Mediendidaktik

Ein Lernmodul für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrer

Das Modul "Mediendidaktik" ist eingebettet in den Erweiterungsstudiengang "Medienpädagogik", ein Studienangebot für Lehramtsstudierende. Den inhaltlichen Schwerpunkt des Moduls stellt die "Pädagogisch-didaktische Gestaltung von Medien und medialen Lernumgebungen" dar. Das Modul "Mediendidaktik" ist eine webbasierte Lernumgebung, die nach den Richtlinien des "problemorientierten Lernens" gestaltet wurde. Technisch wurde die Lernumgebung auf der Basis der Lernplattform "ComVironment" implementiert. Das Modul besteht aus fünf Fallbeispielen zum "Einsatz problemorientierten Lernens mit neuen Medien in den Unterricht" und einem theoretischen Kapitel zum "problemorientierten Lernen mit neuen Medien". Die Studierenden haben die Aufgabe, die Fallbeispiele sukzessive zu bearbeiten, und erhalten sowohl Einzel- als auch Gruppenaufgaben zu den einzelnen Fällen. Die Diskussion der Teilnehmerlösungen und das Feedback auf die Lösungen erfolgt in Diskussionsforen, den so genannten Aufgabenforen. Jede Gruppe erhält zusätzlich ein "Gruppenforum", in dem sie ihre Vorgehensweise bei der Fallbearbeitung besprechen und koordinieren kann. Als zusätzliche instruktionale Maßnahme erhalten die Studierenden in "Mediendidaktik" an entsprechenden Stellen theoretische Textauszüge und Tipps für die Bearbeitung der Aufgaben. Ein zusätzliches multimedial aufbereitetes Inhaltskapitel zum problemorientierten Lernen dient zur Vermittlung der theoretischen Rahmenkonzepte und als Nachschlagewerk.

Ziele und Inhalte

Inhalt des Moduls "Mediendidaktik" ist die pädagogisch-didaktische Gestaltung von Medien und medialen Lernumgebungen im Schulunterricht. Als geeigneter Instruktionsansatz wurde der Ansatz des "problemorientierten Lernens" ausgewählt, um anwendungsorientierten Wissenserwerb zu unterstützen. Der inhaltliche Schwerpunkt der Lernumgebung liegt auf der Integration problemorientierten Lernens mit digitalen Medien in den Schulunterricht. Die Aufbereitung der Inhalte für die Lernenden erfolgt im Rahmen von fünf authentischen Fallbeispielen die den Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht präsentieren. Bei den Fallbeispielen handelt es sich um real durchgeführte Unterrichtsprojekte zum Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht. Die TeilnehmerInnen haben nach der Bearbeitung der einzelnen Fälle die Aufgabe, diese anhand der Gestaltungsleitlinien des problemorientierten Lernens zu bewerten und eigene Konzepte zum problemorientierten Einsatz neuer Medien im Schulunterricht im Sinne der Transfersicherung zu entwickeln. Folgende Fallbeispiele wurden verwendet:

  • Fallbeispiel 1: Authentische Problemsituationen im Fach Französisch; "Bonjour Futur"
  • Fallbeispiel 2: Selbstgesteuertes Lernen mit neuen Medien im Fach Mathematik; "Stationenlernen"
  • Fallbeispiel 3: Anwendung von gelerntem Wissen in realen Situationen im Fach Wirtschafts- und Rechtslehre; "Betriebswirtschaft"
  • Fallbeispiel 4: Kooperatives Lernen mit neuen Medien im Fach Biologie; "Humangenetik"
  • Fallbeispiel 5: Kooperatives Lernen mit neuen Medien anhand authentischer Problemsituationen; ein fächerübergreifendes Projekt zum Thema Konflikte im schulischen Alltag; "Schoolpeace"

Zusätzlich beinhaltet das Modul "Mediendidaktik" ein Theoriekapitel zum "problemorientierten Lernen mit neuen Medien", in dem die relevanten theoretischen Inhalte systematisch aufbereitet wurden.

