Lektüre gesucht? Aktuelle Publikationen zur digitalen Hochschullehre

07.07.2021: Wie werden Lehramtsstudierende auf die Chancen und Herausforderungen der Schule im 21. Jahrhundert vorbereitet? Wie könnte das Lernen und Lehren an Hochschule in den kommenden Jahren aussehen? Welche Entwicklungen haben die Hochschuldidaktik in den letzen 20 Jahren geprägt? In diesem Beitrag stellen wir Publikationen vor, die Anregungen und konkrete Tipps zur Planung und Gestaltung digitaler Hochschullehre bieten.

Neue Ausgabe der ZFHE (16/2): „The Digital Turn in Internationalization“

Titelblatt der ZFHE-Ausgabe

Eine neue Ausgabe der Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE) wurde veröffentlicht. In dem Heft 16 /2 (Juni 2021) „The Digital Turn in Internationalization. Konzepte, Strategien und Praktiken“ wird dargelegt, wie Internationalisierung in der Lehre über vornehmlich virtuellen Austausch realisiert wird. Hier erarbeiteten die Autorinnen und Autoren Beiträge zu Mobilitätsformen im Studium, Curricula in der Lehrer/innenbildung sowie Nutzung von Lehrvideos/Lernplattformen in einem hochschulübergreifenden bzw. internationalen Kontext und stellten u. a. die Themen Selbst- und Sozialkompetenzen, Internationalisierung der Lehramtsausbildung, digitale Lehr-Lern-Szenarien sowie Interkulturelle Kompetenzen besonders in den Fokus.

Die zwölf Beiträge des Themenhefts sind großteils sehr eng an konkreten Fall- und Projektbeispielen orientiert und reflektieren die eigene Lehrkonzeption und -entwicklung, -durchführung und -evaluation. Die Ausgabe enthält darüber hinaus drei freie Beiträge, die verschiedene Themen aus der Hochschulentwicklung allgemein aufgreifen.

Die Zeitschrift für Hochschulentwicklung ist eine wissenschaftliche Publikation des Vereins Forum Neue Medien in der Lehre Austria . Sie greift auf aktuelle Themen der Hochschulentwicklung in den Bereichen Studien und Lehre auf. Eine PDF-Version des Themenhefts kann auf der ZFHE-Webseite heruntergeladen werden. Neben der Online-Version ist auch eine Printpublikation geplant.

„Lehrkräftebildung neu gedacht“: Buch, Podcast und Online-Materialien

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Das Praxisbuch „Lehrkräftebildung neu gedacht - Ein Praxishandbuch für die Lehre in den Naturwissenschaften und deren Didaktiken“ besteht aus 35 Beiträgen (aus den Fachdidaktiken der Chemie, Biologie, Physik und Naturwissenschaften), welche einen Überblick über innovative Lehrformate im Lehramt an 32 verschiedenen Hochschulstandorten geben. Damit möchten die Herausgeber/innen Marcus Kubsch, Stefan Sorge, Julia Arnold und Nicole Graulich Lehrende in den Naturwissenschaften dazu anregen, Konzepte auszuprobieren, zu adaptieren und weiterzuentwickeln, um angehende Lehrkräfte auf die Chancen und Herausforderungen in der Schule im 21. Jahrhundert vorzubereiten.

Die Beiträge aus dem Praxisbuch lassen sich thematisch in drei Abschnitte gliedern: Zunächst steht die Vermittlung von professionellen Kompetenzen durch innovative Formate und Themen im Vordergrund. Geschildert und beschrieben wird u. a. den Einsatz von „Design Thinking“ oder auch „Flipped-Classroom“ aus fachspezifischer Perspektive. Im zweiten Abschnitt wird auf die Planung und Reflexion von Unterricht fokussiert, dabei werden auch spezifische Softwarelösungen, Medien wie Comics und Blogs sowie konkrete Tools als Unterstützung des Planungsprozesses vorgestellt. Im dritten und letzten Abschnitt sind Beiträge über den gewinnbringenden Einsatz und die Entwicklung von Modellierungssoftware oder Augmented Reality bis hin zur eigenständigen Entwicklung von Medien enthalten.

Das Praxishandbuch wurde von der Joachim Herz Stiftung gefördert und ist als Open-Access-Variante zugänglich. Zu dem Buch gibt es ebenfalls kostenfreie Online-Materialien sowie einen begleitenden Podcast, in dem die Autorinnen und Autoren des Buches ihre Beiträge vorstellen.

