eLib

eLibrary Austria – die freie Wissensdatenbank

eLib ist eine frei abrufbare Bibliothek von Quelltexten, Gastbeiträgen (Artikeln, Biographien, Diplomarbeiten) und digitalisierten, elektronisch durchsuchbaren Volltexten (teilweise mit Links zu digitalisierten Faksimiles).

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Vision eines offenen Zugangs zu Kultur und Wissens. Durch die Bibliothek soll die Nutzung bisher ungenutzter Ressourcen für Wissenschaft und Lehre gefördert werden. Das Projekt richtet sich damit gegen den Trend zur kommerziellen Bereitstellung von Wissen. Gegenüber der benutzerverwalteten Wikipedia, deren Qualität durchaus an die großer Lexika heranreicht, liegt hier der Fokus stärker auf der Präsentation von vernetzten Inhalten und Themenkreisen.

Das Projekt ist beispielhaft einerseits für die Nutzung von Wiki -Systemen zur kollaborativen Bearbeitung von über das Internet verfügbaren Inhalten. Andererseits beruht dieses Projekt, das sonst nur schwer zugängliche Informationen verfügbar macht, auf Freiwilligkeit und studentischer Initiative.

Ziele und Inhalte

Das an die Wiki pedia angelehnte eLibrary-Projekt wurde von Studierenden initiiert und versteht sich mit seinen jetzigen Inhalten als ein Länder und Wissensgebiete übergreifender Pilotversuch, mit Schwerpunkt Österreich. Es soll ein Repositorium geschaffen werden, über das wissenschaftliche Volltexte für die Forschung und Lehre, Aus- und Weiterbildung frei zugänglich gemacht und durch eine Gemeinschaft gepflegt und erweitert werden. Wenn der Zugang zu einer entsprechenden Bibliothek fehlt – z.B. im Fernstudium oder außerhalb Europas – kann dadurch der Zugang zu Materialien erst ermöglicht werden. Das Projekt basiert auf freiwilliger Mitarbeit und der Bereitschaft, Beiträge kostenlos bereitzustellen. Durch eine Digitalisierung bereits vorhandener Inhalte werden diese leichter und langfristig zugänglich und besser reproduzierbar.

Didaktisches Konzept

Im Rahmen des eLibrary-Projekts werden neue elektronische Texte zuerst mit Autorenbiographien verlinkt und dann nach Persönlichkeiten, Ereignissen und Begriffen kategorisiert sowie mit ähnlichen Texten verknüpft. In übergeordneten Themenkreisen werden Artikel vernetzt mit dem Ziel, dadurch Synergieeffekte zu schaffen. Neben der eingebauten fachgebietsbezogenen Suchfunktion ist eine Volltextsuche mit Google über alle Projektseiten möglich.

Abb.: Elektronische Volltext-Anzeige in eLib

Es liegt ein Konzept des kooperativen Projektmanagements zugrunde, bei dem die einzelnen Studierenden gleichzeitig Nutzer und Beitragende sind - und - sich somit auf der gleichen Ebene wie andere Projektnutzer bewegen.
Für die freiwilligen Mitarbeiter/innen des Projekts, insbesondere Studierende, besteht die Möglichkeit, erlerntes Wissen umzusetzen, indem sie es inhaltlich aufbereiten, den Themenkreisen zuordnen und präsentieren. Dazu verfassen sie selbst Texte, die unterschiedliche Inhalte (Originalquellen, Diplomarbeit, Aufsätze ...) in Bezug zueinander setzen und verknüpfen. Beispielsweise können Seminarergebnisse in dieser Weise vernetzt präsentiert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Peer Review, das heisst der qualifizierte gegenseitige Meinungsaustausch. Dieser dient der Qualitätssicherung von Beiträgen, die nicht bereits einen Reviewprozess zum Beispiel durch eine Hochschule durchlaufen haben (z. B. Diplomarbeiten). Der Peer Review unterstützt die Schulung der Teamfähigkeit und den Umgang mit modernen Kommunikationsmedien und stellt zugleich ist einen hoch zu veranschlagenden Motivationsfaktor dar.

Curriculare Verankerung

eLib ist ein freies Projekt mit universitärer Anbindung, die Nutzung ist curricular nicht direkt eingebunden oder vorgeschrieben, sondern eine freiwillige Ergänzung für Interessierte, hauptsächlich aus dem universitären Bereich.

Technik

Zugang

Das eLibrary-Projekt ist frei im WWW verfügbar und basiert auf der MediaWiki -Software.

