Selbststudium mit digitalen Medien: Studierende berichten über Herausforderungen im Online-Semester

Erstellt am 18.05.2021

Im Interview spricht unsere studentische Mitarbeiterin Sylvia Gatzka mit den drei Studierenden Solveig Brandt, Mehmet Ivecan und Niklas Thiedecke über die Herausforderungen des Selbststudiums im Online-Semester: Wie lassen sich die eigenen Arbeitszeiten und Aufgaben am besten organisieren und vor allem, wie gelingt die Selbstmotivation, wenn kein persönlicher Kontakt zu Lehrenden und Kommilitoninnen und Kommilitonen besteht?

Dieser Podcast ist Teil des Erfahrungsberichts Selbststudium mit digitalen Medien: Studierende berichten über Herausforderungen im Online-Semester und wurde im Rahmen des Themenspecials Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen veröffentlicht.

Transkript

Dieser Beitrag ist Teil des Themenspecials „Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen“. Mein Name ist Sylvia Gatzka und ich darf heute mit zwei Studierenden sprechen, die unterschiedliche Erfahrungshorizonte bezüglich des Selbststudiums mit sich bringen. Zum Abschluss unterhalte ich mich noch mit einem Tutor, der ein Tutorium online geleitet hat und das Selbststudium mit digitalen Medien aus der Lehrendenperspektive aufzeigen wird. Doch zunächst darf ich meinen ersten Interviewpartner und meine erste Interviewpartnerin herzlich begrüßen!

Mehmet Ivecan: Hi, ich bin der Mehmet. Ich studiere momentan Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule Darmstadt im zweiten Fachsemester.

Solveig Brandt: Hallo, ich bin Solveig Brandt und ich studiere den Master in Medienwissenschaften an der Universität Tübingen im vierten Semester.

Ich freue mich sehr heute, dieses Gespräch mit euch beiden führen zu dürfen. Zunächst einmal würde mich interessieren: Mehmet, was hat dir denn am meisten sorgen bereitet, als du erfahren hast, dass dein erstes Studiensemester digital ablaufen wird?

Mehmet Ivecan: Am meisten Sorgen bereitet hat mir eigentlich, dass ich den Kontakt mit meinen ganzen Mitstudierenden nicht persönlich habe und mir das Einleben in das Studentenlebt sehr, sehr schwer fallen wird.

Und was hat dir, als erfahrene Studentin, am meisten Sorgen bereitet Solveig, hinsichtlich des nahenden digitalen Semesters?

Solveig Brandt: Als ich erfahren habe, dass es jetzt noch ein digitales Semester gibt, war bei mir zum Beispiel die Frage direkt im Kopf, wie gehe ich mit den bereits aufgeschobenen Projekten um. Viele praktische Projekte wurden einfach schon in die Zukunft verschoben, weil man dachte, es wäre dann vielleicht realisierbar. Dann kam natürlich die Frage auf, gefährdet es eventuell meinen Abschluss, dass ich da rechtzeitig fertig werde. Das waren so die ersten Gedanken, die mir kamen, als verkündet wurde, dass wir noch ein digitales Semester machen.

Wie seid ihr generell im Selbststudium im digitalen Semester zurechtgekommen?

Mehmet Ivecan: Es ist eigentlich am Anfang besser gelaufen als gedacht, da ich zu anderen Studenten den Kontakt schneller knüpfen konnte als erwartet und wir somit einen recht guten Start hatten und wir alle zusammengelernt haben.

Solveig Brandt: Im Großen und Ganzen bin ich ganz gut damit zurechtgekommen. Das Selbststudium an sich ist ja eigentlich kein neues Konzept. Als Student macht man eigentlich viel selbstständig, alleine und zu Hause. Von dem her war es nicht so eine große Umstellung. Natürlich hat der Kontakt mit den Kommilitonen total gefehlt.

Womit hattet ihr die größten Schwierigkeiten beim Selbststudium und wie seid ihr damit umgegangen?

Mehmet Ivecan: Die größte Schwierigkeit war die Motivation zu finden. In der Uni wäre es ja eigentlich so, dass wir mit Freunden in der Vorlesung zusammensitzen würden, zusammen lernen würden, uns über die Themen unterhalten würden. Da das momentan nicht möglich ist, ist dies uns sehr, sehr schwergefallen. Wir sind damit umgegangen und haben angefangen über Videochat zu kommunizieren und dementsprechend alles zusammen zu erledigen, so gut es ging.