Neues Handbuch Hochschullehre: 100. Ausgabe als Open-Access-Veröffentlichung

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Die 100. Ausgabe des „Neuen Handbuchs Hochschullehre“ ist erschienen und steht ausnahmsweise als Open-Access-Veröffentlichung zur Verfügung. Das „Handbuch Hochschullehre“ (seit 2002 „Neues Handbuch Hochschullehre“) erschien zum ersten Mal Mitte der 1990er Jahren und bietet seither eine Plattform von Praktiker/innen für Praktiker/innen, um ihre Gedanken und Erfahrungen auf dem wissenschaftlichen Fundament der hochschuldidaktischen Diskurse und dem praktischen Handlungswissen zur Sprache zu bringen.

Im Geleitwort der Jubiläumsausgabe blick das Herausgeberteam zunächst sowohl auf die Entstehung des Handbuchs, als auch auf Entwicklungen in der Hochschuldidaktik, die die verschiedenen Ausgaben der Publikation über die Jahre hinweg beeinflusst haben. Folgende Themenstellungen sind dabei entanden:

  • Hochschullehre im digitalen Wandel. Überlegungen zur didaktischen Gestaltung von Präsenz- und Onlinelehre
  • Threshold Concepts: Übergänge zu disziplinären Denkweisen und transformative Lernprozesse in der Fachlehre verstehen und begleiten
  • Auf dem Weg zu einer beruflich-wissenschaftlichen Bildung
  • Kompetenzorientiertes Prüfen. Grundlagen, präsenz- und onlinegestützte Formate, Bewertung und Rückmeldung kompetenzorientierter Prüfungsleistungen
  • Scholarship of Teaching and Learning – von unentdeckten Einzelinitiativen zur institutionellen Förderung an Hochschulen

Auf der Open-Access-Plattform des DUZ Medienhauses steht die digitale Fassung des Handbuchs zum kostenfreien Download bereit.

Horizon Report Teaching and Learning Edition 2021

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Wie könnte das Lernen und Lehren an der Hochschule in den kommenden Jahren aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein internationales Gremium um den gemeinnützigen Verband EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) erneut und veröffentlichte die Ergebnisse in dem im April 2021 erschienen „Horizon Report Teaching and Learning Edition“. Aus einer Liste von insgesamt 141 Einträgen wurden in einem Delphi-artigen Verfahren Künstliche Intelligenz, Blended-Learning-Kurse und hybride Kursformate, Learning Analytics, Microcredentialing, Open Educational Resources (OER) und Quality Online Learning als Schlüsseltechnologien identifiziert, die voraussichtlich in naher Zukunft zum breiten Einsatz an Hochschulen kommen werden.

Im Bericht spielen die Covid-19-Pandemie und ihre potenziellen dauerhaften Auswirkungen auf die Hochschulbildung eine wichtige Rolle als Antriebskraft für die steigende Entwicklung von Online-Angeboten und bei dem fortschreitenden Rückgang der öffentlichen Finanzierung von Hochschulen. Lesenwert ist der Bericht nicht nur als Informationsquelle über neue und aufkommende Technologien im Bildungsbereich. Die zahlreichen Hinweise auf gegenwärtige Journals, Studien, Projektbeispiele, Statistiken sowie Presse- oder Blogmeldungen aus dem Jahr 2020 bieten auch Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, Weiterbildungsangebote, (didaktische) Entwicklungen, (politische) Ansichten sowie (öffentliche) Debatten rund um das Thema Lehren und Lernen mit digitalen Medien an Hochschulen aus dem vergangenen Jahr rückblickend zu betrachten.

Der englischsprachige Report, der mittelweile zum 17. Mal erschienen ist, findet auch im deutschsprachigen Raum große Resonanz. So bieten zum Beispiel scil, das Kompetenzzentrum für Bildungsmanagement und digitale Transformation von Bildung an der Universität St.Gallen, eine Zusammenfassung des Berichts an und auch der E-Learning Blog der Technischen Universität Graz sowie der Blog der ZHAW (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften) befassen sich mit dem Bericht. Im Weiterbildungsblog von Jochen Robes wird außerdem darauf hingewiesen, dass über die Auswahl und Qualität des Reports in den letzten Jahren immer wieder diskutiert wurde. Über eine eventuelle Übersetzung ins Deutsche hat sich das Multimedia Kontor Hamburg, das im Horizon-Beirat vertreten ist und in Abstimmung mit EDUCAUSE offizielle Übersetzungen erstellt, noch nicht geäußert.

Der Horizon Report Teaching and Learning Edition wird unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht und ist dazu gedacht, Hochschulstrateginnen und -strategen zu informieren sowie Lernenden, Lehrenden und Entscheidungsträger/innen dabei zu helfen, intensiver über die Auswahl von Bildungstechnologien und ihre Beweggründe nachzudenken. Unter den Twitter-Hashtags #HorizonReportTL bzw. #HorizonReport können Diskussionen, Kommentare oder kritische Anmerkungen über den Report mitverfolgt werden.

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