Mobile Apps: Mit kleinen Helfern durch den Studienalltag

06.11.2020: Gemeinsam für Prüfungen lernen, sich zur Vorbereitung einer Hausarbeit verabreden oder mit Kommilitoninnen und Kommilitonen diskutieren: Sozialer Austausch ist ein wichtiger Bestandteil des Uni-Alltags, der in Zeiten von Online-Studium, Homeoffice und Lockdown hauptsächlich übers Internet stattfinden kann. Die Anzahl von Online-Lösungen, die solche Austausche ermöglichen, ist mittelweile so hoch, dass es nicht immer gelingt, den Überblick zu behalten. In diesem Beitrag stellen unsere studentischen Mitarbeiterinnen mobile Apps vor, die das Studium im Alltag effektiver gestalten können. Dabei spielen Aspekte wie kollaboratives Potenzial, einfache Bedienbarkeit sowie kostengünstiger Zugang eine wichtige Rolle.

Videos, Audios oder PDFs erstellen, teilen, gemeinsam bearbeiten und dabei die Übersicht behalten

Mit VoiceThread ist es möglich, Fotos, Bilder, Plakate, PowerPoint-Folien und Video-Clips vom Computer, Mobiltelefon oder Tablet hochzuladen und diese privat oder gemeinsam mit anderen Nutzenden der App zu bearbeiten oder zu kommentieren. Die App lässt sich in Learnmanagementsystemen wie Moodle integrieren und stellt eine Basis-Version kostenlos zur Verfügung.

Die App MarginNote3 erlaubt es, PDFs zu markieren und mit Anmerkungen zu versehen, welche in eine Mindmap exportiert werden können. MarginNote3 eignet sich gut, um lange Uni-Skripte im PDF-Format für das Lernen aufzubereiten, um sich so auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Die App ist kostenlos, es besteht jedoch die Option zu einem kostenpflichtigen Upgrade auf die Pro-Version.

Mit der für Android entwickelten LectureRecordings-App können Vorlesungen und Seminar-Diskussionen problemlos mitgeschnitten werden. Obwohl die App auch alleine verwendet werden kann, ist LectureRecordings in erster Linie eine Erweiterung der App LectureNotes, die es ermöglicht, handschriftliche Notizen auf dem Smartphone anzufertigen. Mit den zwei Apps können Audioaufnahmen und Notizen kombiniert werden. Im Google Play Store kostet die Lecture Recordings App einmalig 1,99 Euro.

Explain Everything ist ein Tool zum kollaborativen Arbeiten und Präsentieren von Arbeitsprozessen oder -ergebnissen. Die Basis der Anwendung bildet ein digitales Whiteboard, auf das diverse multimediale Inhalte verschiedener Dateitypen eingebunden und interaktiv genutzt werden können. Zudem besteht die Möglichkeit, die Arbeit an diesem Whiteboard aufzuzeichnen und mit Audioelementen zu unterlegen. Somit können mittels dieser App z.B. Erklärvideos erstellt und anderen zur Verfügung gestellt werden. Die Basis-Version ist kostenlos.

Mit dem Online-Tool CryptPad kann ebenfalls gemeinsam an Text- und Tabellendokumenten, Präsentationen, Umfragen, Programmiercodes, Whiteboards und Kanbanboards, die der Organisation von Prozessen dienen, gearbeitet werden. Zusätzlich kann in jedem angelegten Board ein Chat eingebunden werden. In Ergänzung mit Skype oder Zoom haben diese Online-Tools das Potenzial, eine gute Hilfe für Projektarbeiten zu bilden. Sowohl anonyme als auch angemeldete Nutzende können die App kostenlos benutzen.

Anwendungen wie Dropbox, Google Drive, Google Docs, Google Tabellen und Google Präsentationen bieten ebenso kostenlose Basis-Versionen an und eignen sich gut dafür, um gemeinsam Dateien zu verwalten.

Arbeitsfortschritte, Aufgaben sowie Termine für sich oder im Team verwalten und dokumentieren

Liegt der Fokus auf der eigenen Selbstorganisation im Studium, kann PowerPlanner hilfreich sein. Das Tool dient zur Organisation von Kursen, Terminen, Aufgaben und Noten. Zu Beginn des Semesters kann der Kalender eingerichtet werden, indem z. B. verschiedene Aufgaben konkreten Ereignissen zugeteilt werden. Die Kurse können mit Details, Uhrzeiten, einmaligen Ereignissen und auch Noten ergänzt werden. PowerPlanner ist ein kostenloser und einfach zu nutzender digitaler Kalender und durch die Farbcodierung sehr übersichtlich.

Mit Todoist werden To-Do-Listen mit Aufgaben bzw. gesamte Projekte allein oder im Team verwaltet. Zu den Top-Features der Basis-Version gehören unter anderem die Möglichkeiten, bis zu 80 aktive Projekte zu verwalten, jedes Projekt mit max. 5 Personen gemeinsam zu bearbeiten oder auch Aufgaben aufzulisten und diese farblich durch verschiedene Prioritätsstufen hervorzuheben. Es steht außerdem ein Produktivitäts-Graph zur Verfügung, welcher Fortschritte anzeigt und dokumentiert.