Solveig Brandt: Das größte Problem, das ich hatte war tatsächlich die Literatursuche, weil einfach nicht alles digital verfügbar ist. Teilweise musste ich dann Bücher oder Filme einfach kaufen, die ich mir sonst geliehen hätte. Die Bibliothek hatte zwar zeitweise dann wieder geöffnet, aber man versucht ja trotzdem keine unnötigen Wege auf sich zu nehmen oder Kontakte zu vermeiden. Von dem her musste man sich da einfach ein bisschen mehr erkundigen, schlau machen und ein bisschen intensiver suchen als sonst.

Hattet ihr zuvor schon Erfahrung mit E-Learning-Tools gemacht?

Mehmet Ivecan: Nein, gar keine.

Solveig Brandt: Mit manchen habe ich schon tatsächlich davor gearbeitet. Zum Beispiel mit dem „Miro Board“, wo man zusammen an einer Pinnwand arbeiten kann, was bei Gruppenarbeiten echt toll war. Aber viele Tools waren auch neu, wie zum Beispiel die Plattform Teams, die habe ich davor noch nie benutzt, aber die war auch total hilfreich im Selbststudium, beziehungsweise in der Zusammenarbeit.

Hier wieder eine Frage an Mehmet: Wurden an deiner Hochschule Einführungskurse zu den jeweiligen Tools, zur Recherche, zum Selbstmanagement oder ähnlichem angeboten?

Mehmet Ivecan: Ja, es wurde uns angeboten, aber ich habe daran nicht teilgenommen, weil sich eigentlich alles sehr, sehr schnell ergeben hat. Man ist sehr, sehr schnell gut damit klargekommen und man hatte auch, um ehrlich zu sein, gar keine Zeit sich genauer zu informieren.

Wie war das bei dir Solveig? Wurden an deiner Universität Einführungskurse zu den jeweiligen Tools oder dem Selbststudium angeboten?

Solveig Brandt: Davon habe ich, glaube ich nichts mitbekommen. Also wenn es das gab, dann habe ich es nicht gemerkt.

Wie waren eure Erfahrungen mit dem Selbststudium mithilfe der jeweiligen Tools?

Mehmet Ivecan: Meine Erfahrungen waren eigentlich sehr, sehr gut. Vor allem weil die Professoren uns gut unterstützt haben, uns in diese Tools auch gut eingeführt haben und dadurch hatten wir eigentlich sehr wenige Probleme, uns damit auseinander zu setzen.

Solveig Brandt: Die E-Learning-Tools haben mir im Selbststudium total weitergeholfen, sei es zur Organisation oder zum Teilen von Dokumenten mit Anderen oder einfach zur vereinfachten Zusammenarbeit digital.

Inwieweit haben eure Dozierenden in den von euch besuchten Lehrveranstaltungen die Selbststudiumanteile zeitlich, inhaltlich oder auch methodisch vorstrukturiert? Haben sie euch beim Selbststudium unterstützt?

Mehmet Ivecan: Diese Frage kann man auf jeden Fall nicht allgemein beantworten, weil es sehr, sehr unterschiedlich gewesen ist. Manche haben uns mit Videomaterial unterstützt und uns mehr Übungsaufgaben gegeben. Doch andere wiederum haben es als selbstverständlich angesehen, dass uns alles am Anfang klar ist und genau in diesem Punkt hätte ich mir eigentlich mehr Unterstützung gewünscht.

Solveig Brandt: Teilweise waren die Unterrichtseinheiten ziemlich genau strukturiert und auch die Länge für die Vor- und Nachbereitung war fest vorgelegt, was einem echt geholfen hat, weil man dann einschätzen konnte, wie viel man für welche Aufgabe benötigt. Und auch die Themen wurden genau eingeteilt. Bei anderen Dozenten war es nicht so, also das hat sich sehr unterschieden. Aber die meisten haben doch versucht, uns eine klare Struktur mit auf den Weg zu geben, um uns dabei zu unterstützen.

Habt ihr mit anderen Studierenden zusammen gelernt, zum Beispiel durch das Gründen von Online-Lerngruppen?

