Veranstaltungsrückblick: Dialogforum „Kompetenzen von Lehrkräften in der digital geprägten Welt“

14.09.2022: Im Rahmen des EdTech Research Forums in Essen fand am 01.09.2022 das Dialogforum „Kompetenzen von Lehrkräften in der digital geprägten Welt“ statt. Im Fokus standen Modelle, die Kompetenzen von angehenden und berufstätigen Lehrkräften bezüglich des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht adressieren. Eingeladen waren Akteurinnen und Akteure der Bildungsbereiche Schule und Lehrkräftebildung. Das Dialogforum bot den Teilnehmenden Gelegenheit, sich sowohl mit spezifischen Kompetenzmodellen als auch mit der Nutzung von Modellen an sich auseinanderzusetzen.

Die Teilnehmenden aus der Forschung bzw. Bildungspraxis tauschten sich zunächst im Format des World Cafés über verschiedene Kompetenzmodelle für Lehrkräfte aus, die das Unterrichten mit digitalen Medien adressieren. Ziel war es, die einzelnen Modelle kennenzulernen, zu diskutieren und passende Einsatzszenarios herauszuarbeiten. Während Modelle wie TPACK (Mishra & Koehler, 2006) bereits bekannt waren, setzten sich die Teilnehmenden auch mit ihnen bislang unbekannten Modellen auseinander. Als besonders wertvoll erwies sich der Austausch zum UDE-Modell (Integratives Modell digitalisierungsbezogener Kompetenzen für die Lehramtsausbildung), da eine Autorin und ein Autor anwesend waren und den Dialog mit den teilnehmenden Expertinnen und Experten suchten. Alle fünf Modelle und die Anmerkungen der Teilnehmenden zu deren Adressaten sowie Stärken und Schwächen finden sich in der PDF-Datei mit der Veranstaltungspräsentation und -dokumentation.

Im zweiten Teil des Dialogforums diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen über Mehrwerte und Risiken beim Einsatz von Kompetenzmodellen in der Forschungs- und Bildungspraxis. So sprach eine Kleingruppe darüber, wie Kompetenzmodelle in der Schulpraxis zu wirksamen Werkzeugen werden können. In der Gruppe zum Lehramtsstudium wurde reflektiert, inwiefern die Kompetenzmodelle die berufliche Autonomie von zukünftigen Lehrkräften einschränken und Lehramtsstudierenden eine bestimmte Art der Technologienutzung vorgeben. Die Kleingruppe zur Forschung widmete sich der Frage, welche Methoden es zur Erfassung von Kompetenzen gibt als Alternative zu Selbstauskünften in Fragebögen und welche Vor- und Nachteile diese Instrumente haben. Die Gesprächsnotizen zum zweiten Teil sind ebenfalls in der PDF-Datei mit der Veranstaltungspräsentation und -dokumentation einsehbar.

Das Forum fand im Rahmen des EdTech Research Forums am Learning Lab in Essen statt, der zentralen jährlichen Veranstaltung der BMBF-Förderlinie Digitalisierung im Bildungsbereich – Grundsatzfragen und Gelingensbedingungen. Seit 2018 befassen sich zahlreiche Forschungsprojekte in dieser Förderlinie mit Fragen rund um das Thema der Bildung mit digitalen Medien. Die Projekte werden durch das Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich" (Digi-EBF) flankiert, das sowohl die Projekte begleitet als auch eigenständige Forschungsvorhaben durchführt. Das Metavorhaben ist ein Verbundprojekt, dessen Teilbereiche Schulische Bildung am Learning Lab und Lehrkräftebildung am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) das Dialogforum ausgerichtet haben.

Die Veranstalter des EdTech Research Forums setzten bewusst auf ein diskursives Format. Das Programm bot sowohl spezifische Angebote für bestimmte Bildungsbereiche, als auch bereichsübergreifende Sessions. Thematische Schwerpunkte der Veranstaltung waren „Kompetenzen in der digital geprägten Welt“ sowie „Kooperationsmethoden von Bildungsforschung und -praxis“. Zum letztgenannten Thema präsentierte sich e-teaching.org im Transfer World Café und zeigte den Forschenden die verschiedenen Möglichkeiten für Transfer, die das Portal bietet. Das Projekt HybridLR, an dem auch das IWM beteiligt ist, stellte Wirkfaktoren und Good Practice bei der Gestaltung hybrider Lernräume vor, die im Repositorium „Hybride Lernräume“ abrufbar sind.

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