Virtuelle Hochschule Bayern (vhb)

Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) ist eine gemeinsame Einrichtung der Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Freistaates Bayern. Sie fördert seit 2000 die Entwicklung und die hochschulübergreifende Nutzung von interaktiven Online-Lehrangeboten.

Die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) wurde im Jahr 2000 als Verbundinstitut der bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) gegründet. Mit der vhb verfolgt der Freistaat Bayern das Ziel, die Lehr- und Studienbedingungen zu verbessern, zumal für die wachsende Zahl von Studierenden, die auf örtliche und zeitliche Flexibilität angewiesen sind. Diese Flexibilität lässt sich insbesondere mit Online-Lehrangeboten erreichen.
Die vhb stellt europaweit ein einzigartiges Modell innerhalb der Digitalisierung der Hochschullehre dar.

Organisation

Die vhb hat gegenwärtig 31 Trägerhochschulen. Mehrere hundert bayerische Professorinnen und Professoren engagieren sich als Kursanbietende und Gremienmitglieder in der vhb. Die Mitgliederversammlung ist das Gremium, in der alle Trägerhochschulen mit einer bzw. einem Beauftragten vertreten sind. Sie wählt das Präsidium, bestehend aus Präsident und zwei Vizepräsidenten sowie die acht Mitglieder der Programmkommission. Das Präsidium entwickelt die strategischen Leitlinien. Die Programmkommission berät das Präsidium in allen Fragen des Kursprogramms und des Qualitätsmanagements. Unterstützt wird die Arbeit dieser Gremien von der Geschäftsstelle in Bamberg.

Angebot - Förderlinien - Programmstruktur

a) CLASSIC vhb – Curriculare Online-Kurse

Das Portfolio der vhb umfasst mehr als 500 Online-Kurse in 15 Fächergruppen; weitere Kurse werden fortlaufend entwickelt. Die bedarfsgerechten Online-Kurse sind in der Regel an mehreren Trägerhochschulen in Studiengänge integriert. Die vhb erweitert das Angebotsspektrum der bayerischen Hochschulen erheblich. Jeder Kurs bietet die Möglichkeit, Leistungsnachweise mit Credit Points nach dem ECTS zu erwerben. Interaktives Lehren und Lernen ist ein zentraler Aspekt in allen vhb-Kursen. Deshalb werden die Kursteilnehmenden von geschulten E-Tutoren betreut. Wegen der außerordentlichen Bedeutung der Interaktion für den Lernerfolg finanziert die vhb zusätzlich zur Kurserstellung auch die tutorielle Betreuung der Teilnehmenden sowie die Schulung der E-Tutorinnen und E-Tutoren.

Die Prüfungsquote der vhb-Kurse liegt bei mehr als 50 % der Teilnehmenden. Studierende, die nicht an einer Prüfung teilnehmen, nutzen die Kurse als zusätzliche Übungsmöglichkeit oder zur Wissensergänzung, um damit ihre Leistungen in den Prüfungen an ihrer Präsenzhochschule zu verbessern.

Die hochschulübergreifende Kursnutzung hat sich bewährt: Rund die Hälfte aller Belegungen nehmen die Studierenden in Kursen vor, die nicht von ihrer Heimathochschule angeboten werden. Auch die hochschultyp-übergreifende Nutzung gelingt: In jedem Jahr belegen Tausende von HAW-Studierenden universitäre Kurse, und Tausende von Universitätsstudierenden belegen Kurse, die von einer HAW angeboten werden.

Digitale Lehrangebote zu erstellen kostet Zeit und Geld. Deshalb fördert der Freistaat Bayern über die vhb die koordinierte und bedarfsorientierte Entwicklung solcher Kurse zur hochschulübergreifenden Nutzung. Die Lehrangebote werden auf der Grundlage von Förderanträgen von einer Trägerhochschule entwickelt und angeboten. Anträge auf Förderung eines neuen Kurses müssen von zumindest zwei Trägerhochschulen gemeinsam eingereicht werden. Die Hochschulen dieses Konsortiums sichern verbindlich zu, dass der Kurs Pflicht- oder Wahlpflicht-Bestandteil eines ihrer Studiengänge sein wird und sie die in diesem Kurs erbrachten Studienleistungen anerkennen. Im Einzelfall können auch Vorbereitungskurse für Studierende (Einstiegskurse, Prüfungsvorbereitungskurse u. ä.) gefördert werden, die nicht curricular verankert sind. Sämtliche Kurse müssen den Studierenden aller Trägerhochschulen zur Verfügung stehen. Für diesen Personenkreis sind die Kurse entgeltfrei; andere Personen können an den Online-Kursen mit Betreuung und Leistungsnachweis gegen ein Entgelt teilnehmen, das sich an den Gasthörergebühren orientiert.