Mehmet Ivecan: Ja, schon am ersten Tag haben wir für jedes Modul eine Gruppe gebildet von sieben Personen und dadurch gab es eigentlich kein Problem mit anderen Studenten zusammen zu lernen. Wie gesagt, wir haben es mit Videochat probiert, es hat sehr, sehr gut geklappt und das würde ich eigentlich nur weiterempfehlen.

Solveig Brandt: Ja, wir haben tatsächlich Lerngruppen gebildet, vor allem bei der Klausurvorbereitung war das super hilfreich, weil man sich dann einfach nochmal gegenseitig Fragen stellen konnte und zeitgleich an den Aufgaben gearbeitet hat. Aber auch bei Hausarbeiten haben wir zum Beispiel immer mal wieder feste Termine ausgemacht, um uns über den Fortschritt oder Probleme, die wir hatten, auszutauschen.

Habt ihr einen Weg gefunden, euer Selbststudium im Laufe des Semesters zu verbessern? Und wenn ja, wie, mit welchen digitalen Medien, Tools oder vielleicht Selbstlernangeboten?

Mehmet Ivecan: Ich habe mich im Internet über das Selbststudium informiert und da gab’s sehr, sehr viele Beiträge dazu, wie ich besser vorankommen kann. Ich habe viele YouTube-Videos angeschaut, zu den jeweiligen Themen und allgemein bin ich die Vorlesungen mehrmals durchgegangen, habe mir sie mehrmals angeguckt

Solveig Brandt: Für mich war der Weg zum Erfolg da die Organisation. Das war total wichtig. Ich habe mir einfach feste Tage für bestimmte Kurse festgelegt und dann die Aufgaben an diesen Tagen erledigt. Und natürlich haben auch digitale Hilfsmittel dazu beigetragen, zum Beispiel habe ich ein Notizbuch, was ich dann auch in Gruppenarbeiten mit anderen geteilt habe. Auch eine gut angelegte Ordnerstruktur hat weitergeholfen.

Wo hättet ihr euch denn sonst noch konkrete Hilfestellungen im Selbststudium gewünscht?

Mehmet Ivecan: Ich hätte mir noch Hilfestellungen zu den jeweiligen Online-Portalen gewünscht. Wie die ganzen Online-Portale funktionieren, wie man sich für die Prüfungen an- und abmeldet und vor allem beim Erstellen der Stundenpläne, dazu wurde uns leider nichts gesagt.

Solveig Brandt: Ich hätte es gut gefunden, wenn wir während des Semesters auch mal freiwillige Arbeiten abgegeben und dazu Feedback bekommen hätten, weil man sonst während des Semesters ja im ständigen Austausch ist und einfach auch mal was vorzeigen kann, was jetzt hier eher nicht so der Fall war. Außerdem hab’ ich mir gedacht, dass für viele bestimmt technische Hilfsmittel nötig gewesen wären, zum Beispiel, dass man einen Laptop ausleihen kann oder einen zusätzlichen Monitor. Das hätte vielen bestimmt weitergeholfen.

Welche Tipps zu digitalen Medien, als Unterstützungstools, könntet ihr weitergeben?

Mehmet Ivecan: Ich würde auf jeden Fall weitergeben, dass sich Studenten YouTube-Videos zu den jeweiligen Themen anschauen, dass sie sich Internetbeiträge durchlesen und vor allem, als allgemeinen Tipp würde ich weitergeben, dass die Studenten nichts aufschieben sollen.

Solveig Brandt: Ich finde digitale Unterstützungstools können einem weiterhelfen, aber man sollte nicht zu viele davon benutzen. Wenn man auf zwanzig Plattformen angemeldet ist und alle Sachen woanders liegen hat, dann kann man auch leicht in Verwirrung geraten. Deswegen sollte man sich die sinnvollsten und die für einen am besten funktionieren raussuchen und die dann auch intensiv nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch, euch beiden.

Mehmet Ivecan: Sehr, sehr gerne.

Solveig Brandt: Gerne.

Zum Abschluss wollen wir das Selbststudium mit digitalen Medien noch aus der Perspektive eines Tutors betrachten, der im Wintersemester 2020/2021 ein Tutorium online geleitet hat.