Asana dient zur Aufgabenverwaltung mit mehreren Teammitgliedern. Hier können konkrete Aufgaben und Teilschritte geteilt und den verantwortlichen Personen zugewiesen werden. Zudem können Elemente aus der Dropbox, Googledrive oder OneNote eingefügt werden. Außerdem ist die App auch über den Webbrowser erreichbar.

Slack ist ein weiteres Kommunikations- und Organisationstool für Teams und Arbeitsgruppen. Personen können sich in voneinander getrennten Teams organisieren. In jedem Team lassen sich die Mitglieder in öffentliche und private Channels einteilen, um so getrennte Arbeits- und Kommunikationsbereiche zu bilden. Slack unterstützt dabei verschiedene Formen des kollaborativen Arbeitens dank unterschiedlicher Funktionalitäten wie z. B. chat-ähnliche Kommunikationstools. Die Basis-Version ist kostenlos.

Trello ist eine Art virtuelle Pinnwand und bietet Gruppen die Möglichkeit, alle Aufgaben, Notizen und Ideen zentral und kollaborativ zu verwalten. Kern der Anwendung sind einzelne Karten, die beschriftet, in Listen sortiert und mit verschiedenen Informationen versehen werden können. In der Hochschullehre ist die Anwendung vor allem für Studienprojekte interessant, z. B. für Filmprojekte oder bei der Durchführung von Experimenten und Befragungen. Eine kostenlose Version der App steht zu Verfügung.

Lernhilfen nutzen mithilfe von digitalen Mindmapping-Tools und Karteikarten

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, sich Lerninhalte langfristig anzueignen. Eine davon ist die Beschriftung von Karteikarten. Doch was tun, wenn man gerade keine zur Hand hat? Hier helfen Apps wie Anki und Brainyoo, welche virtuelle Karteikarten anbieten, die sich auf der Vorder- und Rückseite wie die bekannte Papierversion beschriften lassen.

Mindmeister und Mindmaster eignen sich besonders dafür, sich mit Projektpartnerinnen und -partnern abzusprechen. Die jeweiligen Basis-Versionen erlauben es, drei Mindmaps gleichzeitig zu erstellen und mit den Projektmitgliedern in Echtzeit zusammenzuarbeiten.

iBrainstorm ermöglicht es, eine Mindmap zu erstellen und diese durch die eingebaute Dropboxverbindung zu teilen. Die App ist kostenfrei, aber bisher nur für iOs erhältlich.

Die App Simplemind bietet in der Basis-Version einen angenehmen Einstieg in die digitale Bearbeitung von Mindmaps an.

Lernt man lieber durch Lernspiele und Quizze, bietet Kahoot! für Lehrende und Quizizz für Lehrende und Lernende eine optimale Auswahl an Lerninhalten.

Die Anwendung Charly Education ermöglicht dagegen das Hochladen einer PDF Datei, welche anschließend in der App weiter bearbeitet werden kann. Das besondere daran ist, dass daraus virtuelle Karteikarten erstellt werden können und das Material auch offline verfügbar ist.

Online-Treffen gestalten oder digitale Lerngruppen organisieren

Jami ist ein kostenloser und quelloffener Messenger, mit dem auch Video-Konferenzen möglich sind. Folgende Features stehen dem/der Nutzenden zur Verfügung: Textnachrichten senden, Audio- und Videoanrufe tätigen sowie Bilder und Dateien teilen. Die Anwendung eignet sich gut für Gespräche mit zwei Gesprächsteilnehmenden oder um sich in kleineren Gruppen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen auszutauschen.

Das Tool Jitsi umfasst mehrere Open-Source-Projekte, die es ermöglichen, Videokonferenzlösungen einzurichten und bereitzustellen. Kernstück von Jitsi sind Jitsi Videobridge und Jitsi Meet, mit denen Online-Konferenzen durchgeführt werden können. Jitsi ist kostenlos, benötigt keine Anmeldung bzw. Kontoeröffnung, kann auch auf Mobilgeräten verwendet werden und lässt sich in weitere Tools wie Slack einbinden.

Google Meet ist eine Online-Kollaborationslösung, in der bis zu 100 Teilnehmende an einer Videokonferenz zugelassen werden können. Die Nutzer/innen können kostenfreie Sitzungen mit einer max. Sitzungsdauer von 60 Minuten organisieren. Voraussetzung dafür ist ein Google-Konto. Die Anwendung lässt sich auch mit anderen Google-Diensten kombinieren und ermöglicht die Kommunikation über Textnachrichten, Audio- und Videoanrufe.

Die Software Zoom bietet unbegrenzte Meetings zu zweit, wobei jedes Meeting maximal 24 Stunden dauern darf. Im kostenlosen Basis-Abo kann außerdem eine unbegrenzte Anzahl von Gruppenmeetings mit bis zu 100 Teilnehmenden für eine Dauer von maximal 40 Minuten gehostet werden. Diese Features stehen nach einer Registrierung auf Zoom zur Verfügung.