Didaktisches Konzept

Die Lernumgebung wurde nach den Kriterien des "problemorientierten Lernens" gestaltet. Der Kern des Ansatzes besteht darin, dass ein aktiver Lernender während des Lernprozesses durch Instruktion angeleitet, unterstützt und beraten wird. Für die Gestaltung problemorientierter Lernumgebungen sind folgende Gestaltungsleitlinien zu beachten:

(1) Lernen in einem authentischen Kontext: Der Ausgangspunkt des Lernens sollten authentische Probleme sein, die für die Lernenden relevant sind, denn die Darstellung von realistischen Problemen oder authentischen Fällen sichert einen hohen Anwendungsbezug des Gelernten und erzeugt Interesse beim Lernenden.

(2) Lernen in multiplen Kontexten: Den Lernenden werden verschiedene Anwendungssituationen verdeutlicht und/oder die Lernenden werden dazu angeregt, das Gelernte in mehreren unterschiedlichen Problemstellungen konkret anzuwenden (z.B. durch die Integration verschiedener Anwendungsbeispiele). Auf diese Weise lässt sich Wissen aufbauen, das unter verschiedenen situativen Bedingungen flexibel abgerufen, umgesetzt und weiterentwickelt werden kann.

(3) Lernen in einem sozialen Kontext: Das gemeinsame Lernen und Arbeiten sollte Bestandteil möglichst vieler Lernphasen sein (z.B. arbeiten die Lernenden in Kleingruppen an der Lösung eines authentischen Falles).

(4) Lernen mit instruktionaler Unterstützung: Die Lernenden erhalten die notwendigen Ressourcen zum Lernen und haben die Möglichkeit, bei Problemen einen Berater/Coach zu kontaktieren.

Im Rahmen dieser problemorientierten Lernumgebung wird neben selbstgesteuertem Lernen auch kooperatives Lernen in Gruppen realisiert. Die Studierenden werden in Lerngruppen eingeteilt und bearbeiten Gruppenaufgaben. Die gemeinsam erarbeitete Lösung wird in einem Aufgabenforum den anderen Lerngruppen zur Verfügung gestellt. Jede Gruppe hat dann die Aufgabe, zu den Lösungen der anderen Gruppen Feedback-Beiträge einzustellen.


Weitere Hinweise zur Praxis (teil-)virtualisierter Gruppenarbeit erhalten Sie u.a. in der Rubrik Lehrszenarien, mehr zum Thema Lerntheorie in der Rubrik Didaktisches Design.

Curriculare Verankerung

Das Seminar ermöglicht innerhalb des Erweiterungsfaches Medienpädagogik den Erwerb des Pflichtscheines für den Anforderungsbereich "Mediendidaktik". Innerhalb des regulären Lehramtsstudiums kann durch das Seminar ein Teil der Belegungsverpflichtung erfüllt werden. Das Seminar eignet sich hier für den Erwerb von Prüfungswissen, das für die erste, aber auch die zweite Staatsexamensprüfung relevant ist.

Technik

Zugang
Der Besuch der Seminar-Plattform erfordert einen Login sowie ein Passwort. Beides wird nach der Anmeldung durch die Betreuer des Seminars vergeben.

Nutzung
Medien: Bilder, Filme, PowerPoint -Präsentationen, Flash -Filme
Formate: Flash-Animationen, PDF -Dateien sowie Videofilme im MPEG -4-Format
Kommunikation und Kooperation: Im Gruppenforum können sich die SeminarteilnehmerInnen mit den anderen Mitgliedern ihrer Arbeitsgruppe bei der Bearbeitung der Gruppenaufgabe koordinieren und Lösungsvorschläge diskutieren. Das Forum ist nur für die Mitglieder der jeweiligen Arbeitsgruppe freigegeben. In fünf Aufgabenforen stellt ein Mitglied einer Gruppe die gemeinsam erarbeitete Lösung den anderen Gruppen zur Verfügung. Innerhalb einer Woche verfasst jede Gruppe zu den Lösungen der anderen Gruppen zwei Feedback- Beiträge. In der Fragenbörse haben die SeminarteilnehmerInnen die Möglichkeit, dem Tutor Fragen bei technischen und inhaltlichen Problemen zu stellen. Im Online Café können sich die SeminarteilnehmerInnen ungezwungen mit den anderen Teilnehmern des Seminars "unterhalten".

