde für Medizinstudenten

16.07.2009: An vielen Universitäten ist das Üben an virtuellen Patienten zum festen Bestandteil der Ausbildung geworden.

Der echte Patient ist für die Lehrenden und Lernenden der Medizin ein hohes Gut, der Kontakt mit ihm unschätzbar.


Screenshot CAMPUS-Software
Dennoch bietet sich Studierenden nur schwierig die Möglichkeit das Diagnostizieren anrealen Patienten zu üben. Die Variante an einem virtuellen Patienten seine Kompetenzen zu trainieren hat sich daher in der Medizin bewährt. Dabei sollen dievirtuellen Patienten den Menschen nicht ersetzen, sondern vielmehr aufden wertvollen Kontakt mit realen Patienten vorbereiten, so Dr. SörenHuwendiek, Leiter des Zentrums fürvirtuelle Patienten an der Universität Heidelberg, die bereits seit1999 virtuelle Patienten in der Ausbildung nutzt.

Ein Vorteil der virtuellen Diagnose ist die Möglichkeitbesonders seltene Fälle, die einem Medizinstudenten in seinerAusbildung sonst vielleicht nie begegnet wären, mit den Studentendurchzuspielen.

Mit Text-, Bild- und Toninformationen, über Videocast oder mitAvataren in spielbasiereten Lernumgebungen, sollen die Studierendenihr klinisches Denken schulen und die systematischeEntscheidungsfindung von der Diagnose bis zur Behandlung üben. Studierende inHeidelberg arbeiten vom ersten bis zum letzten Studienjahr mitvirtuellen Patienten. Huwendiek und seine Kollegen konnten inzahlreichen Studien mit dem mehrfach ausgezeichneten virtuellenPatientensystem„Campus“zeigen, dass es sich um eine sehr geeignete Ergänzung zum Kontakt mit realen Patienten handelt. Im EU-Projekt„electronic Virtual Patients“ (eVIP)erarbeitendie Heidelberger gerade gemeinsam mit acht anderenForschungseinrichtungen insgesamt 320 Fälle für das Medizinstudium.

Wichtig bei der Umsetzung des E-Learnings im Patientengespräch sei vor allem die Ähnlichkeit der Lernumgebung mit der späteren Realität, da dies die Lerninhalte im Bedarfsfall besser abrufbar mache, erklärt Kai Sostmann, Vorsitzender des Ausschusses „Neue Medien in der medizinischen Ausbildung“ derGesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)und Leiter desKompetenzbereichs E-Learningan der Berliner Charité. Die Darstellung von Arzt-Patienten Situationen in virtuellen 3D-Welten sei eine Möglichkeit, solch realitätsnahe Eindrücke zu hinterlassen, aber daneben seien auch Fotos, Videos, Web-2.0-Tools oder das Einbinden von E-Learning-Stationen in reale Behandlungszimmer Möglichkeiten, den Lernstoff in der Erinnerung zu verankern.

Quelle: http://www.doit-online.de/cms/do+it.theme/Bildung+%B6+Karriere?serie= & detailid=7859


Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Kurzmeldung

Kommentare (0)