Newsletter 49 | Oktober 2021

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Liebe e-teaching.org-Community,

in diesen Tagen hat an vielen Universitäten und Hochschulen das vierte Semester unter Corona-Bedingungen begonnen. Auch wenn es kaum noch reine Online-Semester gibt und vielerorts wieder Präsenzlehre stattfindet – „wie vor der Pandemie“ ist die Situation fast nirgends und oft spielen digitale Medien eine weitaus größere Rolle als bisher. Vor diesem Hintergrund befassen wir uns in diesem Herbst-Newsletter und in mehreren Online-Veranstaltungen mit der Frage, inwiefern die Digitalisierung möglicherweise dazu beitragen kann, Barrieren für bestimmte (benachteiligte) Gruppen von Studierenden abzubauen – oder vielleicht auch neue Hürden geschaffen hat: Welchen Beitrag können digitale Medien leisten, um Hochschullehre barrierefrei – oder zumindest barriereärmer – zu gestalten?

Zum Einstieg in das Thema möchten wir Sie herzlich zur Auftaktveranstaltung unserer Online-Eventreihe einladen. Am kommenden Dienstag, den 26. Oktober um 14 Uhr geht es dabei um die Frage: Studieren mit Behinderung: Was bedeutet das und wie kann (digitale) Barrierefreiheit beginnen? Michaela Kusal, die Leiterin des Beratungszentrums zur Inklusion Behinderter (BZI) im Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ) Bochum, wird nach einem Überblick über die Situation von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen vor allem darauf eingehen, welche ersten Schritte Lehrende und Service-Einrichtungen in diesem Themenfeld machen können: Wie können Unsicherheiten abgebaut werden? Wie können – auch für Lehrende – Hürden kleiner gemacht werden und welche Unterstützungsmöglichkeiten können die Hochschulen bereitstellen?

Alle Informationen dazu und zu den beiden weiteren Online-Events sowie viele weitere spannende Themen und Neuigkeiten rund um e-teaching.org haben wir Ihnen in diesem Newsletter zusammengestellt (der übrigens auch als – leider nicht vollständig barrierefreies – PDF verfügbar ist).

Wir wünschen Ihnen viele Anregungen bei der Lektüre und freuen uns auf Ihre Teilnahme an den Online-Events!

Anne Thillosen

1 Thema im Fokus: „Barrierefreie digitale Hochschullehre“

Im Oktober 2020 lud e-teaching.org die Community ein, darüber abzustimmen, welches Thema im Frühjahrsspecial behandelt werden sollte. Auf Platz 1 lag damals mit Abstand „Barrierefreiheit in der digitalen Hochschulbildung“. Hier berichten wir über unsere Annäherungen an das Thema sowie die ersten Umsetzungsschritte auf e-teaching.org und laden zu der Online-Eventreihe ein, die sich aus diesen Überlegungen ergeben hat.

1.1 Annäherungen und erste Schritte zu einer (digitalen) barrierefreien Hochschullehre

Trotz des eindeutigen Votums der Community im vergangenen Herbst haben wir uns nach intensiven Diskussionen im Team dazu entschieden, noch etwas zu warten, bevor wir uns an ein Themenspecial zur „Barrierefreien digitalen Hochschullehre“ wagen. Warum?

Natürlich war uns die Bedeutung des Themas bewusst; und noch schwerwiegender ist das Argument, dass es sich beim Thema Barrierefreiheit nicht um eine Art Nice-to-have-Szenario handelt, sondern die Hochschulen dazu verpflichtet sind, Studierende nicht aufgrund einer Behinderung in ihrem Zugang zu Bildung zu benachteiligen. Zwar ist e-teaching.org als Angebot des Leibniz-Instituts für Wissensmedien keine öffentliche Einrichtung des Bundes und insofern nicht an diese Rechtslage gebunden, dennoch hatten wir den Eindruck: Nur über eine gute, möglichst barrierearme Gestaltung digitaler Hochschullehre zu berichten, wäre zu wenig. Zumindest anfanghaft wollten wir auch beginnen, unser Portal barrierefrei zu gestalten. Und das erfordert nicht nur Fachwissen, sondern erzeugt außerdem Aufwände und Kosten – und Entscheidungen dazu, an welchen der vielen möglichen Ansatzpunkte der Anfang gemacht werden soll. Unser Eindruck ist: Obwohl sich in den vergangenen Jahren einiges getan hat und vor allem viele Projekte zum Thema gefördert werden, teilen wir diese Ausgangssituation mit vielen Universitäten und Hochschulen.

Einerseits gilt: Digitale Ansätze scheinen an vielen Stellen schon fast automatisch zum Abbau von Barrieren beim Lehren und Lernen zu führen. So müssen möglicherweise beschwerliche Wege zu Präsenzveranstaltungen nicht unternommen werden, mit digitalen Werkzeugen lassen sich digitale Materialien besser erschließen, und auch Arbeits- und Ruhezeiten lassen sich besser über den Tag verteilen. Insofern könnte man den (pandemiebedingten) Digitalisierungsschub im Hochschulbereich nahezu als glückliche Fügung für eine zunehmend barrierefreie Gestaltung der Hochschulbildung betrachten, die die Entwicklungen im Bereich digitaler Lehr-, Lern- und Prüfungsszenarien sowie den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu Materialien deutlich vorangetrieben hat.

Ein Selbstläufer für Barrierefreiheit ist die Digitalisierung aber dennoch nicht – im Gegenteil: Der Einsatz digitaler Medien führt häufig zu neuen Einschränkungen, nicht nur für Studierende, deren Seh- oder Hörvermögen eingeschränkt ist, sondern auch für Gruppen, an die häufig nicht zuerst gedacht wird, etwa bei psychischen Einschränkungen. Bei voranschreitenden Digitalisierungsprozessen muss Barrierefreiheit also explizit berücksichtigt werden. Dabei gilt: Zwar gibt es bereits auf der technischen Ebene einige Lösungen, etwa wenn im Bereich der Materialentwicklung von Beginn an mitgedacht wird, dass es verschiedene Einschränkungen gibt; doch auch durch die didaktische Gestaltung von Lehrveranstaltungen und die Bereitstellung organisatorischer Hilfestellungen können wichtige Weichen gestellt werden.

„Von Beginn an mitgedacht“ war die Barrierefreiheit unseres Portals allerdings keineswegs, und so stehen wir nun vor der Herausforderung, ein bereits existierendes Angebot zu transformieren. Womit haben wir angefangen?