Einen Überblick über computervermittelte Kommunikationsformen bietet der Bereich Kommunikation und Kooperation in unserem Portal.

Benötigte Software
Internet Explorer (Browser), Media Player, Acrobat Reader, Flash-Plug-In

Entwicklung
Tools: Front Page, Bildbearbeitungsprogramm, Macromedia Flash, Power Point, Acrobat Writer Formate: JPEG, GIF, PNG, SWF, PDF, MPEG

Kosten

Ein Mitarbeiter 4 SWS

Zielgruppe

Lehramtsstudierende im Erweiterungsfach Medienpädagogik sowie im regulären Lehramtsstudium

Rahmenbedingungen

Das Seminar wird für maximal 25 TeilnehmerInnen angeboten und umfasst 4 Semesterwochenstunden.

Ergebnisse

In der Entwicklungsphase des Projektes hat eine formative Evaluation in Form einer Wirkungsanalyse stattgefunden. Zielgruppe waren acht Lehramtsstudierende verschiedener Fachrichtungen. Zusätzlich erfolgte eine Qualitätsanalyse der einzelnen Fallbeispiele und des Kapitels zum "problemorientierten Lernen mit neuen Medien" durch die oben genannten Lehramtsstudierenden. Im Wintersemester 2003/2004 wurde das Modul "Mediendidaktik" zum ersten Mal eingesetzt. Nach Beendigung des Seminars fand eine summative Evaluation, ebenfalls in Form einer Wirkungsanalyse, statt. Im Sommersemester 2004 ist eine Evaluationsstudie geplant, die die Qualität der virtuellen Kooperation schwerpunktmäßig untersucht. Hierbei werden die Lernvoraussetzungen der TeilnehmerInnen, die Art der Kooperation in den Diskussionen, der Lernprozess und der Lernerfolg erhoben.

Zum Projekt

Website

http://campus.emp.paed.uni-muenchen.de/vhb/medien

Institution

Ludwig-Maximilians-Universität München

Ansprechpartner/in

Prof. Dr. H. Mandl, E-Mail: mandl@edupsy.uni-muenchen.de

Zeitraum

Das Seminar findet jedes Sommer- sowie jedes Wintersemester statt.

Förderung

  • Fördernde Institution: Virtuelle Hochschule Bayern
  • Personenaufwand: 18 Monate ein wissenschaftlicher Mitarbeiter BAT IIA 3/4: Projektkoordination, Erstellung der Drehbücher
  • 864 Stunden eine wissenschaftliche Hilfskraft: technische Realisierung
  • 720 Stunden eine studentische Hilfskraft: Literaturrecherche; Materialsammlung
  • Sonstige Entwicklungskosten (geschätzt): Kosten für Softwarelizenzen 1500 €, sonstige Sachkosten 4500 €

Beteiligungen und Kooperationen

Das Seminar wird in Kooperation mit der Virtuellen Hochschule Bayern angeboten.

Kategorisierung

Lehrfunktion

  • Üben u. Anwenden
  • Wissenstransfer
  • Diskussion u. Austausch

Medieneinsatz

  • Animation
  • CBT / WBT
  • LMS / Lernmanagementsysteme

Fachbereich

  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Kunst, Design und Medienwissenschaft
  • Sonstiges

Lehrszenarien

  • Seminar

Kategorie

  • Lernumgebung