Niklas Thiedecke: Ja, ich heiße Niklas Thiedecke. Ich bin in Freiburg an der Universität und mache hier meinen Master in „Embedded Systems Engineering”. Das kommende Semester ist mein viertes Semester und ich habe eben letztes Wintersemester das Tutorat von dem Fach „Embedded Systems Engineering” gehalten.

Freut mich sehr heute mit dir zu sprechen. Zu Anfang wüsste ich gerne, hast du denn schon einmal ein Tutorium gehalten? Und wenn ja, in Präsenz oder eventuell schon digital?

Niklas Thiedecke: Nein, das ist tatsächlich mein erstes Tutorium und es war auch gleich digital. Also das heißt, ich habe jetzt nur die digitale Variante ausprobiert.

Was hat dir denn am meisten Sorgen bereitet, als du erfahren hast, dass du das nächste Tutorium eben für ein digitales Semester vorbereiten wirst?

Niklas Thiedecke: Ich hab’ mir hauptsächlich Gedanken darüber gemacht, ob genug Interaktion stattfindet. Also, ob’s jetzt in einem Monolog endet, wenn ich mein Tutorat halte, ob die Leute bereit sind mit mir zu reden, vielleicht auch sogar bereit sind, ihre Lösungen selbst vorzustellen. Und auch eine Problematik, die ich gesehen habe, war: Bekomme ich genug Feedback? In einem Raum ist es ja so, dass man den Leuten ansieht, wenn man zu schnell oder zu langsam redet, ob alles verständlich war und ob die Inhalte verständlich präsentiert sind. Und dieses Feedback habe ich jetzt online nicht so erwartet wie in Präsenz.

Und wie hast du diesen Spagat geschafft, also zwischen Tutor sein und eben selbst zu studieren, in Bezug auf dein Selbststudium?

Niklas Thiedecke: Mir hat’s sehr geholfen, die Zeitslots die ich für das Tutorat genutzt hab, festzulegen. Also sprich, ich habe in der Woche Mittwochsnachmittags/-abends die Korrekturen der Abgaben gemacht und hab’ dann Donnerstagsfrüh direkt das Tutorat vorbereitet. So hatte ich da im Endeffekt immer einen festen geblockten Zeitpunkt, an dem ich das mache und das hat mich davon abgehalten, dass mich das im Selbststudium behindert.

Hattest du denn schon zuvor Erfahrungen mit E-Learning-Tools im eigenen Studium gemacht?

Niklas Thiedecke: Ich hab’ für mein Selbststudium natürlich auch digitale Tools benutzt. Zum Beispiel Notizapps, beziehungsweise Notizprogramme oder Karteikartenprogramme. Teilweise natürlich auch Erklärvideos im Internet.

Wie hast du dich auf das digitale Tutorium vorbereitet und womit hattest du bei der Organisation die größten Schwierigkeiten?

Niklas Thiedecke: Vorbereitet habe ich mich mit PowerPoint, also ich habe hauptsächlich Folien erstellt. Und eben anhand der Abgaben der Studierenden. Ich habe mir da genau angeguckt, welche Fehler machen die meisten, was ist den meisten unklar. Das sieht man schon, wenn man irgendwie in der Woche so zwanzig Abgaben korrigiert. Da habe ich dann den Fokus in der Erklärung draufgesetzt. Die Fragestellung, beziehungsweise was mich am meisten beschäftigt hat, war: Wie stelle ich die Inhalte am besten dar, so dass die Leute es a) im Tutorat direkt verstehen und b) auch zur Prüfungsvorbereitung nutzen können im Nachhinein.

Wo hattest du denn den Eindruck, hatten die Studierenden die größten Probleme beim Selbststudium im digitalen Semester?

Niklas Thiedecke: Die meisten Leute hatten, meiner Meinung nach, tatsächlich Probleme mit Motivation, beziehungsweise mit Prokrastination. Ich hatte auch den Eindruck, dass es gar nicht primär an dem Studium an sich liegt, sondern auch an den fehlenden sozialen Kontakten. Also, dass man auch zusammen irgendwie im Team oder in einem Projekt etwas erarbeitet. Viele hören auch online nur halb zu, gerade wenn Interaktion nicht so gefördert wird in dem Tutorat. Das heißt, ich hatte das Gefühl, dass die Aufmerksamkeit da auch wesentlich geringer ist. 