  • Im Fokus stand zunächst die Startseite des Portals: Lassen sich die einzelnen Bereiche per Tastatur ansteuern, werden die richtigen Alternativtexte von Screenreadern vorgelesen, ist das Einführungsvideo zum Portal barrierefrei? Es zeigte sich, dass sich einige Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit relativ einfach umzusetzen lassen, andere, beispielsweise die Untertitelung von Videos, erwiesen sich als zeit- und ressourcenaufwändig. Offen blieb etwa die Behebung teilweise ungünstiger Kontrastverhältnisse, da dadurch das zugrundeliegende Designkonzept fundamental verändert würde.
  • Eine (relativ) einfach umzusetzende Maßnahme ist die Erstellung barrierearmer PDF-Dokumente, für die es inzwischen zahlreiche Anleitungen online gibt. Seit dem Frühjahr 2021 gibt es eine Formatvorlage in Word für die sogenannten „Langtexte“ auf e-teaching.org, die sich in ein barrierearmes PDF-Dokument umwandeln lässt, wenn die Autorinnen und Autoren die vorgegebenen Formatvorlagen der jeweiligen Textelemente (Überschriften, Standardtext, Literaturverzeichnis etc.) konsequent nutzen. Darüber hinaus enthält das Dokument aber auch weiterführende Erläuterungen, etwa zur Erstellung von korrekten Alternativtexten für integrierte Bilder und Grafiken – deren Formulierung uns allerdings oft nicht ganz einfach erscheint.
  • Für die Audio-Interviews und Podcasts, die 2020 und 2021 auf e-teaching.org erstellt wurden, haben wir inzwischen Transkripte bereitgestellt. Nach und nach möchten wir uns auch die älteren Audio-Interviews vornehmen und verschriftlichen, zurzeit arbeiten wir an den Interview-Transkripten aus den Jahren 2019 und 2018.
  • Ein weiteres wichtiges Format auf e-teaching.org sind Videos, nicht zuletzt die zahlreichen Aufzeichnungen von Online-Veranstaltungen, bei denen Nutzende bisher auf den Audio-Kanal angewiesen sind. Eine vollständige Untertitelung ist sehr aufwändig und liegt bisher nur für den Video-Clip vor, in dem die Arbeit von e-teaching.org erläutert wird – eines der wichtigen Themen, mit denen wir uns in der Online-Veranstaltungsreihe in den kommenden Wochen befassen wollen.  

Überhaupt haben wir in dieser Online-Veranstaltungsreihe die Themen in den Mittelpunkt gestellt, die bei unseren Diskussionen im Team immer wieder aufgetaucht sind – und die auch für unser Portal eine wichtige Rolle spielen:

Was bedeutet es, mit einer Einschränkung zu studieren? Wo und wie kann man beginnen, die Fülle an Anforderungen zur digitalen Barrierefreiheit umzusetzen? Wie soll mit Unsicherheiten auf allen Seiten zu dem Thema umgegangen werden? Wie lassen sich Online-Veranstaltungen möglichst barrierearm gestalten? Welche Rolle spielen dabei jeweils technische und didaktische Aspekte? Und welche Erfahrungen haben Betroffene im Laufe des Digitalisierungsprozesses gesammelt?

Die Themenreihe soll Probleme aufgreifen aber auch Lösungsvorschläge und Einstiegszenarien in die Thematik aufzeigen, bei der im besten Fall ein Mehrwert für alle entsteht.  

1.2 Einladung zur Online-Eventreihe „Barrierefreie digitale Hochschullehre“

Von Oktober bis November 2021 lädt e-teaching.org alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an den insgesamt drei Online-Events zum Thema „Barrierefreie digitale Hochschullehre“ ein. Jedes Event befasst sich eigenständig mit einem ausgewählten Themenschwerpunkt rund um das Thema Barrierefreiheit und digitale Medien; die Aufzeichnungen der Events werden im Anschluss auf den jeweiligen Veranstaltungsseiten zur Verfügung gestellt. Hier finden Sie alle Online-Events im Überblick:

Portrait von Michaele Kusal (Ruhr-Universität Bochum)
Michaela Kusal (AKAFÖ Bochum)

Dienstag, 26. Oktober 2021, 14 Uhr
Studieren mit Behinderung: Was bedeutet das und wie kann (digitale) Barriere-freiheit beginnen?

Trotz des wachsenden Bewusstseins für die Belange von Studierenden mit studienrelevanten gesundheitlichen Einschränkungen gibt es auf allen Seiten immer noch viele Fragen und Unsicherheiten. Der Fokus der Online-Veranstaltung soll deshalb darauf liegen, Lehrende zu ersten Schritten im Bereich der Barrierefreiheit zu ermutigen: Welche Maßnahmen können sie ohne großen Aufwand umsetzen? Welche Unterstützungsangebote an den Hochschulen können die ersten Schritte erleichtern?

Portraits von Prof. Dr. Gerhard Weber, Christin Engel, M.Sc. (beide TU Dresden)
Prof. Dr. Gerhard Weber, Christin Engel, M.Sc. (beide TU Dresden)

Donnerstag, 4. November 2021, 14 Uhr
Online-Veranstaltungen barrierefrei gestalten

Mit dem (COVID-19-bedingten) vermehrten Einsatz online durchgeführter Veranstaltungsformate stellt sich auch zunehmend die Frage nach dem Abbau von Barrieren, die Zugang und Partizipation für Teilnehmende verhindern oder einschränken können. Im Workshop sollen zentrale Problemstellungen bei der Durchführung möglichst barrierefreier Online-Events, in technischer und didaktischer Hinsicht, mit Blick auf Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung aufgegriffen und diskutiert werden.

Montag, 22. November 2021, 14 Uhr
Lernen im Kontext der voranschreitenden Digitalisierung – inklusiv oder exklusiv?

(Weitgehend) online lernen zu können: Für manche Studierende ist das eine große Erleichterung – für andere entstehen gerade dadurch neue Hürden. Wie können unterschiedliche, einander möglicherweise widersprechende Bedürfnisse bei der Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen berücksichtigt werden? Kann der Anspruch einer „barrierefreien Hochschullehre” überhaupt eingelöst werden? Und wie können Studierende, Lehrende und Service-Einrichtungen damit umgehen, wenn manche Anforderungen zunächst nicht umgesetzt werden können? Zu Gast auf dem Podium sind Dr. Björn Fisseler (FernUniversität in Hagen), Katrin Lux (Georg-August-Universität Göttingen), Dr. Sarah Voß-Nakkour (Goethe-Universität Frankfurt) und Michael Johannfunke (Universität Bielefeld).

2 Neue Portalinhalte

Seit Erscheinen des letzten Newsletters im April 2021 sind zahlreiche neue Portalinhalte entstanden, die meisten – aber keineswegs alle – im Rahmen des Themenspecials „Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen“.

2.1 Rückblick auf das Themenspecial „Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen“

An Hochschulen ist der Anteil des Selbststudiums im Vergleich zur Präsenzzeit (und im Vergleich zum schulischen Lernen) typischerweise sehr hoch und hat sich während der Corona-Semester für viele Studierende noch erhöht. Doch nicht erst während der Pandemie hat sich gezeigt: „Von selbst“ läuft das Selbststudium häufig nicht. Im Sommersemester 2021 stand deshalb im Themenspecial Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen auf e-teaching.org die Frage im Mittelpunkt, wie Studierende beim eigenständigen Lernen unterstützt werden können.

Zur Themenspecial-Seite "Das Selbststudium mit digitalen Medien unterstützen"

Auch wenn es bei einem Themenspecial auf e‑teaching.org natürlich auch immer darum geht, ob und wie digitale Medien unterstützend eingesetzt werden können – gerade bei diesem Special standen viele Fragen im Mittelpunkt, die zunächst nichts mit Medien zu tun haben: Welche Schwierigkeiten haben Studierende beim Selbststudium? Welche Ansatzpunkte gibt es zu deren Identifizierung und Behebung? Wie können unterschiedliche lernrelevante (kognitive, soziale, motivationale) Prozesse bei Studierenden aktiviert werden? Und welche fachlichen und fachspezifischen Methoden können zur Unterstützung eingesetzt werden?