Nutzung

Es wird die für die Wikipedia verwendete Software eingesetzt. Die offene Architektur macht es möglich, die Inhalte in nahezu jede über das Web erfolgende Suche einzubinden. Die Mitarbeiter/innen des Projekts haben eigene Benutzerseiten. Für die Kommunikation der Beteiligten stützt eLib sich auf bestehende Programme wie das Voice over IP-Programm Skype mit Konferenzschaltungsfunktion und Instant Messaging über den Internet Relay Chat (IRC).

Benötigte Software

Es wird nur ein aktueller Browser benötigt.

Entwicklung

Es kommt ausschließlich Open Source Software zum Einsatz. Durch die Konzentration auf Volltext und komprimierte Bildformate entstehen relativ kleine, unaufwendige Datenbanken, für die nach Einschätzung der Initiatoren ein Hosting oder der Umzug auf andere Server praktisch immer zu bewerkstelligen ist.

Kosten

Da eLib auf freiwilliger Mitarbeit beruht sind die Kosten für das Projekt gering.

Zielgruppe

Die Hauptadressaten sind Einzelpersonen (Professoren, Studierende, Zeitzeugen, Interessierte), die dezentral und unbürokratisch Inhalte hinzufügen und nutzen können. Institutionen Bibliotheken, offizielle Stellen wie Universitäten, Forschungseinrichtungen, Archive, Vereine, Zeitungsarchive stellen dabei eher die Inhalte zur Verfügung. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Aufbau eines Teams - in Form einer länderübergreifenden Gruppe von Freiwilligen - gelegt, das Institutionen Unterstützung bietet bei der kostenintensiven Arbeit, Volltexte online zu veröffentlichen.

Rahmenbedingungen

Das Angebot von eLib ist nicht universitär eingebunden, sondern richtet sich auf freiwilliger Basis an die Studierenden. Um bei eLib mitwirken zu können muß lediglich die Webseite besucht und sich mit der Struktur von Wikis vertraut gemacht werden.

Ergebnisse

Bereits bei der Beta-Testphase zeigte sich, dass das auf der Software MediaWiki basierende Angebot der inhaltlichen Fokus-Seiten von eLib für Suchmaschinen sehr attraktiv ist. Manche Inhalte wurden bei Google-Anfragen unter den ersten 20 Ergebnissen aufgeführt. Seit Anfang 2007 sind die neu gestalteten und erweiterten Portalseiten von eLib online.

Zum Projekt

Website

http://www.literature.at/elib/

Ansprechpartner/in

Gernot Hausar
Stoesslgasse 3/3
A-1130 Wien

E-Mail: a9700768@unet.univie.ac.at

Zeitraum

Seit der Umsetzung der Projektidee Anfang 2005 hat sich das eLibrary-Projekt stetig weiterentwickelt, was sich auch an den folgenden vereinbarten Ausbaustufen zeigen lässt:

Phase 1: Erstellung einer Datenbank mit einem Minimum von 5000 Werken. Erschließung dieser Werke in Portalen und über Fokus-Seiten.

Phase 2: Aufbau einer Gemeinschaft und Bekanntmachung des Projektes. Ziel etwa 20 regelmäßige Mitarbeiter. Werbung über Medien. Erweiterung der Inhalte.

Phase 3: Kooperation mit einzelnen Instituten der Universität. Bereitstellung von Inhalten für Lehrveranstaltungen im großen Rahmen.

Phase 4: Integration der Inhalte in die E-Learning Umgebungen verschiedener Universitäten. Ausbau zur Plattform für das interuniversitäre Bereitstellen des Grundlehrstoffes.


Förderung

Das Projekt wurde bisher ermöglicht durch Hosting auf österreichischen Universitätsservern, Spenden und Sponsoring. Wichtig ist den Initiatoren, die Personalkosten gering zu halten und durch eine Verteilung der Arbeit auf Freiwillige, um notfalls auch ohne Förderung stets ein Minimalangebot aufrechterhalten zu können. Im Jahr 2006 hat eLib bei MedidaPrix teilgenommen. Es zählte als Finalist zu den zehn besten Einreichungen und gewann den Förderpreis.

Beteiligungen und Kooperationen

Eine Mitarbeit an eLib erfolgt auf freiwilliger Basis und steht allen Interessierten offen. 

Kategorisierung

Lehrfunktion

  • Informationsvermittlung
  • Wissenserarbeitung
  • Diskussion u. Austausch
  • Motivation

Medieneinsatz

  • Hypertext
  • Shared Workspace

Fachbereich

  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Rechtswissenschaft
  • Sonstiges

Lehrszenarien

  • Projekt

Kategorie

  • Lernmaterial(-sammlung)