Bibliotheken begegnen der digitalen Transformation

27.10.2017: Eine flächendeckende digitale Ausstattung für Öffentliche Bibliotheken sowie ein koordiniertes Vorgehen für Open Access-Publikationen sind nur zwei der Forderungen zum Thema Digitalisierung aus dem aktuellen Bericht des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. zur Lage der Bibliotheken. An den Hochschul-Bibliotheken stellt die Digitalisierung derzeit ein wichtiges Thema dar, sind sie doch beispielsweise ein wichtiger Akteur, wenn es um Open Educational Resources (OER) für die Hochschullehre geht.

Die Digitalisierung bringt einen massiven medialen Wandel mit sich. E-Books und E-Journals, Open Access-Publikationen oder freie Bildungsmaterialien, sogenannte Open Educational Resources (OER), verändern das Angebot aber auch die Arbeit der Bibliotheken. Laut dem aktuellen Bericht des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) zur Lage der Bibliotheken können in wissenschaftlichen Bibliotheken mittlerweile 32 Millionen E-Medien ausgeliehen werden. 213 Millionen Nutzerinnen und Nutzer greifen auf E-Books zu, 79 Millionen auf digitale Zeitschriftenartikel. Zudem schulen wissenschaftliche Bibliotheken jährlich 553 Tausend Nutzerinnen und Nutzer. Um solchen zentralen Aufgaben - d.h. die Bereitstellung von Information, die Unterstützung von Forschung und Lehre oder auch die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz - weiterhin gerecht werden zu können, müssen die Bibliotheken neue Angebote und Dienstleistungen entwickeln. Hierzu formuliert der dbv in seinem Bericht für 2017/18 zentrale Forderungen. Neben einer flächendeckenden digitalen Ausstattung Öffentlicher Bibliotheken wird beispielsweise auch das Thema der Open Access-Publikationen in den Fokus genommen. Die Bibliotheken stellen hier nicht mehr nur die Informationen bereit, sondern übernehmen auch eine wichtige Rolle als Begleiter des wissenschaftlichen Publikationsprozesses. Für die Implementierung von Open Access in Deutschland fordert der dbv deshalb ein abgestimmtes Vorgehen, wozu „Koordination, Vernetzung, Ausbau und Verstetigung der Angebote und Infrastrukturen sowie kohärente Regelungen, Rechtssicherheit und transparente Finanzierungsmodelle" gehören.

Neben Open-Access-Publikationen sind insbesondere für die Hochschulbibliotheken derzeit auch freie Bildungsmaterialien, d.h. OER, ein wichtiges Thema. Mit der Entwicklung einer institutionellen Rahmenstruktur für die Recherche, Veröffentlichung, Nutzung und Kommunikation von OER befasst sich derzeit unter Leitung der Universitätsbibliothek (UB) Tübingen ein Verbundprojekt der Universitäten Tübingen, Stuttgart und Freiburg sowie der HAW Reutlingen. In einem Erfahrungsbericht gibt Peter Rempis von der UB Tübingen Einblick in die Entwicklung des zentralen OER-Repositoriums „ZOERR" für alle Hochschulen in Baden-Württemberg.
Ein weiterer e-teaching.org-Erfahrungsbericht stellt erste Forschungsergebnisse eines Projekts der Hochschule Karlsruhe vor, das sich mit der Entwicklung von Annotations-, Begutachtungs- und Anreizkonzepten für OER-Repositorien unter besonderer Berücksichtigung hochschuldidaktischer Einsatzszenarien befasst.

Gepostet von: mkehrer
Kategorie: Kurzmeldung

Kommentare (0)