So nennt auch die im Rahmen des Specials ausführliche Einführung in das Thema Selbststudium (in Form eines Entwurfsmusters) nach einer einleitenden begrifflichen Klärung zunächst Rahmenbedingungen und Kernproblem des Selbststudiums. Die im Anschluss beschriebenen Lösungsmöglichkeiten setzen dann auf zwei Ebenen an: (1) auf der Ebene der Selbstregulation, also der inneren Regulierung und (2) auf der Ebene der Selbststeuerung, d. h. der externen Regulierung des Lernens. Auf beiden Ebenen werden dann jeweils auch gezielt lernförderliche Eigenschaften digitaler Medien aufgezeigt.

Über diese grundlegende Einführung hinaus wurden im Rahmen des Themenspecials acht Erfahrungsberichte veröffentlicht, fünf davon seit dem letzten Newsletter im April 2021. Darin werden ganz unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, wie digitale Medien zur Unterstützung des Selbststudiums eingesetzt werden können: 

  • Das Selbststudium Studierender mithilfe von Mahara unterstützen – Studierende und Lehrende im Austausch über E-Portfolios in der Lehre. E-Portfolios bieten Lernenden die Möglichkeit, ihre eigene Kompetenzentwicklung zu dokumentieren, zu reflektieren und auf dieser Basis ihren Studienverlauf zu planen. Dr. Sophie Domann und Dr. Sabrina Volk von der Universität Hildesheim reflektieren in ihrem Beitrag, welchen Mehrwert die E-Portfolio-Plattform Mahara für diese Lern- und Arbeitsprozesse haben kann.
  • Digitale Tools und Selbstlernkompetenzen im Peer-Tutoring-Programm an der Hochschule Osnabrück. An der HS Osnabrück wird die Studieneingangsphase in zwei Studiengängen durch ein Peer-Tutoring-Programm unterstützt. In ihrem Beitrag schildern Saskia Ehlers und Svenja Gödecke unter anderem, welche Erfahrungen mit verschiedenen digitalen Tools gesammelt wurden und welches Fazit sich aus der coronabedingten Umsetzung des Peer-Tutorings als reines Online-Format für den künftigen Hochschulregelbetrieb ziehen lässt.
  • Computerbegleitetes Lernen – digital unterstütztes Selbststudium an der HFT Stuttgart. Um auf die teilweise sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Studierenden eingehen zu können, wurde an der HFT Stuttgart das Konzept des Computerbegleitenden Lernens (CBL) entwickelt. Wie mithilfe dieser Methode das Selbststudium unterstützt und strukturiert in Präsenzveranstaltungen eingebettet werden kann, erläutern Prof. Dr. Anselm Knebusch, Brigitte Heintz-Cuscianna und Michael Wandler in ihrem Erfahrungsbericht.
  • Peer-Feedback wagen – ein Moodle-Praxistest zur Unterstützung des Selbststudiums. Viele Studierende wünschen sich zu ihren Arbeiten individuelle Rückmeldungen, die Lehrende jedoch nicht immer leisten können. Eine Möglichkeit, die Lehrenden zu entlasten, ist die Methode des Peer-Feedbacks. Am Beispiel einer Lehrveranstaltung an der Ostfalia Hochschule zeigen Silke Gausche und Gabriele Wach in ihrem Erfahrungsbericht, wie dies konkret gestaltet und mithilfe von Moodle unkompliziert umgesetzt werden kann.
  • Studierende berichten über Herausforderungen im Online-Semester. Im Interview mit Sylvia Gatzka, studentische Mitarbeiterin bei e-teaching.org, berichten drei Studierende von ihren Erfahrungen im Online-Wintersemester 2020/2021. Dabei standen Mehmet Ivecan als Erstsemester an der FH Darmstadt, Solveig Brandt, Masterstudentin an der Universität Tübingen und Niklas Thiedecke, der als Masterstudent an der Universität Freiburg sein erstes Tutorium online durchführte, vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Im Gespräch berichten sie, was ihnen gut gelang – und wo sie auf mehr Unterstützung gehofft hätten.

Wie immer wurde das Themenspecial von einer Online-Eventreihe begleitet. Hier noch einmal ein Überblick über die fünf Online-Events, die zwischen Mai und Juli stattfanden:

Die Aufzeichnungen aller Events stehen, wie auch alle anderen Inhalte des Themenspecials, im Portal dauerhaft online zur Verfügung.

2.2 Weitere neue Portalinhalte

Über das Themenspecial hinaus wurden auf e-teaching.org in den vergangenen Monaten mehrere neue Erfahrungsberichte zu aktuellen und relevanten Themen veröffentlicht; außerdem wurde ein umfangreicher Portalbereich neu strukturiert. Und mit der sogenannten „Themenseite“ gibt es ein ganz neues Format auf dem Portal. Eine Themenseite gibt eine gebündelte Übersicht über alle Beiträge, die auf e-teaching.org zu dem jeweiligen Thema zu finden sind. Zum Auftakt ging es dabei um „Hochschulbildung in der Corona-Pandemie“.

Neue Themenseite „Hochschulbildung in der Corona-Pandemie“

Zur Themenseite "Hochschulbildung in der Corona-Pandemie"

Im Zuge der Corona-Pandemie mussten die Hochschulen Anfang des Sommersemesters 2020 ihren Betrieb fast vollständig auf digitale Lehre umstellen und dabei technische, organisatorische sowie didaktische Herausforderungen meistern. Nach zwei weiteren Online-Semestern und vielfältigem Erfahrungsaustausch geht es nun zunehmend um die Frage: Welche Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung der Hochschullehre konnten in der Krise gewonnen werden? Antworten dazu finden Sie auf unserer neuen Themenseite „Hochschulbildung in der Corona-Pandemie“, auf der wir unsere Online-Veranstaltungen mit Tipps und Tricks für die Online-Lehre, Erfahrungsberichte sowie aktuelle Studien und Literaturhinweise aus dem Themenfeld „Corona und Hochschullehre“ zusammengefasst haben.

Neue Erfahrungsberichte

Portraits von Dr. Cornelia Raue und Dr. Antje Mansbrügge sowie das Logo der Stiftung Innovation in der Hochschullehre. Link zum Erfahrungsbericht.

Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre: Kleine Impulse fördern, große Wirkung ermöglichen

Mit Beginn des Jahres 2021 hat die neu gegründete Stiftung Innovation in der Hochschullehre offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Bereits seit August 2021 werden mit dem ersten Förderprogramm „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ zahlreiche Projekte einzelner Hochschulen sowie von Hochschulverbünden gefördert, um Innovation in Studium und Lehre zu stärken. Im e‑teaching.org-Interview geben die Vorstandsmitglieder Dr. Cornelia Raue und Dr. Antje Mansbrügge einen Einblick in die Arbeit der Stiftung. Dabei erläutern sie, mit welchen Maßnahmen die Stiftung in den kommenden Jahren ihre Ziele erreichen möchte und welche Erfahrungen sie mit der ersten Förderbekanntmachung gemacht haben.

