Lernvideos von Studierenden für Studierende

Die Forschung zum Lernen mit Videos hat gezeigt, dass das alleinige Bereitstellen von Videos nicht dazu führt, dass die transportierten Inhalte von den Lernenden verstanden und korrekt wiedergegeben werden können. Es stellt sich daher die Frage, wie das Erarbeiten und Durchdringen der medial präsentierten Fachinhalte optimal gefördert und unterstützt werden kann. Das Online-Event stellte zwei Projekte vor, in denen die Lernenden selbst zu Videoproduzierenden wurden. Roy Franke (Bildungsinstitut CYP) und Anke Pfeiffer (Hochschule für Technik Stuttgart) berichteten von ihren Erfahrungen bei der Projektumsetzung. Sie gingen auf die Potenziale, aber auch die Herausforderungen und Grenzen des Konzepts ein.
Bild zur Online-Veranstaltung
Roy Franke (Bildungsinstitut CYP) und Anke Pfeiffer (Hochschule für Technik Stuttgart)

Am Kompetenz- und Ausbildungszentrum für bankfachliche Ausbildung CYP in der Schweiz werden Lernvideos als didaktisches Mittel direkt im Unterricht eingesetzt. Lernende bekommen die Aufgabe selbständig zu einem fachlichen Thema zuerst ein Drehbuch zu verfassen und danach mittels Legetechnik und einem Tablet einen 3 minütigen Lernfilm zu erstellen. Von über 200 erstellten Lernfilmen wurden die 8 besten Lernfilme für die Teilnahme am nationalen Lernfilmfestival lernfilm.ch nominiert. Im Online-Event berichtet Roy Franke von seinen Erfahrungen, der positiven Resonanz und Herausforderungen bei der Umsetzung.

An der HFT Stuttgart wurde in der Veranstaltung Lineare Algebra II im Rahmen des Bachelorstudiengangs Mathematik das Konzept des Lernens durch Lehren nach Jean-Pol Martin erprobt, das von Grzega und Waldherr für den Einsatz in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen weiterentwickelt wurde. Der Ansatz geht von der Annahme aus, dass Lernen dann am besten gelingt und nachgewiesen werden kann, wenn Lernende in der Lage sind, die Inhalte anderen Lernenden zu erklären (vgl. Grzega/Waldherr 2007; vgl. Grzega 2003). Für die Lehrveranstaltung Lineare Algebra II wurden die Studierenden gebeten, Fachinhalte in Form von Videotutorials aufzubereiten. Die Videos wurden den Kommilitonen auf einer Lernplattform zur Verfügung gestellt. Im Online-Event berichtete Anke Pfeiffer von ihren Erfahrungen bei der Umsetzung des Lehr-Lernkonzepts. Welche Unterstützung benötigen Studierende bei der Videoproduktion und wir lässt sich das erstellte Material überhaupt bewerten?

Die Referent/innen

Anke Pfeiffer ist seit Februar 2014 stellvertretende Leiterin des Didaktikzentrums der Hochschule für Technik Stuttgart und ist zuständig für den Bereich E-Learning/ Blended Learning und mediengestützte Lehre. Der Arbeitsbereich E-Learning des Didaktikzentrums bietet Lehrenden in Seminaren, Workshops und individuellen Beratungsgesprächen Anregungen zur Einbindung digitaler Medien in die Lehrpraxis. Dabei steht die Integration neuer Technologien in der Hochschullehre immer im Fokus pädagogisch-didaktischer Überlegungen. 

Roy Franke ist seit September 2010 beim CYP und war u.a. als Bildungsgangleiter für die Curricula der angebotenen Banklehrgänge verantwortlich. Seit Oktober 2014 leitet er den Bereich Digital Field und ist für die Weiterentwicklung im Bereich digitales Lernen zuständig. Dabei schult und unterstützt er auch Lehrende sowie Schulen und betriebliche Ausbildungsorganisationen bei der Integration von digitalen Medien in den Bildungsprozess.

Materialien zur Veranstaltung

Hier finden Sie im Anschluss an das Online-Event alle bereitgestellten Materialien, wie die Aufzeichnung der Veranstaltung oder die Folien der Referentinnen und Referenten.

Aufzeichnung

Folien Anke Pfeiffer

Folien Roy Franke

Kommentare (1)

Markus Schmidt

18.01.2016 16:27

Markus Schmidt sagt:

Während der Online-Veranstaltung kamen auch Fragen zu rechtlichen Aspekten auf. Hierzu empfehle ich einen Blick in das e-teaching.org-Themenspecial „E-Legal? - Rechtsfragen im E-Learning“ im Bereich „Aus der Praxis → Themenspecials“. Insbesondere die Aufzeichnungen der Online-Events „E-Learning und offene Plattformen“, sowie „Kostenlos aber nicht umsonst“ könnten hilfreich sein.