Präsentationen erstellen und Visualisierungen darstellen

Mit Prezi kann eine individuelle Präsentation auf einem virtuellen Whiteboard erstellt werden, auf dem man sich durch Maussteuerung bewegen und hinein- und herauszoomen kann. Die Präsentationsform ist demnach sehr aktiv und nicht statisch angelegt. Zudem können Textfelder, Audio- und Videodateien sowie Bilder eingefügt werden. Die Basis-Version ist kostenlos.

Canva ist eine Plattform zur Erstellung von Online-Präsentationen, Infografiken, Webseiten, Berichten und Arbeitsblättern. Das Tool funktioniert im Web-Browser, dafür muss ein Account angelegt werden. Bei Canva stehen zahlreiche Vorlagen und Design-Elemente (Formen, Männchen, Tiere, usw) für die Gestaltung von wissenschaftlichen Postern, Lebensläufen oder virtuellen Klassenräumen zur Verfügung.

Das Besondere an PowToon ist, dass sich Präsentationen und Kurzfilme per Webeditor animinieren lassen. Texte, Bilder, Figuren und Animationen lassen sich mit Ton unterlegen und kreativ zu einem vielgestaltigen Video zusammenfügen, mit dem sich beispielsweise ansprechende Lehrvideos oder Studienprojektpräsentationen erstellen lassen. Der Download als MP4 ist jedoch kostenpflichtig, weshalb das Tool nicht an erster Stelle zu empfehlen ist.

Zu guter Letzt: Zeit für Pausen einräumen

Internet und Online-Anwendungen haben trotz Social-Distancing die Weiterführung zahlreiche Aktivitäten - auch im Hochschulbereich - ermöglicht. Dass ein zu langes Starren auf den Bildschirm weder gut für die Gesundheit noch für das Sehvermögen ist, sollte dennoch jedem bewusst sein. Da es aber es nicht immer leicht ist, Pausen einzulegen bzw. sich vom Bildschirm zu trennen, stellen wir hier zum Schluss noch die kostenlose App Eye Care 20 20 20 vor, die in regelmäßigen Abständen daran erinnert, eine Pause von Apps und Bildschirmzeit einzulegen.

Bildquelle auf Facebook: Pixabay, Lizenz.

Gepostet von: kfederer
Kategorie: Lesetipp

Kommentare (2)

Martina Rüter

07.11.2020 10:45

Martina Rüter sagt:

Vielen Dank für die Zusammenstellung der Tools, von denen ich einige als sinnvoll und hilfreich erachte, andere jedoch eher nicht. So frage ich mich, warum in einer Auflistung von Tools für die Zielgruppe der Studierenden z. T. kostenpflichtige Tools (wenn man wirklich damit arbeiten will, also über die Basisversion hinaus) zum Erstellen von Lerninhalten, wie Explain Everything, Powtoon oder Prezi sowie Kahoot! und Quizzizz auftauchen.
Weiterhin wird die Produktparlette von Google empfohlen, anstelle auf Open Source-Alternativen, die datenschutzrechtliche Aspekte besser umsetzen, hingewiesen.
Problematisch finde ich auch den Verweis auf Software zum Mitschneiden von Vorlesungen ohne einen Hinweis darauf, dass dies allein zu privaten Zwecken erfolgen darf und die Aufzeichnungen keinesfalls geteilt oder im Internet verbreitet werden dürfen. Wenn dies gewünscht wäre, würden die Lehrenden ja selbst aufzeichnen. Mir ist wohl bekannt, dass insbesondere bei zeitlichen Überschneidungen Mitschnitte von Studierenden angefertigt werden – doch nicht alles was möglich ist, ist auch erlaubt.

Redaktionsteam e-teaching.org

11.11.2020 12:56

Redaktionsteam e-teaching.org sagt:

Vielen Dank für den konstruktiven Kommentar! Einen Hinweis auf eine ausschließliche private Verwendung von Aufzeichnungen werden wir noch einfügen. Dass nicht alles, was möglich ist, auch erlaubt ist, betrifft allerdings letztlich alle möglichen Bereiche im Kontext der Verwendung von Tools und Apps.

Was die Auswahl der hier vorgestellten Anwendungen betrifft, bewegt man sich natürlich immer in einem Spannungsfeld zwischen Funktionalität, Nutzbarkeit, Preis und Datensparsamkeit. Wir setzen selbst wo es geht auf Free Software oder Open Source-Lösungen, wissen aber auch, dass nicht in jedem Bereich einfache und gut nutzbare Lösungen existieren. Gerade was die Verwendung von Werkzeugen zum kollaborativen Arbeiten (z.B. Etherpad oder Nextcloud als Alternative zu Google Docs oder Dropbox) betrifft, wäre bei der Verwendung von Open Source-Software außerdem die Installation eigener (Web)dienste erforderlich. An einer Stelle wird fast immer "bezahlt". Entweder mit höherem Aufwand, mit Daten oder mit Geld.

Wenn es gute Alternativen zu den hier vorgestellten Tools gibt, sind wir für Hinweise natürlich immer offen und dankbar.

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