Portrait von Prof. Dr. Ulrike Cress. Link zum Erfahrungsbericht.

„Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ – ein Interview zu Förderprogramm und Projektauswahl

Um die erste Förderbekanntmachung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geht es auch in einem weiteren Interview auf e-teaching.org. Prof. Dr. Ulrike Cress, Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM), war als Mitglied des Auswahlgremiums an der Entscheidung beteiligt, welche Projektvorhaben ab August 2021 gefördert werden. Im e‑teaching.org-Podcast haben wir mit ihr über das Auswahlverfahren, den Stand der Digitalisierung in der Hochschullehre und innovative Projektvorhaben gesprochen.

Neu im Portal: Good-Practice-Datenbanken, Informationsportale und Selbstlernangebote sowie Lehr-/Lernmaterialien

Sind Sie auf der Suche nach digitalen Lehr-/Lernressourcen, wie z. B. Bildern, Videos, Audios oder themenspezifischen Materialien? Benötigen Sie weiterführende Informationen zur Gestaltung und Konzeption multimedialer Lehr-/Lernkontexte oder möchten Sie sich im Bereich digitaler Hochschullehre eigenständig weiterbilden? Vielleicht möchten Sie sich aber auch von Lehrideen anderer Dozierender inspirieren lassen?

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Dann sehen Sie sich doch einmal unsere neu gestalteten Portalbereiche in der Rubrik „Materialien“ an. Hier haben wir qualitätsgeprüfte Webseiten zu Good-Practice-Beispielen, Informationsportalen und Selbstlernangeboten sowie Sammlungen von Lehr- und Lernmaterialien zusammengestellt und beschrieben, die in der eigenen Lehre eingesetzt werden können.

Im Bereich Good-Practice- und Projektdatenbanken finden Sie Sammlungen und Datenbanken von Projekten und Lehrszenarien, in denen digitale Medien in der Hochschullehre eingesetzt werden. Die Datenbanken bieten einen Einblick in innovative Konzepte und Umsetzungen und laden zur Reflexion guter Lehre ein.

Unter Informationsportale und Selbstlernangebote erhalten Sie eine Übersicht zu Plattformen, die themenspezifisches und anwendungsorientiertes Wissen zu Grundlagen digitaler Lehre, Tools und Software, Open Educational Resources (OER) und vielen weiteren relevanten Themen anbieten. Hier finden Sie zudem frei zugängliche Selbstlernangebote, außerdem stellen wir Ihnen Angebote vor, die den Erfahrungsaustausch in der digitalen Hochschullehre unterstützen.

Sammlungen, Metasuchen sowie Repositorien und weitere Datenbanken zu überwiegend frei nutzbaren Lehr- und Lernmaterialien (OER) können Sie im Bereich Lehr- und Lernmaterialien entdecken. Die Angebote lassen sich u. a. nach Art des Materials (z. B. Vorlesungsaufzeichnung oder Bilddatenbank) sortieren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern!

Sie kennen weitere Sammlungen und Datenbanken, die hier noch nicht aufgeführt sind? Wir freuen uns auf Ihre Tipps und Empfehlungen aus dem Bereich digitale Hochschullehre. Gerne können Sie uns über feedback@e-teaching.org kontaktieren.

2.3 Lesetipp: Hochschule auf Abstand. Ein multiperspektivischer Zugang zur digitalen Lehre

In diesem Jahr blickt die Universität Paderborn auf 25 Jahre Hochschuldidaktik zurück und hat zu diesem Anlass einen umfangreichen Herausgeberband veröffentlicht. Simone Mbak aus dem e-teaching.org-Team hat die soeben erschienene Publikation für Sie gelesen.

Neiske, I., Osthushenrich, J., Schaper, N., Trier, U., & Vöing, N. (Hrsg.) (2021). Hochschule auf Abstand. Ein multiperspektivischer Zugang zur digitalen Lehre. transcript Verlag (die digitale Fassung ist unter der Lizenz cc-by auf der Verlagsseite frei zugänglich)

Buchcover von "Hochschule auf Abstand - Ein multiperspektivischer Zugang zur digitalen Lehre"

Zwar ist das 25-jährige Jubiläum der Hochschuldidaktik an der Universität Paderborn der Anlass für den Herausgeberband, doch im Fokus stehen die letzten anderthalb Jahre, die pandemiebedingt komplett online stattfanden – ein „Erdbeben an den Grundfesten der Präsenzlehre“, wie die Studierenden Leonie Ackermann, Marcus Lamprecht und Iris Müller-Vogt in ihrem Beitrag befinden (S. 43). Als Mitglieder der „Digital Changemaker“ des Hochschulforums Digitalisierung sind sie nicht die einzigen Autorinnen und Autoren, die nicht zur Universität Paderborn gehören: Mehr als die Hälfte der knapp 50 Autorinnen und Autoren kommt aus anderen Hochschulen und teilweise auch aus anderen Arbeitskontexten. Mit diesem Blick über den eigenen Tellerrand hat das Herausgeberteam eine gute Mischung hochschulinterner und -externer Perspektiven zusammengetragen und auch über die Universität Paderborn hinaus renommierte Expertinnen und Experten gewonnen, darunter beispielsweise den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, die Rektorin der FernUniversität in Hagen, Ada Pellert, oder den Wissenschaftsjournalist Jan Wiarda.

Die 19 Beiträge des knapp 370-seitigen Bandes lassen sich sehr gut lesen und sind fünf Kapiteln zugeordnet: „Hochschulleitung und Hochschulpolitik“, „Studium und Lernen“, „Lehre“, „Hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung“ sowie „Hochschulentwicklung“. Diese übersichtliche Gliederung bietet Leserinnen und Leser einen guten thematischen Leitfaden; darüber hinaus können die Beiträge je nach persönlichem Interesse aber auch unter anderen gemeinsamen Nennern betrachtet werden (zum Beispiel unter technischen Aspekten, fachspezifischen Herausforderungen oder auch zentralen Erkenntnissen von Studien und Online-Befragungen).

Die behandelten Themen sind hochaktuell, zugleich merkt man dem Sammelband an, dass die Aufbereitung auf mehr als 25 Jahren Forschungstätigkeit im Bereich der (Hochschul)Didaktik beruht. Es gelingt dem Herausgeberteam verschiedene Aussichten und Erfahrungen einzelner Akteursgruppen – Studierenden und Lehrende, Hochschuldidaktiker/innen und Personen aus dem IT-Bereich sowie Forschenden und Hochschulleitungen – zusammenzubringen. Dabei geht es sowohl um den Umgang mit konkreten Herausforderungen, die durch die kurzfristige Umstellung auf digitale Lehr-, Lern- und Prüfungsformate im Kontext der Covid19-Einschränkungen entstanden sind, als auch um übergeordnete Fragestellungen, etwa nach den Voraussetzungen für gute virtuelle Lehre, Verbesserungsbedarfe in Bezug auf Online-Lehre und ihre Didaktik oder auch die (mediendidaktische) Weiterbildung von Hochschullehrenden (etwa in dem Bericht von Claudia Bremer und Anne Thillosen über das Qualifizierungsspecial Quickstarter Online-Lehre, das im Sommersemester 2020 gemeinsam von e-teaching.org, der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e. V. und dem Hochschulforum Digitalisierung ausgerichtet wurde).

