Hochschulnews

21.04.2020: Die aktuellen Themen: Ein Überblick: Erste Erfahrungen bei der Umstellung auf ein Online-Semester +++ Thüringen stärkt Ausbau digitaler Hochschullehre mit 2,2 Millionen Euro +++ Technische Hochschule Deggendorf fördert Ausbau digitaler Lehrkonzepte +++ TU Darmstadt: Erwartungen Studierender an die Nutzung von Moodle

Umstellung des Lehrbetriebs auf digitale Formate: Welche Erfahrungen haben die Hochschulen in der Vorbereitungsphase gemacht?

Zur Unterstützung der bundesweiten Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie haben viele Hochschulen den Beginn des Vorlesungsbetriebs im Sommersemester 2020 auf den 20. April verschoben. Andere Hochschulen mussten ihren Lehrbetrieb während des bereits laufenden Semesters umstellen. Innerhalb kürzester Zeit wurde so eine digitale Umsetzung des Sommersemsters realisiert. Dabei bringt der Wechsel von einer bisher oft überwiegenden Präsenzlehre zu einer reinen Online-Lehre gewaltige Herausforderungen für Lehrende, Studierende und viele weitere Hochschulmitarbeitende mit sich. Welche Erfahrungen einige Hochschulen auf diesem Weg bereits gesammelt haben, wird im Folgenden zusammengefasst.

Anders als viele Hochschulen befanden sich die DHBW Stuttgart, die DHBW Karlsruhe oder auch die Rheinische Fachhochschule Köln bereits im laufenden Präsenzsemester, als sie umschwenken mussten. An der die DHBW Stuttgart wurde der Vorlesungsbetrieb innerhalb kürzester Zeit für über 300 Kursgruppen von Präsenzveranstaltungen auf digitale Lehre umgestellt und das Education Support Center der Hochschule setzte sich u.a. als Ziel, besonders die Lehrenden zu unterstützen, die sich bislang noch nicht intensiv mit digitalen Lehrmethoden auseinandergesetzt haben. An der DHBW Karlsruhe hingegen stand man aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Frankreich vor der Herausforderung, Informationsmaterialien für Studierende aus Frankreich, welche voraussichtlich erst wieder Mitte Juni einreisen dürfen, auch auf Französisch aufzubereiten. Die Rheinische Fachhochschule Köln errichtete ein sogenanntes „Online-Not-Team“, welches Lehrende und Studierende gleichermaßen bei Fragen rund um das Arbeiten mit den neuen Online-Plattformen unterstützt.

Die Leuphana Universität Lüneburg startete bereits Anfang April ihren Lehrbetrieb und berichtete, dass 90% des regulären Kursangebotes im Sommersemester online stattfinden kann. Die Umstellung der bisherigen Veranstaltungen erfolgte anhand dreier verschiedener Modelle: das moderierte Selbststudium, die Integration von Multimedia-Elementen und die Schaffung virtueller Lernräume durch Online-Tools wie Zoom, GoToMeeting, Moodle und RocketChat. Bereits seit Jahren arbeitet die Universität zudem mit der selbstentwickelten Informations- und Kommunikationsplattform myStudy.

„Nicht warten, starten“. Unter diesem Motto stellte auch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bereits Anfang April die ersten Lehrveranstaltungen im Netz auf ihrer Plattform LEA (Lernen und Arbeiten online) zur Verfügung. Damit orientierte sie sich am Konzept des „Flipped Classroom“, bei dem Studierende sich den Lernstoff selbst erarbeiten, ehe er anschließend gemeinsam besprochen wird.

Die Technische Universität Graz fasst nach den Osterfeiertagen die Geschehnisse der Woche 4 und 5 nach dem Lockdown an der Universität folgendermaßen zusammen: Moodle hat an der TU Graz eine Steigerung der Transferleistung zu verzeichnen und so werden ca. 1,5 TB am Tag über die Onlineplattform an die Studierenden verschickt. Zusätzlich gibt es bereits Angebote für mehr als 108 Onlinekurse und die Nutzung der Videokonferenz-Plattform Cisco Webex steigt kontinuierlich.