Über die vhb werden Kurse in derzeit 15 Fächergruppen angeboten: Einstiegskurse, Geistes- und Kulturwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Lehramt, Medizin, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaft, Schlüsselqualifikationen, Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften, Sprachen, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften.

b) OPEN vhb – Offene Kurse auf Hochschulniveau

Im Rahmen des Masterplans „Bayern Digital II“ der Bayerischen Staatsregierung erweitert die vhb ihr Angebot um offene Kurse (OPEN vhb) auf Hochschulniveau. Zielgruppe der Angebote ist eine interessierte Allgemeinheit. Tutorielle Betreuung und Leistungsnachweise sind nicht vorgesehen. Die Entwicklung von Kursen im Bereich OPEN vhb wird seit 2018 gefördert. Das Kursangebot wird fortlaufend erweitert.

c) SMART vhb – Blended Learning-Einheiten

SMART vhb umfasst flexibel einsetzbare Lerneinheiten, die sich für Blended Learning auf der Kursebene eignen. Die Lerneinheiten setzen sich aus unterschiedlichen Lehrmaterialien, wie z. B. Übungsaufgaben, Videos, Textelementen oder Simulationen zu einem Thema zusammen. Lehrende können sie in ihre Präsenzveranstaltungen integrieren; Studierende können die Lerneinheiten auch unabhängig davon nutzen. Die Lerneinheiten werden für die hochschulübergreifende Nutzung in Bayern in einem Repositorium zur Verfügung gestellt.

Kooperation und Koordination

Die über die vhb praktizierte landesweite Koordination und Kooperation ermöglicht einen effizienten Einsatz der öffentlichen Mittel. Die vhb unterstützt das System der vorhandenen Hochschulen und stärkt die Hochschulstandorte in Bayern. Die Kurse ergänzen das Präsenzstudium an den einzelnen bayerischen Hochschulen. Mithilfe der vhb nutzen die Trägerhochschulen Elemente des Fernstudien-Modus und bieten ihren Studierenden auf diese Weise eine größere örtliche und zeitliche Flexibilität.

Das Netzwerk zur hochschulübergreifenden digitalen Lehre stellt ein Alleinstellungsmerkmal des Hochschulstandorts Bayern dar und ist im europaweiten Vergleich ein einzigartiges Modell.

Technik

Soweit es möglich ist, wird die vorhandene Infrastruktur der Trägerhochschulen genutzt: Die tutoriell betreuten CLASSIC vhb-Kurse liegen auf Servern der anbietenden Hochschulen. Kursprogramm und Teilnehmer-registrierung werden von der Geschäftsstelle der vhb zentral betrieben. Um den Kurszugang möglichst einfach zu gestalten, wurde gemeinsam mit den Trägerhochschulen ein Single-Sign-On Zugangssystem auf Basis von Shibboleth implementiert, mit dem die Studierenden das vhb-Portal und die eingesetzten Learning Management Systeme (LMS) unter Verwendung ihrer persönlichen Hochschulkennung betreten können.

Für die Kurse im Bereich OPEN vhb wird ein zentrales, modifiziertes und mooc-fähiges Moodle genutzt. (MOOIN von oncampus). Die SMART vhb-Lerneinheiten werden in einem Repositorium zur Verfügung gestellt (edu-sharing von Metaventis).
Qualitätsmanagement

Um die Qualität der Lehrangebote sicherzustellen, hat die vhb eine mehrstufige, kontinuierliche Qualitätssicherung implementiert. Die Maßnahmen greifen sowohl in der Konzeptions- und Entwicklungsphase als auch während des Einsatzes.

Kontakt

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E-Learning-URL:

https://open.vhb.org/
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