Erstmals seit dem ersten Corona-Semester im Frühjahr 2020 planen viele Hochschulen im Wintersemester 2021/22 wieder mehr Präsenzveranstaltungen anzubieten. Auch vor diesem Hintergrund ist der Band lesenswert, denn die Beiträge laden nicht nur ein, über die „lessons learned“ aus drei Semestern Lehre unter Corona-Bedingungen nachzudenken, sondern nennen auch „tasks to do“ (z. B. Bils & Pellert, 27-38) und rufen dazu auf, Schwachstellen, die durch Corona erst sichtbar geworden sind, zu beheben.

3 Kooperationen

Zu den Zielen von e-teaching.org gehört es, mit möglichst vielen Beteiligten zusammenzuarbeiten, sie untereinander zu vernetzen und so Synergien zu schaffen. Deshalb freuen wir uns, in diesem Abschnitt des Newsletters einigen langjährigen Partnern zu ihren Jubiläen gratulieren zu können. Außerdem berichten wir über aktuelle Entwicklungen in unserem Kooperationsprojekt Digi-EBF sowie über unser gerade gestartetes Projekt eteachProNBP, in dem Schnittstellen von e-teaching.org zu der geplanten Nationalen Bildungsplattform entwickelt werden sollen.

3.1 e-teaching.org gratuliert: 20 Jahre Bildungsportal Sachsen und 20 Jahre Hochschuldidaktik-Zentrum der Universitäten in Baden-Württemberg

Als das Bildungsportal Sachsen (BPS) im Jahr 2001 gegründet wurde, war allen beteiligten Hochschulen bewusst, dass „die nachhaltige Implementierung des E-Learning in den Studienalltag einen langen Atem erfordern wird“. Seitdem hat die sächsische E-Learning-Landesinitiative, die vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) gefördert wird, mehr als 250 Entwicklungs- und Umsetzungsprojekte unterstützt, um die unterschiedlichsten Formen virtueller Lehre an sächsischen Hochschulen effizient und nachhaltig zu etablieren. Partner von e-teaching.org ist das BPS übrigens bereits seit Januar 2007 und hat u. a. zahlreiche Praxisbeispiele auf unserer Digital Learning Map vorgestellt. Bereits zum zehnjährigen Jubiläum haben wir ein Interview mit zwei Vertretern des BPS geführt. Zum 20-jährigen Jubiläum stellt die Landesinitiative bis zum Ende des Jahres zehn ausgewählte „Leuchtturm-Vorhaben“ aus der Vergangenheit in Form von Steckbriefen vor: https://bildungsportal.sachsen.de/portal/20-jahre/steckbriefe/

Auch das Hochschuldidaktikzentrum (HDZ) der Universitäten des Landes Baden-Württemberg – gegründet im Jahr 2001 vom zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) und den neun baden-württembergischen Landesuniversitäten – feiert seinen 20. Geburtstag. Die Online-Jubiläumsfeier findet am 25. November 2021 unter dem Oberthema „Hochschuldidaktik im digitalen Zeitalter“ statt. Geplant sind unter anderem eine Keynote mit dem Titel „Im (digitalen) Seminar alleine Lachen ist neu“, vier parallele Workshops zum Thema „Quo vadis – Digital-, Präsenz-, Hybrid-Lehre?“ sowie die Podiumsdiskussion „Digitale Lehre – gekommen, um zu bleiben?!“. Zur Teilnahme an der Feier ist eine Anmeldung bis zum 29. Oktober 2021 erforderlich: https://www.hdz-bawue.de/20-jahre-hdz/

3.2 Entwicklungen im Metavorhaben Digi-EBF

Als Teilprojekt des BMBF-geförderten Metavorhabens „Digitalisierung im Bildungsbereich“ (Digi-EBF) befasst sich das Projektteam am IWM seit 2018 thematisch mit der Digitalisierung der Lehrerbildung. Zu den Schwerpunkten im Projekt gehören die Ausrichtung von zwei Themenspecials auf e‑teaching.org, die Durchführung von Dialogforen und die Erweiterung des Portal-Angebots auf e‑teaching.org.

Im Projekt werden zudem jährlich Critical Reviews zu Fragestellungen im Feld der Digitalisierung im Lehramtsstudium erstellt. Nachdem im ersten Review (Capparozza & Irle, 2020) der Reihe Lehrerausbildende im Fokus standen, wird im zweiten Beitrag ein Thema aus der Hochschulentwicklung in den Blick genommen. Im Folgenden werden zentrale Ergebnisse aus der Forschungssynthese „Maßnahmen für die curriculare Verankerung mediendidaktischer Kompetenzen im Lehramtsstudium: Ein Critical Review“ vorgestellt.

Bisher gibt es noch keine flächendeckende Verankerung von mediendidaktischen Inhalten in Hochschulen in Deutschland (Monitor Lehrerbildung, 2020). In dem Critical Review wird thematisiert, wie die Förderung mediendidaktischer Kompetenzen im Lehramtsstudium forciert werden kann. Durch eine Literaturrecherche und eine kriteriengeleitete Auswahl wurden 24 Studien identifiziert, aus denen fünf Maßnahmen abgeleitet wurden:

  1. Bereitstellung personeller und finanzieller Ressourcen: Die Qualität der Lehre beeinflusst die für das Unterrichten mit digitalen Medien benötigten Kompetenzen von Lehramtsstudierenden positiv (z. B. Baran et al., 2017). Fortbildungen für Lehrende können hierfür eine wichtige Rolle spielen (z. B. Nelson et al., 2019; Voithofer et al., 2019). Außerdem sollten Hochschulen mit geeigneter Soft- und Hardware ausgestattet sein, auch weil die Rahmenbedingungen an Hochschulen Auswirkungen auf die spätere Praxis an Schulen haben (Ottenbreit-Leftwich et al., 2018; Tondeur et al., 2016).
  2. Kontinuierliche Förderung mediendidaktischer Kompetenzen: In Längsschnittstudien (z. B. Buss et al., 2018; Mouza et al., 2017) zeigte sich, dass mediendidaktische Kompetenzen besser durch die Kombination von verschiedenen Lehrangeboten gefördert werden als durch einzelne Angebote.
  3. Verzahnung von Theorie und Praxis: Lehramtsstudierenden sollten Möglichkeiten zum Ausprobieren digitaler Medien in der Schulpraxis gegeben werden. Praktika sollten von Seminaren begleitet werden (z. B. Brenner & Brill, 2016; Liu, 2016) und entfalten mit einer längeren Dauer eine bessere Wirkung (Sun et al., 2017).
  4. Berücksichtigung der Heterogenität unter den Lehramtsstudierenden: Studien zeigen, dass sich Lehramtsstudierende in verschiedenen Aspekten wie Kompetenzen, Vorerfahrungen oder der Motivation unterscheiden (z. B. Farjon et al., 2019; Tondeur et al., 2016). Auch können Lehramtsstudierende z. B. nur im didaktischen oder nur im technischen Bereich Unterstützung beim Kompetenzerwerb benötigen (Valtonen et al., 2018).
  5. Gezielte Umgestaltung des Curriculums: Die Umgestaltung des Curriculums ist ein Prozess, der als Aufgabe der Hochschule zielgerichtet gestaltet werden muss und der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann (Trainin et al., 2018).