Bezüglich Tools hatten die meisten bei uns Probleme mit Simulations-Tools, also Tools, die wir benutzen, um Schaltungen oder Automaten oder so etwas näher zu bringen. Wobei ich da den Eindruck hatte, dass die Leute einen großen Lerneffekt hatten, wenn sie sich mal selber mit so etwas beschäftigt haben und selbst Dinge ausprobiert haben.

Gibt es denn ein E-Learning-Tool, das du in Bezug auf das Selbststudium besonders empfehlen würdest?

Niklas Thiedecke: Was meiner Meinung nach super funktioniert sind Karteikartenprogramme. Ich benutzte da zum Beispiel „Anki” dafür. Mit denen kann ich das Basiswissen, was man für Vorlesungen braucht, dann regelmäßig wiederholen. Außerdem benutze ich auch noch eine Notizapp, beziehungsweise einen digitalen Kalender, indem man auch die Aufgaben pro Woche planen kann und einen Überblick hat, was denn zu tun ist. Besonders hilft’s mir da alles in kleinere Unterziele zu unterteilen und dann abzuhaken, wenn man es geschafft hat, um sich selber Motivation zu generieren quasi.

Hast du denn einen Tipp, wie man den zahlreichen Verlockungen zur Prokrastination während des Selbststudiums entkommen kann?

Niklas Thiedecke: Ich glaube wenn es möglich ist, dann macht es viel Sinn in einem anderen Raum zu lernen, als im eigenen Zimmer zu arbeiten. Ich weiß aber, dass es natürlich für viele keine Option ist und deswegen würde ich außerdem sagen: Handy weglegen, ausschalten. Was mir teilweise auch geholfen hat war: Es gibt die sogenannte Pomodoro-Technik. Das bedeutet, man macht einmal 25 Minuten Arbeit am Stück und macht dann fünf Minuten Pause und dafür gibt's eben Apps, die einem dann anzeigen, wann man Pause machen kann. Also, wenn es gar nicht mehr funktioniert hat mit der Motivation, hat das geholfen. Und wie eben gesagt, kleine erreichbare Ziele aufschreiben und abhaken. Das hat mich immer motiviert.

Gibt es denn einen generellen Rat, den du den Studierenden geben würdest, um das Selbststudium zu verbessern?

Niklas Thiedecke: Generell würde ich zwei Dinge vorschlagen: Zum einen sollte man sich, glaube ich, nicht zu viel vornehmen, weil es einen schnell erschlagen kann. Zum anderen halte ich sehr viel davon, auch mal Tage frei zunehmen. Aber das bedeutet nicht, nur einen Tag freimachen, weil man gerade prokrastiniert, sondern sich wirklich vornehmen, einen frei zunehmen und das zu genießen. Ich glaube, dann hat man auch mehr Ansporn an den anderen Tagen.

Und welchen Ratschlag würdest du den Professorinnen und Professoren geben, um den Studierenden das Selbststudium mithilfe digitaler Medien in Zukunft zu erleichtern?

Niklas Thiedecke: Mir würde Interaktion sehr gefallen, vor allem sollten Professoren meiner Meinung nach Interaktion fördern, ohne die Studierenden direkt zu zwingen, ihr Mikrofon oder ihre Kamera anzuschalten. Bei uns gab es dafür einige Beispiele, die gut funktioniert haben, zum Beispiel anonyme Quizze, quasi ein bisschen spielerisch an die Sache rangehen. Dann auch eine kleine anonyme Siegerehrung am Schluss, um das Ganze ein bisschen aufzulockern und um die Studierenden halt dazu zu bringen, aufzupassen.

Außerdem haben mir zum Beispiel feste Upload- oder Terminstrukturen gefehlt und konsistente Kanäle, auf denen man kommuniziert. Also ich musste mir immer alles zusammensuchen, auf allen möglichen Plattformen und über Mail und alles. Das war sehr, sehr unübersichtlich und hat einen dann doch ab und zu mal erschlagen.

Vielen Dank für diesen spannenden Einblick in die Lehrenden-Studierenden Perspektive.

Niklas Thiedecke: Ja, danke auch.

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