Nach knapp zwei Wochen Digitaler Lehre am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe schaut man zuversichtlich in die Zukunft, trotz kleinerer Pannen, die nicht ausblieben. Die Plattform ILIAS wird mittlerweile als zentrales Kommunikationswerkzeug eingesetzt. Ergänzend nutzen einige Lehrende beispielsweise auch ein Webkonferenz-Tool, um mit größeren Gruppen synchron arbeiten zu können. „Wir schulden den Studierenden ein Semester, deswegen geben wir unser Bestes – auch unter den gegenwärtigen Umständen“, sagt Dekan Carsten Wiewiorra.

Die Umstellung von Präsenzunterricht auf Online-Lehre ist für viele Hochschulen eine große Herausforderung, welche uns noch längere Zeit beschäftigen wird. Spannend ist dabei sicherlich auch die Frage, wie dieses „ungewöhnliche“ Semester die Hochschulen über den Sommer hinaus beeinflussen wird.

Weitere News aus den Hochschulen

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Thüringen errichtet Sonderfonds mit 2,2 Millionen Euro für den Ausbau digitaler Lehrformate

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee teilte am 9. April in Erfurt mit, dass Thüringen einen Sonderfonds mit 2,2 Millionen Euro für den Ausbau digitaler Lehrformate an den Thüringer Hochschulen auflegt. Die Mittel aus dem Sonderfonds dienen insbesondere dazu, Vorlesungen und Seminare digital abzuhalten bzw. das Angebot an solchen digitalen Lehrformaten zu erweitern. Auch ein hochschulübergreifendes E-Learning-Portal für Dozierende und Lehrkräfte soll eingerichtet werden.
Quelle: wirtschaft.thueringen.de/

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Technische Hochschule Deggendorf fördert Ausbau digitaler Lehrkonzepte

Wie Lehrende im ganzen Land arbeiten auch die Lehrenden der Technischen Hochschule Deggendorf seit einigen Wochen daran, ihre Online-Angebote und Konzepte für die Studierenden auszuarbeiten und umzusetzen. Bereits seit der Gründung der THD investiert die Hochschule in E-Learning-Angebote und war somit gut auf die Ausnahmesituation vorbereitet. Zurzeit befinden sich 28 Kurse der THD im Einsatz, darunter auch das 3 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt DEG-DLM (Deggendorfer Distance Learning). Das Projekt besteht u.a. aus einer Mischung von Präsenzphasen und Online-Einheiten, automatisierten Vorlesungsaufzeichnungen sowie einem Coaching Konzept für Lehrende zur digitalen Lehre und vielem mehr.
Quelle: stmwk.bayern.de/

TU Darmstadt veröffentlicht Ergebnisse einer Umfrage zur Nutzung von LMS aus studentischer Perspektive

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Im Rahmen eines studentischen Projekts wurde in der Umfrage ermittelt, welche Erwartungen die Studierenden der TU Darmstadt an eine Nutzung von Lernmanagement-Systemen (LMS) durch Hochschullehrende haben, wobei der Schwerpunkt auf dem LMS Moodle lag. Ergebnisse der Umfrage zeigen u.a., dass Studierenden die Nutzung einheitlicher Lernplattformen innerhalb der Fachbereiche wichtig ist. Darüber hinaus wünschen sich die Lernenden, dass die Prüfungsvorbereitung im Fokus der Moodle-Kurse steht und dass durch eine gute Struktur sowie einheitliche Dateibenennung gute Voraussetzungen für den Lernprozess geschaffen werden. Zusätzlich empfehlen die Studierenden auch Videos oder E-Learning-Tools einzusetzen. Als „Top 3 Moodle-Tools“ nannten sie dabei: „Test“, „Datenbank“ und „Aufgabe“. Umfassende Ergebnisse der Umfrage wurden auf dem Portal einfachlehren.de veröffentlicht.
Quelle: blog.e-learning.tu-darmstadt.de/

Bildquelle auf Facebook: Pixabay

Gepostet von: kfederer
Kategorie: News aus den Hochschulen

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