Auf Grundlage der Ergebnisse werden in dem Critical Review Forschungslücken beschrieben und Empfehlungen für die Hochschulpraxis gegeben. Der vollständige Beitrag erscheint im November 2021 im Waxmann-Verlag als Open-Access-Veröffentlichung:

Capparozza, M. (in press). Maßnahmen für die curriculare Verankerung mediendidaktischer Kompetenzen im Lehramtsstudium: Ein Critical Review. In A. Wilmers, M. Achenbach, & C. Keller (Hrsg.), Bildung im digitalen Wandel. Organisationsentwicklung in Bildungseinrichtungen (S. 105–130). DOI: 10.31244/9783830994558.04

3.3 Das neue Projekt „e-teaching.org vernetzt – eine problemorientierte Anbindung an die Nationale Bildungsplattform“

Eine hochschul- oder sogar bildungssektorübergreifende nationale Plattform – verschiedene Vorschläge, eine Machbarkeitsstudie und auch einige (teilweise gescheiterte) Versuche in diesem Bereich wurden bereits gemacht. Nun gab es im Mai diesen Jahres eine neue BMBF-Ausschreibung dazu, die diesmal auf einen anderen Ansatz setzte: „Mit der Nationalen Bildungsplattform als Meta-Plattform vernetzter digitaler Bildungsangebote soll ein technisches und regulatives Ökosystem bereitgestellt werden, das einen Rahmen für eine leistungsfähige, interoperable Lehr-Lern-Infrastruktur und die darauf aufbauenden Funktionalitäten und Services schafft. Hierzu werden unter Nutzung etablierter Standards und Werkzeuge bestehende und innovative neue Angebote vernetzt.” Gerade diese Idee erschien uns überzeugend: Es geht nicht um eine zentrale Lernplattform oder eine Plattform, auf der Inhalte bereitgestellt werden, sondern darum, bereits bestehende Angebote miteinander zu vernetzen, indem entsprechende Schnittstellen entwickelt werden.

Deshalb haben wir uns an dieser Ausschreibung mit einem Projektantrag beteiligt, und zwar in einem Teilbereich, in dem es darum geht, Methodenwissen und Digitalkompetenz auf Seiten von Lehrenden in allen Bildungssystemen zu schaffen. Vor anderthalb Wochen haben wir nun erfahren, dass die Förderung bewilligt wurde und Anfang dieser Woche ist das Projekt mit dem Titel „e-teaching.org vernetzt – eine problemorientierte Anbindung an die Nationale Bildungsplattform” (eteachProNBP) gestartet. Ziel ist es, Erfordernisse für mögliche Schnittstellen unseres Portals zu der geplanten Nationalen Bildungsplattform zu definieren sowie exemplarische Testcases zu entwickeln und prototypisch umzusetzen. Dadurch soll es Nutzenden ermöglicht werden, sich Ressourcen von e-teaching.org über die NBP problembasiert zu erschließen, das heißt: Nutzende sollen die Inhalte von e-teaching.org gezielt nach Lösungen für Probleme in der (eigenen) Lehre durchsuchen können. Auf dieser Basis soll noch während des fünfmonatigen Projektes ein Antrag für die Umsetzungsphase gestellt werden, um das entwickelte Konzept in den Realbetrieb zu überführen.

4 In eigener Sache

Als Projekt des IWM freuen wir uns besonders, an dieser Stelle im Newsletter unserem Institut zum 20-jährigen Jubiläum zu gratulieren und Sie als Leserinnen und Leser im Rückblick an der hybriden Jubiläumsfeier am 1. Oktober teilnehmen lassen zu können. Der Bericht stammt übrigens von unserer neuen Kollegin Jessica Kathmann, die an ihrem ersten Arbeitstag als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Digi-EBF vor Ort dabei war und die wir Ihnen ebenfalls hier vorstellen.

4.1 20 Jahre IWM – das Leibniz-Institut für Wissensmedien feiert Geburtstag

„Wo wissen wächst“ – mit diesem Slogan titelte das Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien früher auf seiner Startseite. Auch wenn dieser Satz nun durch „Wir helfen, das Verstehen besser zu verstehen“ ersetzt wurde, ist das Wachsen noch immer ein treffendes Bild – insbesondere zum 20-jährigen Jubiläum des Instituts, das in diesem Jahr begangen wird. Seinen Höhepunkt fand das Festjahr am 1. Oktober mit einem hybriden Festakt, an dem etwa 200 Gäste in Präsenz und online teilnahmen und über das auch der Deutschlandfunk am 5. Oktober berichtete.

Aufnahme während der Live-Veranstaltung: Auf der Bühne ist ein großer Bildschirm zu sehen, Prof. Dr. Ulrike Cress hält gerade ihre Ansprache, und das Publikum hört zu.
© IWM / Christoph Jäckle

Institutsdirektorin Prof. Dr. Ulrike Cress zeichnete in ihrer Ansprache den Weg der Forschungsschwerpunkte nach, die das IWM in den vergangenen 20 Jahren prägten und bis heute prägen. Darunter finden sich Fragen wie die nach den „Hilfsmitteln, die menschliche Kognition benötigt, um komplexe Informationen besser zu verarbeiten“. Mit dem Aufkommen des sogenannten Web 2.0, also dem sozialen Netz, wurde die Forschung um die Bereiche der Wissenskonstruktion und Massenkollaboration erweitert, da sich auch der Wissensbegriff entsprechend ausweitete. Neue Technologien wie Head-Mounted-Displays und Touch-Oberflächen veränderten die Art und Weise, wie wir mit Technologie umgehen und inzwischen dringt die Künstliche Intelligenz (KI) weiter in unseren Alltag vor. In diesem Zusammenhang entstehen neue Fragen, die uns auch bei e-teaching.org beschäftigen, etwa die, welche Kompetenzen Lehrende benötigen, um solche Technologien lernwirksam einzusetzen.

Neben Grußworten der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Theresia Bauer, und Prof. Dr. Bernd Engler, dem Rektor der Eberhard Karls Universität Tübingen, wurden Grüße des kurzfristig erkrankten Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, überbracht. Nach fruchtbaren Impulsen des Direktors des Futuriums Berlin, Dr. Stefan Brandt, und der Wissenschaftlerin und Filmemacherin Dr. Jeanine Reutemann leitete Moderatorin Eva Wolfangel über in eine anregende Podiumsdiskussion unter dem Thema „Digitalität und Wissen – Verantwortung aus der Zukunft“. Fragestellungen wie die Rolle des Wissens in 20 Jahren und die Zukunft von Wissensmedien erörterten dabei Prof. Dr. Ulrike Cress, Prof. Dr. Katharina Scheiter und Prof. Dr. Peter Gerjets aus dem IWM gemeinsam mit Dr. Stefan Brandt. Unter anderem wurde diskutiert, wie mit der zunehmenden Eigenverantwortung und Selbststeuerung im Lernen in einer immer komplexer werdenden Welt die Gefahr des Falschverstehens reduziert werden kann. Immer wieder wurde deutlich, dass bereits im schulischen Kontext die Vermittlung entsprechender Kompetenzen elementar ist.

Zwei Bilder nebeneinander. Links: Aufnahme während der Podiumsdiskussion, Prof. Dr. Ulrike Cress, Prof. Dr. Katharina Scheiter, Prof. Dr. Peter Gerjets und Dr. Stefan Brandt sitzen auf der Bühne und diskutieren. Moderatorin Eva Wolfangel (rechts) hört zu. Rechtes Bild: Aufnahme beim anschließendem Sektempfang, drei Teilnehmende vor Ort sprechen gerade mit anderen Teilnehmenden, die online über die Plattform wonder.me zugeschaltet sind. Dabei blicken die drei Teilnehmenden auf einen großen Bildschirm, auf dem die Online-Gäste mit ihren Bildschirmen zu sehen sind.
© IWM / Christoph Jäckle

Die Möglichkeit der digitalen Teilnahme am Festakt endete allerdings nicht mit der Übertragung der Ereignisse auf dem Podium: Beim anschließenden Sektempfang war es möglich, über einen Touchpoint im Foyer und die Vernetzungsplattform wonder.me mit den online zugeschalteten Teilnehmenden per Videocall in Kontakt zu treten. Nur die bereitgestellten Häppchen konnten digital nicht genossen werden …

Anlässlich des Jubiläums hat das IWM darüber hinaus das digitale Jubiläumsmagazin „Wissensdurst“ ins Leben gerufen, in dem sich unter anderem Meilensteine des Instituts und Zahlen und Fakten rund um das IWM finden; darüber hinaus laden Themenseiten zu den IWM-Praxisfeldern Museum, Internet, Wissensarbeit, Schule und Hochschule zum Stöbern ein. Auch e-teaching.org nimmt dabei unter letztgenanntem Punkt eine prominente Stellung ein: Projektleiterin Dr. Anne Thillosen steht in einem schriftlichen und einem mit Video aufgezeichnetem Interview Rede und Antwort über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Hochschullehre.

4.2 Neue Kollegin im Metavorhaben Digi-EBF

Einige Arbeitsergebnisse, die im letzten halben Jahr im Metavorhaben Digi-EBF erzielt wurden, haben wir bereits in Abschnitt 3.2 dieses Newsletters vorgestellt. Nun bekommt das Projektteam Verstärkung: Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Jessica Kathmann, die seit Oktober 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Elternzeitvertretung für Gabriele Irle übernommen hat und die wir Ihnen in diesem Newsletter vorstellen möchten.

Portraitfoto von Jessica Kathmann

Jessica Kathmann ist im BMBF-Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich“ (Digi-EBF) tätig. Das am Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) angesiedelte Teilvorhaben konzentriert sich auf die Lehrerausbildung an Hochschulen und soll Lehrende befähigen, digitale Kompetenzen der Lehramtsstudierenden zu fördern. Im Zuge des Projekts unterstützt Jessica Kathmann den Ausbau des Portals von e-teaching.org, um relevante Informationen für Hochschullehrende im Lehramtsstudiengang zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren wirkt sie federführend an der Konzeption und Durchführung eines Themenspecials auf e-teaching.org mit, das sich mit der Qualität in der Hochschullehre beschäftigen wird und organisiert das im kommenden Jahr stattfindende Dialog- und Expertenforum. Außerdem beteiligt sie sich an einem Critical Review, das die Förderung mediendidaktischer Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden im Praktikum thematisieren wird.

Ihr Psychologiestudium schloss Jessica Kathmann 2016 an der Universität Tübingen mit einem Master of Science ab und arbeitete in den darauffolgenden Jahren auf selbstständiger Basis in beraterischen und therapeutischen Kontexten, unter anderem in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen. Darüber hinaus arbeitete sie zeitweise an der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen als Medien- und Netzwerkberaterin, wo sie Lehrkräfte in Digitalisierungsfragen beriet, eine Digital-AG mitleitete und technische Unterstützung in Digitalisierungsprozessen bot. Daneben engagiert sie sich bis heute im Projekt „Behind the Screens“ an der Schnittstelle von digitalen Spielen und Psychologie und möchte künftig das Projektportfolio um Angebote zum Wissenserwerb mit digitalen Spielen erweitern (siehe Abschnitt 5.3).

Nachdem sie während ihrer Studienzeit vier Jahre als wissenschaftliche Hilfskraft in der Medientechnik des IWM gearbeitet hat, freut sie sich nun sehr, wieder ans Institut zurückzukehren: „Die Jahre der praktischen Arbeit in verschiedenen Bildungskontexten haben mir wertvolle Einblicke in den Stand der Digitalisierung an Schulen und die Anliegen der Lehrenden erlaubt. Es ist schön, nun wieder von der Forschungsseite her mit dem Themenkomplex beschäftigt zu sein und einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können, dass künftige Lehrkräfte-Generationen bezüglich der Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung gewappnet sein werden.“

5 Ausblick

Das neue Semesterhalbjahr beginnt wieder mit einer Reihe großer Veranstaltungen, die sich dem Thema der digitalen Hochschullehre widmen. Egal ob online oder vor Ort – beide Formate bieten viele Möglichkeiten zur Diskussion und zum gegenseitigen Austausch. Im Folgenden geben wir zunächst einen Überblick über Tagungen und Konferenzen, an denen e-teaching.org als Mitausrichter oder mit eigenen inhaltlichen Beiträgen beteiligt ist; danach folgen weitere Veranstaltungshinweise. Abschließend stellt unsere neue Kollegin Jessica Kathmann verschiedene Möglichkeiten vor, sich dem „spielenden Lernen“ anzunähern – ein Thema, das dank ihrer Expertise zukünftig im Portal eine größere Rolle spielen soll.

5.1 Veranstaltungen unter Beteiligung von e-teaching.org und den zugehörigen IWM-Forschungsprojekten

University:Future Festival, 2. bis 4. November 2021. Nachdem sich das Online-Festival letztes Jahr inhaltlich mit der Hochschullehre in und nach der Pandemie – dem sogenannten „New Normal“ – auseinandersetzte, heißt es in der zweiten Runde: „Open for Discussion“. Die Veranstaltung wird in diesem Jahr vom Hochschulforum Digitalisierung (HFD) gemeinsam mit der Stiftung Innovation in der Hochschullehre ausgerichtet. Auch e-teaching.org ist wieder als Netzwerkpartner mit einem virtuellen Messestand dabei und bietet zudem einen eigenen Workshop an: Am 4. November beschäftigen wir uns mit dem Thema „Online-Veranstaltungen barrierefrei gestalten“; die Veranstaltung ist ein Teil unserer Reihe zur barrierefreien digitalen Hochschullehre. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit uns über zentrale Problemstellungen bei der Durchführung möglichst barrierefreier Online-Events unter Berücksichtigung der technischen und didaktischen Perspektive. Unsere Kolleginnen aus dem BMBF-Forschungsprojekt HybridLR – Wirkfaktoren und Good Practice bei der Gestaltung hybrider Lernräume des IWM und der TH Köln laden ebenfalls am 4. November im Rahmen des University:Future Festivals im Workshop „Lernräume in der Hochschullehre gestalten“ zu Austausch und Diskussion ein.

9. Tag der Lehre an der Hochschule Merseburg, 10. November 2021. In der Online-Veranstaltung werden nicht nur aktuelle Entwicklungen der (Online-)Lehre diskutiert, Interessierte erhalten hier auch Anregungen und Impulse für innovative Lehr- und Lernformate. Zu den Referentinnen und Referenten gehören auch zwei Mitarbeiterinnen von e-teaching.org bzw. des IWM: Dr. Anne Thillosen und Mareike Kehrer sprechen in ihrem Beitrag über „Gute Hochschullehre (nach Corona)“. Angesichts der Frage, wie Hochschulbildung in Zukunft gestaltet werden sollte, sprechen sie sich in ihrem Beitrag für den Austausch und die Diskussion über (digitale) Lehrerfahrungen aus und möchten zur Vernetzung und Zusammenarbeit (auch über Hochschulgrenzen hinaus) anregen.

E-Prüfungs-Symposium 2021, 25. November 2021. Das e-Prüfungs-Symposium (ePS) findet mittlerweile zum achten Mal statt. Schwerpunkt der diesjährigen Online-Veranstaltung ist das Thema „Elektronisches Prüfen in Pandemiezeiten“. Neben der RWTH Aachen University, die das Event ausrichten wird, ist auch e‑teaching.org wieder als Mitveranstalter dabei.

LEARNTEC 2022, 1. bis 3. Februar 2022, Karlsruhe. Nachdem die letzte LEARNTEC 2021 als Präsenzveranstaltung geplant und aufgrund der Corona-Maßnahmen schließlich abgesagt werden musste, soll die Leitmesse für digitale Bildung 2022 wieder wie gewohnt in Karlsruhe ausgerichtet werden. Zum Themenbereich „Digitales Lernen in der Hochschule“ wird es wieder eine Tagung sowie das Programm university@LEARNTEC geben; beide Veranstaltungen werden von e-teaching.org mitgestaltet.

5.2 Sonstige Veranstaltungshinweise

ILIAS-Konferenz, 28. und 29. Oktober 2021. Die 20. Internationale Jahreskonferenz des ILIAS open source e-Learning e. V. wird dieses Jahr erneut virtuell durchgeführt. Fünf Themenschwerpunkte, darunter „E-Assessment – Learning & Fails“ und „Hybride Lehre – hybrides Training“, stehen dabei im Mittelpunkt und sollen zusammen mit den Teilnehmenden diskutiert werden.

Campus Innovation 2021, 18. und 19. November 2021. Unter dem Motto „Souveränität, Aktivierung und Offenheit – Chancen und Challenges der Digitalisierung für Hochschulen“ lädt das Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) wieder zur jährlichen Fachkonferenz ein. Wie auch schon im vorherigen Jahr wird die Veranstaltung pandemiebedingt online stattfinden. Neben diversen Keynotes, Fachbeiträgen und Podiumsgesprächen wird außerdem, in Partnerschaft mit der E-Assessment Alliance, am 18. November das digitale Symposium „Digitale Prüfungen effizient und fair gestalten – Von der Konzeption bis zur Auswertung“ angeboten.

OEB Global, 1. bis 3. Dezember 2021, Berlin. Die Online Educa Berlin – Europas größte internationale Konferenz und Ausstellung zum Thema digitales Lernen und Lehren – widmet sich dieses Jahr in Keynotes, Workshops und weiteren Formaten dem Motto „Learning Resilience“. Die Veranstaltung ist kostenpflichtig und findet vor Ort in Berlin statt.

Inverted Classroom and beyond, 22. und 23. Februar 2022, Paderborn. Die Konferenz ist mit dem Tag der Lehre an der Universität Paderborn verbunden und steht unter dem Motto „Student Engagement – Aktive Teilhabe von Lernenden in Studium und Schule fördern“. Neben zwei Keynotes und einer Podiumsdiskussion wird es zudem weitere vielfältige und dialogorientierte Formate geben, die eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglichen.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen, die hier nicht genannt werden können, finden Sie im umfangreichen e‑teaching.org-Veranstaltungskalender, im NotizBlog und über Facebook – oder abonnieren Sie einfach unseren RSS-Feed.

5.3 Spielend lernen – Orientierung im Angebotsdschungel der Lehre mit Videospielen

Zwei Spielekonsolen, eine Schwarze und eine Weiße, liegen nebeneinander.

Digi-EBF-Neuzugang Jessica Kathmann beschäftigt sich im Rahmen ihrer nebenberuflichen Selbstständigkeit mit der Schnittstelle von digitalen Spielen und Psychologie. In Bezug auf die Wissensvermittlung mit Videospielen gibt es auch im deutschsprachigen Raum inzwischen viele Angebote und Projekte. Um den Einstieg in das komplexe und vielfältige Themenfeld zu erleichtern, hat Jessica Kathmann einige Links zusammengetragen, die zum Stöbern und Vertiefen einladen.

Unter der Initiative „Games machen Schule“ prüft die Stiftung digitale Spielekultur in einer Machbarkeitsstudie in NRW und einem Modellprojekt in Berlin, wie digitale Spiele im Regelunterricht eingesetzt werden können und welche Kompetenzen die Lehrenden dazu benötigen. Daneben findet sich eine kuratierte Auswahl von digitalen Spielen mit pädagogischem Potenzial.

Das Zentrum für didaktische Computerspielforschung der PH Freiburg erforscht systematisch digitale Spiele unter didaktischen Gesichtspunkten und bietet Aus- und Weiterbildung für Lehrkräfte an. Das aktuelle Projekt (2020 – 2023) beschäftigt sich mit dem virtuellen Lernen in der Lehrendenausbildung und stellt eine Datenbank zu VR- und AR-Angeboten zur Verfügung.

Die Plattform „Games im Unterricht“ der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg enthält unter anderem Unterrichtskonzepte für die Arbeit mit digitalen Spielen und bietet darüber hinaus vielfältige Informationsangebote für pädagogisches Personal.

Gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Benjamin Strobel und Nicolas Hoberg und ihrer Kollegin Jolina Bering betreibt Jessica Kathmann die Webseite Behind the Screens. In der Episode „Games für die Schule entwickeln“ sprechen sie mit dem Entwickler Martin Thiele-Schwez darüber, was ein gutes Lernspiel auszeichnet und wie man digitale Spiele für den Schulunterricht entwickelt. Darüber hinaus werfen sie einen knappen Blick auf die Forschungslage rund um sogenannte Serious Games in Bildungskontexten, also Spielen, in denen die Vermittlung von Wissen im Fokus steht. Über diese Podcast-Episode hinaus veröffentlichen sie auf den Seiten von „Behind the Screens“ regelmäßig (psychologische) Analysen, Diskussionen und Gedanken zum Thema Games in Form von Podcasts und schriftlichen Artikeln. Neben dem Anspruch, gute Unterhaltung(en) zu bieten, haben sie vor allem das Anliegen, gemeinsam mit den Nutzenden etwas Neues zu lernen und ihr Wissen rund um Videospiele zu erweitern. Allen Interessierten bietet die Seite eine Fundgrube zum Stöbern und Entdecken – Sie sind herzlich eingeladen!

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